
Kommentar geschrieben am 15.1.2011
Ersteinmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich bislang nicht auf den kritischen Kommentar geantwortet habe. Folgendes gibt es für mich dabei zu bedenken:
Zu "Individualität, Selbstverwirklichung und Selbständigkeit":
In diesem Beitrag geht es um die Integrationsdebatte, vor allem in Bezug auf die Integration von Muslimen, nicht um "Individualität, Selbstverwirklichung und Selbständigkeit" an sich und damit auch nicht um das Selbstverständnis moderner westlicher Jugendlicher. Ich finde es nicht unehrlich, wenn man sein Thema begrenzt.
Es wäre aber in der Tat eine lohnenswerte Aufgabe, Individualität, Selbstverwirklichung und Selbständigkeit in christlicher Perspektive unter die Lupe zu nehmen, gerade auch in historischer Dimension. Vielleicht werde ich diese Fragestellung für einen eigenen Artikel aufgreifen.
Vorab: Ich denke, man kann bei Individualität, Selbstverwirklichung und Selbständigkeit jeweils von beiden Seiten des Pferdes herunterfallen. Für mich markiert dabei die islamisch geprägte Kultur das eine Extrem, nämlich in der Verneinung dieser Werte, die moderne, liberale Kultur das andere, nämlich in der Absolutsetzung.
Zu Multikulti:
Mir ist kein überzeugter Multikulti-Vertreter bekannt, der offen Probleme bei der Integration eingestanden hätte. Einsicht ist aber der erste notwendige Schritt zur Besserung, zum Beheben von besagten Problemen. Dass es diese Probleme gibt, ist ja wohl hinlänglich bekannt.
Integration ist, zumindest bis zu einem gewissen Grad, eine Bringeschuld derer, die in einem anderen Land auf Dauer leben wollen. Dass einige türkische Kinder in der dritten Generation immer noch nicht (richtig) deutsch sprechen können, ist m.E. nicht Folge des "links liegen lassens", sondern des fehlenden Willens zur Integration bei bestimmten Einwanderergruppen.