Du bist auf dem Profil von

ravens01


Freundesliste
0 Freunde Alle anzeigen
  • Kommentar geschrieben am 18.8.2010

    Wortlaut der Bibel - nicht alles?

    Ich behaupte weiterhin, daß "wörtlich" unmöglich ist. Zumal die Bibel selbst manchmal nicht wörtlich genommen werden will (vgl. Gleichnisse Jesu, von denen manche er selber den Jüngern erklärt). Nur wenn ich einem Gesprächspartner aufdrängen kann, dass er die Bibel wörtlich nimmt, dann kann ich ihn leicht lächerlich machen. Deshalb sage ich, dass an der Inspiration der Bibel festzuhalten nicht mit der "buchstabengetreuen Auslegung" gleich sein muss. Vielmehr lautet die Frage: wo muss ich die Bibel wirklich wörtlich nehmen, wo gibt es in ihr Sachen, die geschichtlich und wo welche, die kulturell gedeutet werden müssen - nun, das ist die wahre Herausforderung. Und dann kann ich noch immer glauben, daß die Bibel Gottes Wort ist (und nicht nur enthält).
    Nun zu den ethischen Fragen - und da kommt es gleich zur Anwendung der Filter, von denen ich sprach. AT - es ist eine ständige Frage, was gilt noch und was nicht. Nun, wenn man die geschichtliche Situation außer Acht lässt, dann bekommt man Schwierigkeiten, denn - wie Du das eben auch tust - wird einmal nachgewiesen, dass wir die dort festgelegten Anweisungen (Steinigung und co.) nicht befolgen, dann fällt alles der Beliebigkeit anheim. Die Gesetze im AT müssen immer unter der Prämisse betrachtet werden, dass sie AUCH eine Art BGB oder SGB gewesen sind. Israel war eine Theokratie, dieser Fall besteht heute - und generell im Christentum - nicht. So sind viele Regelungen zu verstehen (auch Beispiele ,die Du erwähnst, z.B. Mischehen, usw.). Wir können aber ableiten, was in Gottes Augen damals OK war und was er überhaupt nicht toll fand. In vieler Hinsicht legt Gott Maßstäbe fest, aber die Einzelheiten müssen wir schon selbst regeln. Es war strengstens verboten z.B. mit der eigenen Schwägerin zu schlafen, aber die Leviratsehe - wie Du das bereits angedeutet hast - wurde akzeptiert.
    Ich wage zu bezweifeln, daß das Hohelied Werbung wäre für Sex vor der Ehe, auch das ist nicht maßgeblich für mich, was in manchen christlichen Gegenden Praxis war. Wenn Du meinst, dass die ganzen Regelungen, die mit außerehelichem Sex zu tun haben, ausschließlich mit Besitzverhältnissen zu tun haben... nun gut, ich weiß nicht, ob Du verheiratet bist, aber ich stell mir das schon schwierig vor, wenn meine frau mich inflagranti erwischen würde, da zu sagen: "Aber Schatz, an unseren Besitzverhältnissen ändert sich überhaupt nichts" - glaub ich nicht, daß sie das sonderlich beruhigen würde (oder vice versa!).
    Zum Thema Homosexualität: nein, Gott gebietet nirgendwo, dass monogame, auf Lebzeiten angelegte homosexuelle Partnerschaften geführt werden. Das ist mir neu. Wo ich in der Bibel über Homosexualität lese, ist sie als Praxis immer negativ bewertet. Egal, ob im NT oder AT. Es gibt auch keinen Bibelvers, der besagen würde: "deshalb verlässt ein Mann Mutter und Vater und wird seiner Frau oder seinem Ehemann anhängen". Nirgends rechtfertigt die Bibel die Gleichstellung der homosexuellen Ehe mit der heterosexuellen. Damit bin ich natürlich nicht gegen Homosexuelle, aber gegen homosexuelle Praxis. Genauso könnte ich auch sagen, ich fühle (und dem ist es wirklich so!), dass ich nicht monogam erschaffen wurde, daher wäre es zu rechtfertigen, wenn ich auch mit anderen Frauen als meine Ehefrau ins Bett hüpfen würde. Glaub ich nicht, dass ich meine Frau und meine Freunde damit beeindrucken und bei ihnen viel Verständnis schinden würde... Deshalb lebe ich auch monogam, und habe bisher nur mit meiner Frau Sex gehabt.
    Sex vor der Ehe: es gibt auch wichtigeres, als das Geld. Ich erwähnte bereits, dass ich Beispiele kenne, die richtig weh tun: ein Mann, der in wilder Ehe lebt, seine Partnerin wird ermordet, ihre Eltern holen die Leiche und die drei Kleinkinder - die hat er seit her nie wieder gesehen - das ist dann schon gleich nicht mehr so lustig, nicht wahr, wenn man eine zivilrechtliche Katastrophe mit einem religiösen Gebot hätte verhindern können. Es gibt sehr wohl - eben auch civilrechtlich einen Unterschied zwischen Partnerschaft und Ehe. Falls wir - als Gesellschaft - das ändern wollen - nun gut, wir können das tun, aber wir sollen das Kind beim Namen nennen. Dann gilt die Ehe im Gottes Sinne nicht ab dem Standesamt, sondern... - aber eben nicht ab dem ersten Sex oder Kuss, denn da wird nicht immer einer Schmiere stehen und den Vollzug der Ehe melden.
    Ich weiß sehr wohl um die Spannung zwischen früher sexuellen und später emotionalen Reife. Aber das ist unser Problem und nicht Gottes. Was machen wir falsch in der Kindererziehung? Warum kippen wir den Kindern so viel sexuelen Müll um die Ohren, wo sie dafür noch überhaupt nicht reif sind? Hoheslied: Weckt die Liebe nicht, wenn sie es noch nicht will... Diejenigen, die früh heiraten, lassen sich auch oft früh scheiden - damit gegen eine frühe Ehe zu argumentieren wäre ähnlich, wie zu fordern, daß Fahranfänger erst ab 25 oder 30 alleine Fahren dürften - sie bauen ja statistisch gesehen die meisten Unfälle. Vielmehr müsste man sich fragen (in beiden Fällen): wie können wir die Betroffenen so vorbereiten, daß es nicht zum Crash kommt? Mit Sex vor der Ehe sicher nicht!
  • Kommentar geschrieben am 13.8.2010

