Wenn der Druck zu groß wird
„Noch zwei Wochen bis zur Prüfung. Mist, immer noch nicht angefangen zu lernen. Irgendwie kann ich jetzt noch gar nicht anfangen. Ich habe gar keine Lust mich jetzt auf den Test zu konzentrieren. Leistungsdruck hat sich unbemerkt in meinem Leben ausgebreitet und raubt mir nun den Drive, den ich gerade jetzt so nötig habe. Das ist nicht das erste mal. Ich habe schon so oft versucht die Leistung trotz des Drucks aufrecht zu erhalten. Aber nichts hat bisher geholfen!“
Leistungsdruck führt in unserer Gesellschaft zur Vereinsamung, sagt Margot Käßman. Der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm meint, dass Leistungsdruck, der in Angst mündet, keine Motivation sein kann. Find‘ ich auch. Mit Einsamkeit und einer kleinen Portion Angst bestückt gehen allerdings die meisten von uns einer Prüfung entgegen.
Einsamkeit + Angst + Leistungsdruck = Burn-Out
Und genau diese Faktoren bewirken dann, dass wir nicht mehr voll leistungsfähig sind. Ein Burn-Out kann bei zu hoher Belastung schnell die Folge sein. Nach Aussage von Prof. Frank Schneider, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), sind Menschen ohne ein soziales Netz besonders anfällig dafür. Also brauche ich erst mal Freunde. Check, O.K. die hab ich.
Wohin mit der Angst?
Dann muss ich noch die Sache mit der Angst in den Griff bekommen. Mal sehen was die Bibel zu diesem Thema zu sagen hat. Bibleserver.com erzielt zu „Angst“ 76 Treffer. Da steht beispielsweise in 5. Mose 26,7 wie die Israeliten in der Zeit der Sklaverei in Ägypten zu Gott geschrien haben, worauf hin Gott sie aus Elend, Angst und Not befreite. Gott kann also von Angst frei machen.
Leistungsdruck komplett abschütteln?
Statt Einsamkeit habe ich nun ein soziales Netz, also echte - und nicht Facebook - Freunde. Und meine Angst habe ich Gott im Gebet abgegeben. Trotzdem ist der Leistungsdruck noch da. Vermutlich werde ich ihn nie ganz aufheben können. Deshalb habe ich mir einen „Notfallplan“ zusammengestellt:
1. Zeit einteilen
Wenn ich morgen eine Arbeit schreibe und einfach aufgrund des Drucks nicht dafür gemacht habe, dann wird die übrige Zeit eingeteilt und das Nötigste gelernt. Während dem Studium habe ich gemerkt, dass manche Kommilitonen sich mehrere Stunden Zeit nehmen, um den Lernstoff einzuteilen. Es lohnt sich also, wenn man seine Herausforderungen gut aufteilt.
2. Nein sagen
Als ich diesen Tipp zum ersten mal las – es war vor einigen Jahren in einem Buch über Jugendarbeit - dachte ich mir: „Das ist ja einfach!“. Aber Pustekuchen. Seit Jahren arbeite ich nun daran und bin immer noch nicht fertig damit, mir ein produktives „Nein“ anzutrainieren. Meistens sind es diese unscheinbaren „könntest-du-dies-noch-gerade-erledigen-Sachen“ oder andere Kleinigkeiten, die uns Zeit rauben. Hier gilt aber das Motto: „Weniger ist mehr!“. Wenn es gelingt, sich auf wenige Hauptsachen zu beschränken, ist der Nutzen am Ende deutlich größer.
3. Spannung aushalten
Leistung braucht Kraft, die über einen längeren Zeitraum vorhanden ist. Beim Joggen erlebe ich oft, dass ich meinen „inneren Schweinehund“ überwinden muss. Diese Fähigkeit ist unbezahlbar. In einer Zeit von Fastfood, Instant-Nudeln und zahllosen „Video on demand“ Angeboten gehört dieser Punkt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit.
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