WM hautnah: Junge Christen in Südafrika
Das WM-Fieber hat uns gepackt. Spätestens nach dem Traumstart des deutschen Teams (4:0 gegen Australien) sind die Grundlagen für ein zweites „Sommermärchen“ gelegt. Und auch vor Ort ist die Fußballbegeisterung groß. Aus Südafrika berichten für uns Ramona und Lisa, die derzeit mit christlichen Organisationen dort unterwegs sind.
Helfen und entspannen in Südafrika
Die 27-jährige Ramona aus Berlin hat gerade das Erste Theologische Examen abgeschlossen und wollte die Zeit bis zu ihrem Vikariat „sinnvoll nutzen und gleichzeitig ein wenig entspannen“. Durch einen Freund landete sie schließlich mit „Jugend mit einer Mission“ in Muizenberg bei Kapstadt.
„Ganz Südafrika ist im Fußballfieber. Und das, obwohl hier viele kaum die Regeln kennen. Am Eröffnungstag der WM wurde ich bereits um sieben Uhr vom Getute der allgegenwärtigen Vuvuzelas geweckt. Den ganzen Tag über fuhren Autos mit südafrikanischen Flaggen an den Fensterscheiben hupend durch die Straßen.
Fußball vereinigt Land der Gegensätze
Das Eröffnungsspiel war ein echtes Erlebnis. Ich habe es mit Leuten aus vielen verschiedenen Nationen in der Zentrale von „Jugend mit einer Mission“ in Muizenberg gesehen. Beim kleinsten Erfolg der südafrikanischen Mannschaft oder Misserfolg der Mexikaner wurde begeistert geschrien, aufgesprungen und angefeuert. Als in der 55. Minute das zwischenzeitliche Führungstor für Südafrika fiel war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Alle sprangen über die Tische einander in die Arme. Man sagt, dass „Bafana Bafana“ – wie hier die Nationalmannschaft genannt wird – alle Südafrikaner in diesem Land der Gegensätze wirklich zusammenbringt.
Ich habe den Eindruck, dass es dieser gebeutelten Nation wirklich gut tut, ein weltweit so beachtetes Ereignis ausrichten zu dürfen. Zu hoffen ist, dass das Gemeinschaftsgefühl und die Verbesserungen, die im Zuge der WM-Vorbereitung erreicht wurden, nicht nur vorübergehend oder oberflächlich sind, sondern den Beginn von dauerhaften Veränderungen im Land darstellen.“
Spaß und Botschaft für Jugendliche
Lisa aus Erlangen macht derzeit ein 6-monatiges Volontariat bei „Jugend für Christus“. Die 20-Jährige arbeitet in einem Township, wo sie nach der Schule Essen an Kinder und Großmütter austeilen. Die Organisation veranstaltet außerdem Kinder- und Jugendprogramme, in denen Spaß und Botschaft vereint werden.
Viele Verbesserungen
Lisa berichtet: „In Durban, hat sich seit Januar einiges verändert. Erst mal fing es damit an, dass alle Straßen ausgebessert wurden (das ist allerdings immer noch nicht fertig), dann kam mehr und mehr das Flaggenfieber und inzwischen sind die Straßen sauber, Polizei steht überall zum Überwachen und neue Bäume wurden gepflanzt.
Die Stimmung ist einfach super, vor allem wenn Bafana Bafana spielt. Natürlich sind alle Leute halb ausgerastet als im Eröffnungsspiel das erste Tor für Südafrika fiel - was für ein Start für die WM 2010! Die Südafrikaner sind extrem im Fußballfieber momentan, auch wenn hier normalerweise eher Rugby und Cricket von Interesse sind. Angestellte bekommen teilweise sogar frei um die Spiele anzusehen und die Schulen haben extra Ferien.
Die Kehrseite der WM
Allerdings gibt es auch die andere Seite der WM: Es gibt viele Diskussionen über Menschenhandel und in den Townships, in denen ich arbeite, werden schon Kinder vermisst. Angeblich fahren auch bestimmte Autos durch die ärmeren Gegenden, die damit zusammenhängen. Wir versuchen so gut wie möglich alle Leute darüber aufzuklären und vor allem den Straßenkindern zu sagen, dass sie mit niemandem mitgehen dürfen.“
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