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  • Beitrag geschrieben am 16.5.2011

    Die nächste Krise ist vorprogrammmiert

    Die große Krise ist überwunden – zumindest in Deutschland boomt die Wirtschaft. Doch die Risiken für die eine neue Krise sind enorm. Nur gehen sie in der öffentlichen Wahrnehmung unter. Dabei sind sie so massiv, dass eigentlich jeder darüber Bescheid wissen sollte. Beitrag lesen
  • Kommentar geschrieben am 17.2.2011

    Im Sog des Relativen

    @LukasLange: Danke erstmal für Deine Einwände. Ich biete die folgende Erwiderung:
    "Mit dem 'Zeugnis der Liebe' gewinnt man keinen politischen Richtungsstreit und erst recht keine mediale Dominanz"
    Eine christlich-konservative Politik ist auch mein Anliegen. Dominanz allerdings nicht. Ich setze mehr darauf, Menschen zu überzeugen, statt sie zu beherrschen. Ich halte das auch nicht für einen christlichen Ansatz, im Gegenteil:
    "Wir müssen anfangen, Klartext zu reden. Uns zu christlichen Positionen glasklar bekennen, ohne peinlichst genau darauf zu achten, ob man hier nicht zulasten des politischen Gegners manipuliert oder zu konfrontativ auftritt."
    Dieses Denken "Gott gibt mir in der Sache recht, deswegen darf ich andere unter seinen Willen zwingen (d.h. manipulieren)" hat in der Geschichte des Christentum schon viel Leid verursacht, s. Inquisition, Hexen- und Judenverfolgung, Kreuzzüge, und genau diese Haltung kritisieren wir auch bei politischen und religiösen Extremisten.
    Ich dagegen meine, ich kann mich glasklar zu christlichen Positionen bekennen u n d dabei gegenüber Andersdenkenden fair bleiben. Ich sehe da keinen Widerspruch. Aus christlicher Sicht kommt politischer Wandel vor allem durch eine demütige Haltung der Christen, s. 2. Chronik 7,14. Dominanz ist dagegen eine stolze Haltung, und das wird von Gott selbst bekämpft, s. 1. Petrus 5,5; Jakobus 4,6; Sprüche 3,34; 2. Buch Samuel 22,28. (hier bekenne ich mich übrigens gerade 'glasklar' zu einer christlichen Position ;) !)
    "Natürlich lässt sich die hedonistische Beliebigkeit des Zeitgeists in gewisser Form als 'Wertvorstellung' verdrehen."
    Das ist ein Strohmann-Argument, denn das habe ich nicht getan.
    "Aus christlich-konservativer Sicht ist sie allerdings höchstens das Entartungsstadium eines entfesselten Werteverfalls"
    Wiederholungen bringen uns nicht weiter. Ich bitte um neue Argumente für diese Behauptung. Ansonsten kann ich ebenfalls nur meine Erwiderung wiederholen: Die hedonistische Beliebigkeit unterbindet lediglich die Kritik an anderen Wertesystemen. Dass jeder Mensch ein Wertesystem hat ist durch die Psychologie und durch die biblische Offenbarung belegt. Einen Werteverfall zu unterstellen ist daher sachlich falsch und in der Debatte nicht hilfreich, auch wenn es aus unserer Sicht danach aussieht.
    "Den offensichtlichen Eidbruch mit dem Verweis auf eine "andere Ethik" zu entschuldigen, das ist genau die Art von Relativierung, um die sich der Artikel dreht."
    Ob ein Eidbruch vorliegt oder nicht hängt unmittelbar davon ab, wie man Abtreibung bewertet. Es ist daher nicht sinnvoll, über den Eidbruch statt der Abtreibung zu debattieren.
    "Abtreibungen sind, egal, wie man es dreht, sicher kein Akt der Menschlichkeit".
    Ich kann das schon nachvollziehen, dass ein Arzt die Not der Schwangeren höher bewertet als die Not des Ungeborenen, schließlich hat er die Schwangere vor Augen, den werdenden Menschen dagegen nicht (gutheißen kann ich es aber trotzdem nicht!). Selbst wenn Ärzte in vielen Fällen opportunistisch handeln und keine solche Abwägung treffen, also tatsächlich ein Eidbruch vorliegen mag, ist es nicht fair, generell einen Eidbruch zu unterstellen.
  • Kommentar geschrieben am 16.2.2011

