Wie machst du „Stille Zeit“?

Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport machen oder: Regelmäßiger in der Bibel lesen. Das sind einige der Vorsätze, die sich auch junge Christen immer wieder neu setzen. Doch gerade letzteres ? die regelmäßige Stille Zeit ? ist für doch viele eine große Herausforderung. Ich habe drei Christen gefragt, wie sie es mit der täglichen Bibellese halten und welche Tipps sie haben, um Gott im Alltag zu begegnen.
  • Foto: Pixelio/Oliver Haja

 

Stille Zeit zu zweit

Einmal die Woche treffe ich mich morgens mit einem Freund, um gemeinsam mit ihm in der Bibel zu lesen und zu beten. An den anderen Tagen mache ich meine Stille Zeit abends – wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme. Für mich dient diese Zeit dazu, den Blick von den eigenen Sorgen weg und hin zu Gott zu lenken. Für die Bibellese nutze ich – seitdem ich etwa zwölf Jahre alt bin – die „Lichtstrahlen“. Ich denke es ist wichtig, dass man solch einen Plan hat, um sich an einem Bibeltext über mehrere Tage entlang hangeln zu können. Wenn der Text einmal einem nichts sagt, sollte man aber nicht frustriert sein oder krampfhaft versuchen, irgendetwas für sich herauszulesen. Stattdessen sollte man in diesem Fall einen stärkeren Fokus auf das Gebet legen.
Wer gerade erst anfängt, regelmäßig in der Bibel zu lesen, sollte sich am Besten mit einem oder mehreren Freunden zusammentun. Denn gemeinsam ist man disziplinierter. Allerdings sollte man auch aufpassen, dass diese Zeit dann nicht zu sehr für das Gespräch untereinander genutzt wird, sondern man wirklich in der Bibel liest und gemeinsam betet. Zudem halte ich es für ratsam, sich feste Zeiten – entweder im Terminkalender oder zumindest im Kopf – für Gott freizuhalten. 15 bis 20 Minuten sollten da mindestens drin sein.
(Benjamin Wenzel, Bundesgeschäftsführer des Jugendverbandes „Entschieden für Christus“)

Ich mag den Begriff nicht …

„Stille Zeit“ ... Ehrlich gesagt: die Bezeichnung mochte ich noch nie. „Devotional“ sagen die Amerikaner. Das gefällt mir schon besser. Da steckt Hingabe drin. Und das ist es, was die so genannte „Stille Zeit“ für mich bedeutet: Ein Mich-Öffnen für Gott, ein Mich-Gott-Zuwenden. Und dann immer wieder das Staunen und die Freude darüber, dass Gott sich mir zuwendet.
Das hat in meinem Leben momentan wenig mit festen Regeln und immer gleichen Abläufen zu tun. Es gab eine Zeit, da habe ich mir jeden Morgen eine Stunde genommen zum Bibellesen und Beten. Aktuell liegt es mir näher, Gott in all dem zu suchen und zu erspüren, was mich umgibt: In Gesprächen und Begegnungen, in Sonnenaufgängen und Meeresrauschen, in Literatur und Musik, oder – mein zehntägiges Experiment Ende Januar – im Kloster. Davon lasse ich mich inspirieren. Das öffnet mir die Augen für meinen Vater im Himmel und für das, was Er mir sagen will. Aber im Mittelpunkt steht für mich immer die Beziehung zu Gott selbst, nicht das Erfüllen einer frommen Pflicht. Und manchmal werde ich bei diesen Begegnungen mit Gott ganz still. Manchmal aber auch nicht.
(Moderatorin Doro Wiebe )

Den Tag mit Gott beginnen

Meine Gewohnheit ist es, am Morgen – bevor ich aufstehe – etwa 15 Minuten Stille Zeit zu machen. Ich überlege mir, was dieser Tag bringen wird. Dabei genieße ich es, meine Gedanken Gott hinzulegen. Ich bete, dass Gott mich begleiten und beschützen möge. In dem Andachtsbuch, das ich derzeit lese, gehört zu jedem Tag ein Bibeltext. Ich schlage den Abschnitt nach und mache mir Gedanken zu den Fragen, welche im Buch aufgeführt sind. Falls ich keine Antwort finde, denke ich später am Tag nochmals darüber nach.
Ich habe mit der Stillen Zeit die Erfahrung gemacht, dass der Tag so ohne Stress beginnt und Gedanken an Probleme weniger Platz einnehmen. Für mich ist es ein Privileg, meinen Weg mit Gott zu gehen. Ich kann ihm Sorgen und Ängste abgeben und somit gelassen in den Tag starten. Es lohnt sich für mich, den Tag mit Gott zu beginnen, auch wenn die Stille Zeit nicht lange dauert.
Um Abwechslung in den Ablauf der Stillen Zeit zu bringen, kann man beispielsweise ein Lied hören, nur beten oder seine Gedanken über eine Bibelstelle aufschreiben. Es scheint mir wichtig, dass das Ganze nicht zur Routine wird, sondern dass man Gott wirklich anbeten möchte. Antriebe für mich sind Erinnerungen an Situationen, in denen mir Gott geholfen hat. Zudem fällt es mir leichter, diszipliniert Tag für Tag in der Bibel zu lesen, wenn ich die Stille Zeit fest in meinen Tagesablauf plane.
(Bankkauffrau Jolanda Gentsch)

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2 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 2.  
    schrieb am 02.06.2009 12:26

    ich hab versucht mir einen festen zeitpunkt auszusuchen und dann meine stille Zeit zu machen fand es aber sehr schwer und mach zur zeit eine pause weil ich nen praktikum mache

  • 1.  
    schrieb am 19.03.2009 20:06

    Eine Sache möchte ich noch hinzufügen: Das ist der Gebrauch von Bibelleseanleitungen. Wenn man solche Sachen braucht, zeugt das eigentlich davon, das ich die (meine) Bibel nicht verstehe. Ich denke es ist wichtig eine verständliche Bibel zu haben, die das Vokabular braucht das du und ich Heute sprechen. Dann braucht man nicht unbedingt eine Anleitung zum Bibellesen.

    "Warum aus einem Krug Wasser trinken, wenn man doch von der Quelle selber trinken kann."

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