Wie schaffe ich meine Prüfungen?

Fürchtest Du Dich vor Prüfungen? Dann geht es Dir wie vielen anderen. Doch Du bist Deinen Ängsten nicht hilflos ausgeliefert – man kann sich ihnen bewusst stellen! Diplom-Psychologin Christine Rombouts (29) verrät, wie das geht.
  • Foto: istockphoto

 

Prüfungen gehören zum Leben – und auch die damit verbundene Angst davor. Deshalb gilt es zunächst, die Angst nicht als Feind, sondern als hilfreiches Signal zu verstehen. Angst rüttelt uns auf: „Achtung, da kommt etwas auf dich zu!“ Wir können entweder vor diesem „etwas“ davonlaufen, indem wir die Gedanken an die Prüfung verdrängen. Doch das wird weder etwas an der bevorstehenden Prüfung noch an unserer Angst ändern – denn die zu bewältigende Aufgabe bleibt diffus. Wir können uns aber auch der Herausforderung stellen und uns gut auf die Prüfung vorbereiten. Dadurch wird die Aufgabe greif- und lösbar – und die Angst lässt nach.

Anders als üblich vorbereiten

Zuerst solltest Du klären: Welchen Umfang hat der Lernstoff? Wo liegen die Schwerpunkte, was kommt nur sehr unwahrscheinlich dran? Hat der Prüfer Lieblingsthemen? Antworten auf diese Fragen erhältst Du am besten, wenn Du die Vorlesung bzw. den Unterricht des Prüfers besuchst. Befrage auch frühere Prüflinge und schau Dir die Prüfungsaufgaben der Vorjahre an. Hast Du diese Fragen geklärt, kannst Du besser planen, was alles zu tun ist und wie viel Zeit Du dafür einrechnen musst.

5 Tipps fürs Lernen

1. Versuche bei komplexen Zusammenhängen zuerst einen Überblick zu gewinnen.
2. Nutze visuelle Hilfen wie Dia­gramme, Bilder oder Farben, um den Text zu erfassen.
3. Lerne reine Fakten wie Vokabeln oder Formeln mit Karteikarten­system.
4. Sprich den Lernstoff laut aus, das hilft, ihn sich besser einzuprägen.
5. Mach Dir eine Zusammenfassung, dann wird das eigentliche „Pauken“ nicht mehr so schlimm.

Entscheidend ist nicht in ers­ter Linie, wie Du lernst, sondern dass Du Dir den Stoff zu eigen machst!

Pausen nicht vergessen!

Unser Gehirn braucht aber auch Zeit, um das Gelernte zu verarbeiten und zu verankern. Lernpsychologisch empfiehlt es sich, viele kurze Pausen zu machen – und wenn es nur der Gang zum Briefkasten ist. Aber auch größere Pausen sind notwendig. Unser Gehirn ist nicht den ganzen Tag aufnahmefähig. In meiner Prüfungszeit bin ich jeden Mittag eine halbe Stunde im Wald spazieren gegangen. Und nicht selten überraschten mich gerade da kreative Ideen für die Prüfung. Auch habe ich in meinen Prüfungszeiten den freien Sonntag besonders schätzen gelernt. Es tut unglaublich gut, einen ganzen Tag nicht an die Prüfung denken zu müssen!

Wichtig ist außerdem, dass Du auch während der Lernzeit in Kontakt mit anderen bleibst! Gerade in Belastungsphasen brauchen wir Menschen, die uns unterstützen und auf andere Gedanken bringen. Und nicht zu vergessen: die Zeiten mit Gott. Er ist unser größter Unterstützer. Plane also unbedingt Zeiten für Freunde, Sport, Gemeinde und Gebet ein.

Routine macht sicher

Neben guter Vorbereitung gibt es noch ein weiteres wichtiges Mittel gegen die Angst: Routine. Je geübter Du in Prüfungssituationen bist, umso sicherer wirst Du. Nutze also Gelegenheiten wie Probeprüfungen oder Referate. Du kannst Dich auch von Freunden abfragen lassen und in Lerngruppen arbeiten. Oder simuliere die Prüfungssituation für Dich selbst und erzähle den Stoff laut dem imaginär anwesenden Prüfer.

Du bist trotzdem aufgeregt? Das ist normal, denn es ist und bleibt eine Prüfungssituation! Wenn Dich vor der Prüfung die Angst überfällt, mache Dir bewusst, was Du alles weißt und kannst. Gerade als Christ darfst Du zudem wissen, dass Deine Zukunft nicht von einer Prüfung abhängt, sondern in Gottes Hand liegt.

Am Prüfungstag: Nichts Neues mehr lernen

Versuche am Prüfungstag zu entspannen und nichts Neues mehr zu lernen. Iss etwas und sei mindestens 20 Minuten vor Beginn am Prüfungsort. Gib negativen Gedanken keinen Raum, sondern konzentriere Dich auf das Gelernte und: rede mit Gott. Und dann zeige, was Du kannst! Mehr liegt nicht in Deiner Hand.

Tipp für alle Studenten: „Campus für Christus“ bietet zu diesem Thema an vielen Hochschulen das Seminar „Erfolgreich studieren“ an. 

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