    Im Sog des Relativen

    Wir brauchen Halt und Orientierung, das ist schon klar. Ich kenne keinen, der da widersprechen wollte. Nur weil Andersdenkende nicht unsere Werte vertreten bedeutet ja nicht, dass sie keine hätten. So etwas zu unterstellen ist schon fast arrogant. Selbst die Bibel bezeugt, dass jede Gesellschaft in der Geschichte eine Werteordnung hat (Röm 2,15).
    Das ist nicht anderes als ein 'Falsches Dilemma', ebenfalls ein Versuch, die Debatte zu manipulieren.
    Ich persönlich bin froh, in einer pluralistischen Gesellschaft zu leben statt in einem Gottesstaat. Ich sehe es zwar mit Schmerz, dass die christlichen Werte sich derzeit in unserer Gesellschaft nicht durchsetzen. Aber diesem Ziel kommen wir nur dann näher, wenn wir fair und ehrlich argumentieren, was bereits ein Zeugnis der Liebe ist. Manipulationsversuche dagegen helfen niemandem weiter.
  • Kommentar geschrieben am 16.2.2011

    Im Sog des Relativen

    Bei der Frage nach Eid und Gelöbnis liegt ein Missverständnis vor. Einen Eid legt man immer vor jemand anderem ab, der einen auch wieder davon entbinden kann. Ein Gelöbnis, auch bekannt unter dem Begriff 'Gelübde', legt man nur vor sich selber ab, und niemand kann einen davon entbinden. Es ist aber wahr, dass das Genfer Ärztegelöbnis wie ein Eid abgelegt wird, allerdings mit der Formel "ich gelobe" statt "ich schwöre". Der Sache nach ist es aber damit ein Eid und genauso bindend.
    Die Ursache von problematischen Entscheidungen einiger Ärzte liegt daher auch nicht in der Möglichkeit, einen Eid zu umgehen, sondern eher darin, dass sie einer anderen Ethik folgen, in der eben andere Prioritäten gelten als in der christlichen. Aus der Sicht des Arztes muss da keineswegs ein Eidbruch vorliegen.
    Der Vorwurf des Eidbruchs ist wieder ein "argumentum ad baculum", wo mit der moralischen Keule versucht wird, die Debatte zu manipulieren.
  • Kommentar geschrieben am 16.2.2011

    Im Sog des Relativen

    Dass der postmoderne Relativismus für die mangelnde eheliche Treue verantwortlich sei halte ich für ein Vorurteil der Christen gegenüber der Gesellschaft.
    Sicher, dieser Relativismus macht die Trennung gesellschaftlich akzeptabel. Aber dennoch ist eine Trennung für alle Beteiligten ein traumatisches Erlebnis, dass niemand so ohne weiteres auf sich nimmt, da gibt es schon handfeste Ursachen für.
    Und deswegen hilft die moralische Keule einer Beziehung in der Krise auch nicht weiter. Sie dient nur dazu, dass wir Christen uns über die böse Welt echauffieren. Und das offenbart eine stolze Haltung, keine liebevolle.
  • Kommentar geschrieben am 16.2.2011

    Im Sog des Relativen

    Zum Wahrheitsanspruch der Bibel muss man natürlich erwidern, dass er ebenfalls oft manipulativ vorgetragen wird. Man nennt das ein argumentum ad verecundiam, einen 'Verweis auf die Autorität'.
    Und dass Menschen sich gegen Manipulation wehren ist nicht nur natürlich, sondern auch legitim. Und sie wehren sich, indem sie die Autorität der Bibel zu untergraben suchen. Wieviel Bibelkritik hätten wir uns wohl ersparen können, wenn wir auf diese Manipulation verzichtet hätten.
    Denn letztendlich hilft der Verweis auf die Wahrheit der Bibel auch niemandem weiter. Wir benötigen alle eine Offenbarung der Wahrheit, ohne die ist es gar nicht möglich Christ zu werden. Man denke an die Worte Jesu zu Petrus, als dieser ihn als Messias bezeichnete: "Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist." (Matth 16,17)
    Statt mit dem Wahrheitsanspruch der Bibel zu argumentieren sollten wir den Menschen die Liebe Gottes an unserem eigenen Leben demonstrieren, denn das ist letztendlich das einzige, von dem die Bibel bezeugt, dass es Erfolg verspricht: "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt." (Joh 13,35)
  • Kommentar geschrieben am 16.2.2011

