Ziellos in der Medienlandschaft

Funk und Fernsehen, Tageszeitungen und Magazine, Blogs und Twitter: Schneller kam man an aktuelle Nachrichten wohl zu keiner Zeit. Laut einer aktuellen Umfrage des Allensbach-Instituts sind jedoch 40 % der Deutschen vom gegenwärtigen Medienangebot eher verwirrt als informiert. Wie findet man im großen Mediengewirr heute noch die relevanten Informationen?
  • Orientierungslos? Foto: Pixelio/Paul Marx

 

Heutzutage kann man rund um die Uhr über alle möglichen Ereignisse an jedem Ort dieser Welt informiert sein. Und doch schafft das keine Zufriedenheit. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein, in Anbetracht der Zahlen einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Darin geben 40% der über 1800 Befragten an, sich in dem Medien-Dschungel nur schwerlich zurechtzufinden. Das Überangebot führt zu Orientierungslosigkeit und Überforderung. 50% der Befragten behalten jedoch den Überblick. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar zwei Drittel, die das vielfältige Angebot von Print und Online, TV und Radio begrüßen.

Auch Jüngere sind überfordert

Dass diese Informationsflut bis zur Überforderung reichen kann, wissen von der älteren Generation 51%. Aber auch bei den Jüngeren erklären das fast ein Drittel. Es ist also kein Phänomen, das bei über 60-Jährigen auftritt. Die Frage nach der Qualität einer Nachricht, nach dem Wahrheitsgehalt, der Rechtmäßigkeit und der Relevanz ist allgegenwärtig. Jeder will informiert sein, aber nicht über alles und jeden, sondern über das Wichtigste.

Die richtigen Informationen finden

Aber was ist das Wichtigste? Die gegenwärtige Situation im Nahen Osten? Die neusten Entscheidungen in der Steuerpolitik? Die Lottozahlen von gestern? Das Wetter für morgen? Oder doch die Fußballergebnisse vom vergangenen Wochenende? Diese werden für einen 16-Jährigen Berufsschüler aber eher von Interesse sein als eine Hausfrau mittleren Alters. Eine vielfältige Gesellschaft bedarf eben vielfältiger Informationen und Medien. Der enorme Überschuss daran ist wohl kaum zu verhindern.

Es stellt sich somit die Frage nach einer Art Fahrplan für die weite Medienlandschaft. Man nehme an, das Ziel (die gewünschte Information) und das Fahrzeug (das Medium) sind frei wählbar. Um hindernisfrei anzukommen, kann man einige Orientierungshilfen verwenden:

1. Der kürzere Weg ist nicht immer der bessere

„In der Kürze liegt die Würze.“ ist zwar ein kluger Satz und auch unbedingt zu beachten um das Wichtigste einer Nachricht zu präsentieren. Dennoch ist es oft schwierig einen komplexen Zusammenhang oder einen umfangreichen Hintergrund zu einer Information, in wenigen Sätzen darzustellen. Entscheidende Details werden darin oft vernachlässigt. Darum lohnt es sich in den meisten Fällen, die längeren Zeitungsartikel, sei es gedruckt oder online, zu lesen und einen umfangreicheren Fernsehbeitrag oder gar eine ganze Dokumentation zu schauen.

2. Umwege lohnen sich

Soll heißen, dass man zu einer aktuellen Nachricht  nicht nur einen Fernsehbeitrag sieht, sondern mehrere - zu verschiedenen Uhrzeiten, auf verschiedenen Sendern. Je mehr Zeit nach einem Ereignis vergeht, desto mehr Zeit haben auch die Medien, Hintergrundinformationen und Details zu recherchieren. Gestellte Thesen und Behauptungen können mit sicheren Quellen bestätigt oder eben widerlegt werden.

3. Ab und an das Verkehrsmittel wechseln

Wenn man nicht immer mit dem Auto zur Arbeit fährt, sondern auch mal mit dem Fahrrad, kann man ganz neue Wege und Gegenden entdecken. Ungefähr so ist es auch mit den Medien.  Man könnte statt der regionalen Tageszeitung auch mal eine Wochenzeitung lesen, statt den Tagesthemen das heute-journal schauen, den Radiosender wechseln oder Nachrichten auf verschiedenen Internetseiten lesen. Es hilft nicht nur ein Medium zu verwenden, denn was zum Beispiel ein Artikel nur beschreiben kann, macht ein Fernsehbeitrag sichtbar.

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