    Gender Mainstreaming: Gräuel & Chance

    Interessant, wie sich die Diskussion um das Thema sich entwickelt. Denkmal, denk mal ein wenig nach: nicht Laura ist persönlich geworden, nicht sie hat angefangen unsachlich und persönlich verletzend zu argumentieren. Wenn Du sie gleich der Lüge bezichtigst, wenn Du bestimmte Menschen wegen ihrer Ansichten "Idioten", "Schwachsinnige" und dergleichen nennst, dann mit Verlaub, das kann sehr schlecht als wissenschaftliche oder gar sachliche Argumentation durchgehen.

    Tatsächlich: die Toleranz hört ganz schnell auf bei den Toleranten, sobald eine Meinung auftaucht, die der eigenen widerspricht.

    Ich kann nur müde lächeln, wenn man Gen 1,26-27 als Gender Mainstreaming in der Bibel identifiziert. Lauer Trick, sag ich nur. Passt halt schön, dann stülp ich's drüber. Genauso kann man in Apg 6 den Kommunismus hochleben lassen - achja, da sind auch einige Fehler gemacht worden (oder lieber in der Gegenwartsform schreiben??), aber das hat sich ja überlebt, die Anfangsfehler sind nun ausgemerzt. Ich kenn das leider zu gut, denn ich bin auch ein Geschädigter der glorreichen sozialistischen Realität, die in die strahlende kommunistische Zukunft führen sollte. Nur die Leichen am Straßenrand durften nicht gesehen oder genannt werden, sonst konnte man selbst eine werden... Was Laura über Dr. Money erwähnt hat, ist schon sehr nachlesenswert - seine Recherchen bilden doch die Grundlage von GM. Ach, und wenn GM soooo toll ist, und von aller Welt gewollt, warum musste sie auf der UN-Weltfrauenkonferenz (1995 Peking) mit einem Trick durchgesetzt werden? Darüber reden man halt nicht so gern, nicht wahr?
    Mich stört mächtig diese Arroganz, die allen Andersdenkenden entgegen strömt: alle, die nicht meine Position vertreten, sind Fromme, mit denen Jesus sehr böse schimpft. Da könnte man auch daneben setzen Jesu Worte: wer einen diesen geringsten Anlass zum Anstoß gibt, dem würde es besser ergehen, wenn man ihm einen Mühlstein um den Hals bindet und ins Meer wirft. Oder die Sache mit den Irrlehrern o. ä. Aber das jetzt nicht persönlich, sonder als eine (von Laura oder Wilhelm oder mir) nicht in Anspruch genommene Keule gegen Leute, die anders denken, als wir. Von daher bitte mal etwas weniger sentimental daherkommen...