    Im Sog des Relativen

    Schon wahr, in der postmodernen Gesellschaft hat der Toleranzbegriff einen Bedeutungswandel erfahren. 'Toleranz' bedeutet eigentlich, von der Wortbedeutung her, 'Ertragen'. Der postmoderne Toleranzbegriff bedeutet 'nicht kritisieren'. In den aktuellen Debatten wird diese Mehrdeutigkeit ausgenutzt um Andersdenkende unter Druck zu setzen.
    So wird ein logischer Fehlschluss, ein argumentum ambiguum ('Mehrdeutigkeit') für eine Manipulation, in diesem Fall ein argumentum ad baculum ('Verweis auf den Stock', in diesem Fall die moralische Keule) missbraucht: "Du kritisierst mich, also bist du nicht tolerant."
    Das ist falsch, denn man kann jemanden durchaus ertragen, auch wenn man ihn kritisiert.
  • Kommentar geschrieben am 10.2.2011

    Ungarn im Kreuzfeuer

    Political Correctness folgt aus der Macht des Marktes. Ein Medium ist immer bestrebt, seinen Marktanteil zu halten und richtet sich mit seinen Publikationen nach dem, was die Empfänger sehen, hören oder lesen wollen.
    Political Correctness ist eine Form der Zensur, die sich die Presse selbst auferlegt - eine freie Entscheidung also. Bei einer staatlichen Zensur wie in Ungarn dagegen hat die Presse nicht mehr die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was veröffentlicht wird.
    Die Antidiskriminierungsgesetze kann man durchaus als staatliche Zensur der Presse ansehen. Allerdings sind diese Gesetze auf demokratischem Weg zustande gekommen, und sie regeln klar, was zulässig ist und was nicht. Unklarheiten können vor Gericht geklärt werden. In Ungarn dagegen entscheidet die Regierungspartei, was veröffentlicht werden darf und was nicht, und das willkürlich - ein gerichtliche Überprüfung der Entscheidung ist nicht möglich, da es keine gesetzliche Regelung darüber gibt, was denn veröffentlicht werden darf.
    Von daher sind weder die Political Correctness noch die Antidiskriminierungsgesetze mit der staatlichen Zensur in Ungarn wirklich vergleichbar. Was in Ungarn geschieht ist weder demokratisch noch rechtsstaatlich, und von daher ist es durchaus angebracht, dass die EU das bekämpft.
  • Kommentar geschrieben am 3.2.2011

    Der Geist ist aus der Flasche

    Wie bereits gesagt: Ich rede nicht der Linkspartei das Wort, auch nicht dem Kommunismus, sondern der fairen Debatte.
    Zur Debatte-Debatte:
    Ich gebe zu, mein zweiter Kommentar war etwas over-the-top. Ich hatte aber den Eindruck, dass ich beim ersten Mal nicht richtig verstanden wurde und habe deswegen versucht, überdeutlich zu werden.
    Es geschieht in der öffentlichen politischen Debatte regelmäßig, dass unfair argumentiert wird. Eine Strategie ist, den politischen Gegner anzuschwärzen, damit seine Argumente nicht mehr ernstgenommen zu werden brauchen. Genau das habe ich beim Lesen des Artikels empfunden.
    Zur Kommunismus-Debatte (@Dossier):
    Deine DKP-Zitate betreffen ebenfalls lediglich den Weg zum Kommunismus, nicht das Ziel, den Kommunismus selbst. Sie eignen sich daher nicht, die Thesen des Artikels über die Linkspartei zu rechtfertigen, denn da ging es ja um viele mögliche Wege zum Kommunismus. Der Umstand, dass die DKP den gewaltsamen Weg gehen will, belegt eben nicht, dass es der einzig mögliche ist. LukasLanges These, dass das Ziel "Kommunismus" nur einen, den DKP-Weg vorschreibt, und es deswegen nicht gerechtfertigt ist, über andere Wege nachzudenken, widerspricht sich selbst und funktioniert nur, solange man unter Kommunismus sowohl den Weg als auch das Ziel versteht - eben ein argumentum ambiguum.
    Was den Kommunismus selbst angeht, so bin ich überzeugt, dass das Ziel nicht erreichbar ist, und es deswegen Zeitverschwendung ist, darüber nachzudenken, wie man es denn erreichen könnte.
    Im Übrigen verfolgt das Christentum ebenfalls eine Umgestaltung des Menschen, allerdings auf einem Weg, der inzwischen wissenschaftlich an Hand der kognitiven Psychologie bestätigt worden ist.
  • Kommentar geschrieben am 1.2.2011

    Die Reichen bitte zur Kasse

    "In der Diskussion, die schnell in populistische Auseinandersetzungen abgleitet, geht es dann auch gar nicht mehr darum, dass es Menschen in der Bundesrepublik im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern noch verhältnismäßig gut geht."
    Das ist, mit Verlaub, auch nicht relevant.
    Wie bereits in meinem Kommentar zu http://www.idealisten.net/beitrag/article/keine-angst-keine-angst.html ausgeführt, wächst unsere Wirtschaft nur noch dann, wenn der Staat sich verschuldet. Begonnen hat das in den 70er Jahren, als das Währungssystem nach dem Bretton-Woods Abkommen, mit einer Gold-Bindung des US-Dollar, aufgegeben wurde, weil die USA neues Geld für den Vietnamkrieg benötigten. Seither war es möglich über Verschuldung die Geldmenge zu erhöhen, was dann schließlich auch Deutschland aus der Stagflation gezogen hat. Siehe dazu http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29184/1.html.
    Der Staat pumpt das geliehene Geld in die Wirtschaft, die daraufhin wächst, und sollte eigentlich mit den steigenden Steuereinnahmen die Schulden wieder zurückzahlen, also die Geldmenge wieder verringern.
    Nur hat das seit den 70er Jahren leider noch nie funktioniert. Stattdessen ist die Staatsverschuldung permanent gestiegen. Die erhöhte Geldmenge ist in der Wirtschaft hängengeblieben und hat für enorme private Vermögen gesorgt, die nach Rendite suchen, und deshalb dem Staat wieder Geld leihen.
    Auf diese Weise haben wir seit der Einführung des Euro jährlich 9% Inflation. Das haben wir nur nicht gemerkt, weil die offizielle Statistik lediglich die Teuerung angibt. Teuerung ist nicht dasselbe wie Inflation. Inflation ist das "Aufblähen" der Geldmenge. Teuerung ist das Steigen der Preise eines definierten Warenkorbs. Der enthält Artikel des täglichen Bedarfs. Die erhöhte Geldmenge ging aber hauptsächlich in Finanzprodukte (Aktien, Staatsanleihen), und die sind nicht Bestandteil des Warenkorbs.
    Die großen Vermögen sind letztlich die Ursachen für die Blasenbildungen in der Wirtschaft, wie z.B. die DotCom-Blase Ende der Neunziger oder die Immobilienblase in den USA, die die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise ausgelöst hat, und auch die aktuelle Blase beim Goldpreis. Sie sind damit nicht nur ein Problem des sozialen Zusammenhalts einer Gesellschaft, sondern auch die Ursache für Wirtschaftskrisen und die aktuellen Schuldenkrisen der Staaten.
    Deswegen ist es nicht nur fair, sondern sogar geboten, die maßlose Vermögensbildung zu bekämpfen. Auf welche Weise das aber sinnvoll geschehen kann, steht auf einem anderen Blatt.
  • Kommentar geschrieben am 1.2.2011

    Keine Angst? Keine Angst!

    "Die bloßen Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache als die gefühlte Lage."

    Das halte ich für selektive Wahrnehmung. Ich möchte da mal ein paar andere Fakten ins Feld führen:

    Die gesamte Weltwirtschaft befindet sich auf sehr dünnem Eis. Das hat im wesentlichen drei Ursachen:
    1. Die enorme öffentliche Verschuldung der großen Industrienationen USA und Europa.
    2. Die Verknappung der Rohstoffe.
    3. Die großen privaten Vermögen.

    Die enorme Verschuldung der öffentlichen und vieler privater Haushalte kann nur durch ein entsprechendes Wirtschaftswachstum abgetragen werden. Aber weder im Jahr 2008, als die Weltwirtschaft boomte, noch im Jahr 2010, als die Wirtschaft so stark wuchs wie noch nie seit der Wiedervereinigung gelang es, die Verschuldung zu senken. Daraus folgt, die Vorstellung, die Schulden könnten durch Wirtschaftswachstum abgetragen werden, ist illusorisch.

    Im Gegenteil: die Wirtschaft kann nur noch dann wachsen, wenn der Staat sich verschuldet. Siehe dazu http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-01/interview-binswanger.

    Dazu kommt, dass die Wirtschaft Rohstoffe braucht, um wachsen zu können. Der wichtigste Rohstoff dabei ist Öl. Die Wirtschaft kann gar nicht stärker wachsen als die Ölfördermenge. Das Problem ist nur: die Ölfördermenge kann nicht mehr wachsen. Peak-Oil ist erreicht. Das lässt sich daran erkennen, dass 2008, als die Preise für Rohöl Rekordwerte erreichten, die Fördermenge dennoch nicht gestiegen ist, obwohl genügend Anreiz dazu da war, mehr zu fördern.

    Es ist also nicht damit zu rechnen, dass die Wirtschaft jemals stark genug wachsen wird, um damit die Staatsschulden abtragen zu können.

    Die Frage, die sich dann stellt ist: weshalb bekommt der Staat dann überhaupt noch Kredit?

    Das liegt an den enormen privaten Vermögen, die in den letzten 30 Jahren angehäuft wurden. Die suchen Rendite, und die gibt es nur in funktionierenden Volkswirtschaften. Und weil Deutschlands Volkswirtschaft noch funktioniert, bekommt Deutschland noch Kredit. Das funktioniert so nach dem Motto: "Uns geht's schlecht, aber den anderen geht's noch schlechter".

    Und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt, der Staatsverschuldung, und folglich in einem Teufelskreis angelangt, der zwangsläufig irgendwann in eine Katastrophe münden muss - es sei denn, die Politik findet den Mut zu tiefgreifenden Reformen.

    Mehr dazu in meinem Kommentar zu http://www.idealisten.net/beitrag/article/die-reichen-bitte-zur-kasse.html.
  • Kommentar geschrieben am 17.1.2011

    Der Geist ist aus der Flasche

    "Wenn du aus deiner Mitte fortschaffst das Joch, das Fingerausstrecken und böses Reden" (Jesaja 58,9)
    @LukasLange:
    Der Artikel und auch Deine Reaktion auf die Kommentare sind beides nach wie vor nichts anderes als eine ad-hominem-Attacke. Sie zielt auf die Diskreditierung des Gegners, damit man sich mit dessen Thesen nicht auseinandersetzen muss. Und das ist, wie Jesaja bezeugt, kein christliches Verhalten.
    Keiner bestreitet die genannten Verbrechen. Solche Verbrechen werden aber immer dann begangen, wenn Menschen glauben im Dienste der Guten Sache zu sein. Das gab's auch in der christlichen Szene, s. Inquisition, Kreuzzüge, 30-jähriger Krieg, und die Hexenverfolgung des Dominikaners Heinrich Kramer (der Hexenhammer) fällt auch in diese Kategorie. Deine ad-hominem Attacke trägt dieselben Züge. Dass Du dabei Heinrich Kramers Methoden anwendest, habe ich bereits in meinem ersten Kommentar ausgeführt. Als wäre Kommunist zu sein ein crimen exceptum, weshalb Kommunisten keine faire Debatte verdienten. Und folgt man der Logik Jesu in Matthäus 5,21-22, so machst Du Dich genauso des Mordes schuldig, wie die Kommunisten.
    "Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe." (Römer 2,1)(s. a. Matthäus 7,1-6)
    Die Bibel warnt uns hier eindringlich vor religiösem Chauvinismus.
    Ich rede hier nicht der Linkspartei das Wort, sondern der fairen Debatte. Wie ich in meinem Artikel "Die Epistemologie der Bibel" ausgeführt habe, soll unsere Liebe der Beweis für die Wahrheit sein. Und die schließt ad-hominem Attacken aus.
  • Kommentar geschrieben am 11.1.2011

    Woher willst du eigentlich wissen...

    Aus dem Umstand, dass Wissenschaftler an die Urknalltheorie glauben, folgt nicht, dass die Urknalltheorie wissenschaftlich ist. Wissenschaft beruht auf Beobachtung, und die Vergangenheit lässt sich nun mal nicht beobachten, und Spekulationen über die Vergangenheit lassen sich nicht experimentell überprüfen. Das Beste, was man über die Vergangenheit aussagen kann, ist ein "educated guess". Ansonsten hat die Wissenschaft keinen Zugriff auf die Vergangenheit, kann also darüber auch keine Aussagen treffen.
    Die Urknalltheorie beruht auf einer Beobachtung in der Gegenwart, die in die Vergangenheit extrapoliert wurde. Die Beobachtung ist: das Universum dehnt sich aus. Was diese Ausdehnung verursacht und seit wann sie stattfindet entzieht sich der wissenschaftlichen Beobachtung. Die Urknalltheorie nimmt lediglich an, dass die Ausdehnung seit Beginn des Universums stattfindet. Überprüfen lässt sich das nicht. Und folglich kann man genauso gut behaupten, das Universum sei ex nihilo geschaffen worden und habe später begonnen sich auszudehnen.
    Die kosmische Hintergrundstrahlung wurde von der Urknalltheorie vorhergesagt. Sie folgt aber lediglich aus der Ausdehnung des Universums und belegt keinesfalls zwingend, dass es einen Urknall gegeben hat. Darüber hinaus folgt aus deren Beobachtung das so genannte "Horizon Problem": Das Licht ist nicht schnell genug, um innerhalb von 13 Milliarden Jahren einen homogenen Termperaturausgleich herzustellen, wie er beobachtet wird: in jeder Richtung 4K. Aber wer weiß, vielleicht ist diese Hintergrundstrahlung ja auch ein lokales Phänomen unseres Sonnensystems, dessen wahre Ursache es noch zu entdecken gilt.
    Aus der gegenwärtig beobachteten Ausdehnung des Alls wird, in Verbindung mit der Annahme, sie fände seit dessen Beginn statt, auf ein Alter von etwa 13 Milliarden Jahren geschlossen. Das kollidiert mit der Beobachtung, dass sich die Galaxien zu schnell drehen, um ihre äußeren Sterne zu behalten. Würden sie sich tatsächlich seit mehreren Milliarden Jahren drehen, dann gäbe es sie bereits nicht mehr. Deswegen gibt es jetzt die Hypothese der Dunklen Materie und der Dunklen Energie, die die benötigte Gravitation aufbringen sollen. Aber vielleicht drehen sie sich ja auch einfach noch nicht so lange?
    Natürlich lassen sich die Aussagen der Bibel über die Vergangenheit genauso wenig wissenschaftlich überprüfen. Man kann aber zeigen, dass sie mit den gegenwärtigen Beobachtungen konsistent sind - wohlgemerkt: den Beobachtungen, nicht deren Interpretationen durch die Wissenschaftler.
    Es gibt daher keinen sachlichen Grund, an den Aussagen der Bibel über die Vergangenheit zu zweifeln. Ob man sie glaubt, ist natürlich wieder eine andere Frage.
  • Kommentar geschrieben am 11.1.2011

    Auferstanden von den Toten?

    Es gibt keinen sachlichen Grund, an der Auferstehung Christi zu zweifeln.
    Der Zweifel, dem wir uns regelmäßig ausgesetzt sehen ist durch die Erfahrung begründet, dass Tote im allgemeinen eben nicht auferstehen. Wenn man daraus aber folgert, Tote könnten nicht auferstehen, dann verfällt man einem logischen Fehlschluss: man schließt vom eigenen Weltbild auf die Realität. Wissenschaft geht aber genau anders herum: man betrachtet die Realität und bildet auf Grund der Beobachtung ein Weltbild.
    Nun ist die Auferstehung Christi aber ein historisches Ereignis. Historische Ereignisse lassen sich nicht wissenschaftlich untersuchen, da man sie nicht experimentell überprüfen kann. Folglich kann Wissenschaft über die Auferstehung keinerlei Aussagen treffen.
    Die Kritiker der Auferstehung sind, sofern sie sich auf Wissenschaft berufen, in der Regel des doppelten Standards schuldig. Denn einerseits behaupten sie, aus toter Materie könne spontan Leben entstehen, andererseits soll ein lebloser Körper, der dem Leben deutlich näher ist als tote Materie, nicht zum Leben erwachen können.
    Dabei behaupten wir ja noch nicht einmal, Christus wäre spontan zum Leben erwacht, sondern wir gehen von einem Eingreifen Gottes aus. Aber auch das entzieht sich dem Zugriff der Wissenschaft.
    Auch wird Paulus Argumentation, die im Artikel zitiert wird, von den Kritikern gerne missverstanden. Sie meinen Paulus sagt: es kann nicht sein, was nicht sein darf. Unsere Verkündigung darf nicht vergeblich sein, deswegen müssen wir glauben, Christus sei auferstanden. Das ist aber nicht, was Paulus hier sagen will. Stattdessen bringt er ein Argument für die Auferstehung, das man nur als Christ nachvollziehen kann: Wir haben das Zeugnis des Geistes, dass wir Gottes Kinder sind (Römer 8,16), dass wir Vergebung und ewiges Leben empfangen haben. Dass wir das haben, beweist uns, dass Christus auferstanden sein muss, denn sonst könnten wir das nicht haben.
    Ich muss dem Autor aber widersprechen, wenn er meint, man wäre kein richtiger Christ, wenn man nicht an die Auferstehung glaubt. Man ist genau dann ein richtiger Christ, wenn man Kind Gottes geworden ist, und dazu braucht man weder Dogmen noch Katechismus. Es genügt vollkommen, den Namen des Herrn anzurufen (Apostelgeschichte 2,21).
  • Kommentar geschrieben am 10.1.2011

    Der Geist ist aus der Flasche

    Der Artikel ist weder ausgewogen noch seriös. Er bemüht sich weder um Objektivität noch um eine faire Auseinandersetzung mit der Linken. Stattdessen versucht er einen Rufmord.
    In der Theorie der Debatte nennt man diese Strategie ein argumentum ad hominem. Dabei wird von der eigentlichen Debatte abgelenkt und der Gegner direkt angegriffen. Das ist letztendlich ein Versuch, die Debatte zu manipulieren.
    Die ad-hominem-Attacke des Autors ist darüber hinaus ausgesprochen befangen (im juristischen Sinne): er pflegt offensichtlich ein Feindbild, pickt sich die Fakten und Zitate heraus, die es bestätigen, und fällt sein Urteil. Er verletzt damit den fundamentalen Grundsatz audiatur et altera pars - auch die Gegenseite muss gehört werden. Er rechtfertigt das mit den Argumenten der Hexenjagd: die Linke versuche uns zu täuschen, deswegen dürfe man ihrer Selbstdarstellung keinen Glauben schenken.
    Ich nehme es der Linken ab, dass sie mehrheitlich nicht zum stalinistischen Staatsterror zurück will. Ihr das zu unterstellen ist nicht gerechtfertigt, schon gar nicht aus dem gegebenen Anlass: Der Kommunismus ist - und war immer - ein utopisches Endziel der Ideologie. Kommunismus mit Stalinismus gleich zu setzen ist ein argumentum ambiguum (womit man die Mehrdeutigkeit von Begriffen ausschlachtet) - und ein weiterer Versuch, die Debatte zu manipulieren.
    Folglich ist der Artikel kein Journalismus, sondern Propaganda.
    Was die Linke angeht, so sympathisiere ich durchaus mit ihrer Kritik am Status Quo: Öffnen der Arm-Reich-Schere, Umverteilung von unten nach oben, de-facto Versklavung von Menschen durch die Hartz-Gesetze. Ob ihre Antworten aber in der Lage sind, die Probleme zu lösen, steht auf einem anderen Blatt. Das muss jedoch sachlich diskutiert werden.
  • Kommentar geschrieben am 5.1.2011

    Computerspiele und Amokläufer

    "Mehr als alles, was man sonst bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens." (Sprüche 4,23)
    Ich denke, dass jeder für sich selbst Verantwortung trägt dafür, was er in seine Gedankenwelt reinlässt. Die Bibel lehrt:
    "Werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes" (Römer 12,2)
    Das zeigt, dass unsere Gedankenwelt das Kern des Problems und dessen Lösung sind. Worum sich also unsere Gedanken drehen, das beeinflusst unseren Charakter und unser Handeln.
    Die Bibel verspricht uns Heil und Wohlergehen dafür, dass wir unser Denken von Gottes Wort prägen lassen (Psalm 1). Sie verspricht, dass wir den Charakter Christi annehmen, wenn wir ihn anschauen (2. Kor 3,18).
    Was die Killerspiele und die Splatterfilme betrifft, so sehe ich in ihnen eine Saat des Bösen, die aufgeht, wenn sie auf geeigneten Boden fällt. Sie sind sicher nicht die Ursache für die Amokläufe, aber sie tragen wesentlich dazu bei, indem sie die Gedanken des Amokläufers nähren.
  • Kommentar geschrieben am 2.1.2011

    Was ist eigentlich Liebe?

    Danke, SimonJahn, für Deine Hinweise. Ich habe mich tatsächlich missverständlich und unsauber ausgedrückt.
    Es geht hier nicht um den objektiven Wert von Menschen, sondern es geht darum, welchen Wert ein Mensch für mich hat, und wie wertvoll ich mich als Mensch fühle. Und das lässt sich durchaus in den fünf genannten Währungen messen.
    Es ist leicht gesagt, dass man jemanden liebt, aber ob das wahr ist, das sieht man erst am Verhalten. Wenn ich mir für einen Menschen - oder für Gott - keine Zeit nehme (Quality Time), ihm meine Hilfe verweigere (Acts of Service), schlecht über ihn rede (Words of Affirmation), dann ist es schon fraglich, ob ich diesen Menschen - oder Gott - tatsächlich liebe.
    Des weiteren ist es eine wichtige Erkenntnis, dass sich die Liebessprachen der Menschen unterscheiden. So kann es durchaus sein, dass man sich gegenseitig aufrichtig liebt und das auch durch sein Verhalten zeigt, der andere sich aber dennoch nicht geliebt fühlt, weil er eben nicht die Signale bekommt, die er versteht.
    Und wie oft kommt es vor, dass wir uns von Gott nicht geliebt fühlen? Das mag durchaus auch daran liegen, dass wir seine Signale übersehen, weil wir andere erwarten.
  • Beitrag geschrieben am 21.12.2010

    Was ist eigentlich Liebe?

    Die Liebe ist das entscheidende Kriterium für Wahrheit. Nach Aussage der Bibel löst die Erkenntnis der Wahrheit in uns Liebe aus. Daraus folgt unmittelbar die Frage: Was genau ist eigentlich Liebe? Beitrag lesen
  • Beitrag geschrieben am 17.12.2010

    Die Epistemologie der Bibel

    Epistemologie ist das Fremdwort für Erkenntnistheorie. Erkenntnistheorie befasst sich mit der Frage ob es eine objektive Wahrheit gibt und falls ja, wie man sie denn erkennen kann. Beitrag lesen
  • Kommentar geschrieben am 29.11.2010

    Grundeinkommen – Pro und Contra

    Es gibt sehr verschiedene Modelle zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) mit verschiedenen Zielsetzungen. Das geht in diesem Artikel vollkommen unter.

    Es gibt dabei im wesentlichen zwei Strömungen. Die eine Strömung ist für eine Aufgabe des Leistungsprinzips und plädiert für ein hohes BGE. Die andere ist für eine Beibehaltung des Leistungsprinzips und plädiert für ein eher geringes BGE.

    Die Aufgabe des Leistungsprinzips halte ich für ein unkalkulierbares Risiko. Die Befürworter argumentieren, dass Menschen arbeiten sollen, weil sie es wollen, nicht, weil sie es müssen. So würden dann beliebte Tätigkeiten, die viele tun wollen geringer bezahlt als unbeliebte Tätigkeiten, die keiner tun will. Ein hohes BGE gäbe jedem den Freiraum, auch Dinge zu tun, die gesellschaftlich wertvoll sind, aber im vorherrschenden System nicht bezahlt werden, wie z.B. in der Pflege, wo für die Betreuung Pflegebedürftiger immer weniger Zeit bleibt.
    Dennoch verführt ein hohes BGE natürlich zu Bequemlichkeit und Faulheit. Wenn weniger gearbeitet wird, dann werden weniger Waren und Dienstleistungen angeboten. Wenn aber das Angebot sinkt, dann steigen die Preise, so dass die Kaufkraft eines hohen BGE wohl recht schnell sinken würde, und man doch wieder für seinen Lebensunterhalt arbeiten müsste.

    Die andere Strömung, der ich anhänge, hat vor allem Kostenersparnis zum Ziel. Wenn jeder ein BGE in der Höhe des ALG II hätte, dann würde sich die Prüfung der Bedürftigkeit und der damit verbundene Verwaltungsaufwand erübrigen. Keiner müsste auf einen BGE-Empfänger neidisch sein, denn man ist ja selber einer. Keiner müsste sich wegen des BGEs schämen, oder vor Behörden zum Bittsteller werden. Durch das BGE ließen sich solche Sozialleistungen wie Wohngeld, Kindergeld, Elterngeld, ALG II, BaFöG, und unter Umständen sogar Rente und Arbeitslosengeld ersetzen. Durch das BGE ließe sich eine Gesundheitsprämie sozial verträglich einführen, man könnte damit Kindergartenbeiträge, Schulgeld und Studiengebühren abdecken, alles Bereiche, wo es zwar Nachfrage gibt, der es aber an Kaufkraft fehlt und die deshalb am Tropf des Staates hängen, der selber kaum Geld hat.

    Womit wir dann bei der Finanzierung wären. Da gefällt mir das "Ulmer Modell" am besten: Ein Steuersatz und ein BGE für alle. Dadurch wird das BGE von allen denen finanziert, die ein Erwerbseinkommen haben. Dabei motivieren zwei Umstände dazu, arbeiten zu gehen: die geringe Höhe des BGE, und der Umstand, dass es nicht auf Erwerbseinkommen angerechnet wird, d.h., jeder Euro, den man verdient, erhöht das eigene Einkommen. Das motiviert stärker als die bisherigen Instrumente, die eigene Leistung eher bestrafen.

    Fazit: Anders als im Artikel dargestellt bedeutet ein BGE nicht notwendigerweise eine Aufgabe des Leistungsprinzips. Das hängt von dem Modell ab, dem man anhängt.