Wie Facebook Beziehungen beeinflusst
Eine Milliarde Menschen tummeln sich beim Internet-Netzwerk Facebook. Vor allem Jugendliche nutzen das Angebot, um sich täglich – am besten rund um die Uhr – mitzuteilen. Doch in den vielen Online-Beiträgen geht es nicht nur um Gemütszustände und Kommentare zum eigenen Leben, sondern zunehmend auch um Liebesbeziehungen. Über Angaben zum Beziehungsstatus, Fotos und Pinnwandeinträge machen junge Menschen ihr Liebesleben für ihre vielen „Freunde“ öffentlich.
Wenn junge Leute verliebt sind, zeigen sie das gerne der ganzen Welt. Die „ganze Welt“ hat in Zeiten von Facebook jedoch eine völlig neue Dimension erreicht. Es sind nicht mehr nur die Freunde auf dem Schulhof und im Jugendkreis, die das turtelnde Pärchen sehen können. Bei Facebook sind es neben den eigenen „Freunden“ auch Freunde von Freunden, die man selber gar nicht kennt.
Vom neuen Liebesglück des jungen Paares erfahren meist zu allererst die Facebook-Bekanntschaften. Und das sind laut einer Statistik bei 50 % der Nutzer immerhin mehr als 100 Personen. Dann aktualisieren die Verliebten den Beziehungsstatus von „Single“ zu „In einer Beziehung mit ...“ Und dann wird gepostet, was das Zeug hält. Gerade junge Menschen teilen völlig unbedacht Fotos von sich und ihrem „Schatzi“, hinterlassen Herzchen auf der Pinnwand des Partners und warten, dass ihre Freunde auf „Gefällt mir“ klicken. Minuten später treffen die ersten Kommentare ein, denn viele Jugendliche sind mit ihren Mobiltelefonen ständig im Internet unterwegs. Wer mehr Reaktionen bekommt, erscheint einfach als beliebter.
Facebook enthemmt
Die interaktive „Liebeswelt“ verdreht gerade bei 13- bis 18-Jährigen – die 17 % der Facebook-Mitglieder ausmachen – die Realität. „Schatziiii, ich liebe dich soooo sehr!“, ist nach einem Monat Liebesglück leichter und schneller geschrieben als gesagt. Der Kontakt mit dem anderen Geschlecht ist online enorm enthemmt. Da „entschließen“ sich schon 14-Jährige, dass sie bis zum Tod mit ihrem Partner zusammen sein wollen – und geben intime Details bekannt: „Ich weiß, ich hab es dir schon persönlich gesagt, denn du hast ja bei mir geschlafen: Wow, du bist so besonders!“
Größerer Trennungsschmerz
Doch wie groß die Beteuerungen auch sein mögen, hin und wieder kommt es doch zu einem Ende der „großen Liebe“. Dann wird der Beziehungsstatus wieder geändert, Fotos und Verlinkungen entfernt, denn in den vergangenen Monaten hatte man schließlich auf Facebook alles geteilt und mitgeteilt. Mitunter wird die Freundschaft blockiert, sodass man keine Mitteilungen über das Leben des jeweils anderen mehr bekommt. Doch Facebook konfrontiert einen trotz aller getroffenen Maßnahmen immer wieder mit dem Ex-Partner: Gemeinsame Freunde kommentieren Meldungen oder sogenannte „Lebensereignisse“. Sogar bei Beendigung der Freundschaft wird einem der, den man eigentlich gerne aus dem Kopf bekommen möchte, immer wieder als möglicher Freund vorgeschlagen.
Eine Studie der Universität von Western Ontario (Kanada) hat ergeben, dass die Nutzung von Facebook und das Niveau des Trennungsschmerzes stark voneinander abhängig sind: Je intensiver die Plattform besucht wird, desto größer ist der Kummer. Nicht kommt das davon, dass man das Profil des Verflossenen immer wieder einsehen, aber auch ihn und vermeintliche neue Partner regelrecht zu „stalken“ (belästigen) kann. 88 % der Befragten schnüffeln tatsächlich so dem anderen hinterher und 52 % werden dabei auf Fotos und Meldungen des Ex-Partners eifersüchtig. Doch auch in eine bestehende Beziehung kann Facebook Eifersucht und Misstrauen bringen. Der Kontakt zu einem früheren Partner, der durch die Internetplattform leicht zustande kommt, kann eine Beziehung schnell und oft unbegründet belasten oder gar beenden.
Wie geht man also mit der Liebe auf Facebook um?
Den richtigen Umgang mit dem Thema Liebe auf Facebook zu finden ist schwer. Die Möglichkeiten sich mitzuteilen, andere zu belästigen oder sich provozieren zu lassen, sind schier unendlich. Da sind Wille und Standhaftigkeit gefragt. Gebe ich der Versuchung nach oder mache ich mein Leben einfacher, indem ich auf die Online-Variante meiner Beziehung verzichte? Auch bei Facebook ist keiner gezwungen, alles zu teilen und alles zu durchforsten.
Kommentare Bisher wurden 2 Kommentare geschrieben
2 Kommentare wurden bereits abgegeben
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2.schrieb am 17.03.2013 01:58
Hmmm, wer einen christlichen Partner sucht, ist herzlich eingeladen auch mal bei www.Christ-sucht-Christ.de vorbeizuschauen
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1.schrieb am 27.10.2012 12:43
1.
Ich möchte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass Pastoren, Diakone, Gemeindeleiter, Eltern, ... hier beratend arbeiten müssen. Oft höre ich von Eltern Äußerungen wie: "Internet, dafür bin ich zu alt." Wenn ich bei "älteren" Geschwister in der Gemeinde nach der biblischen "Internetverantwortung" in der Erziehung für ihre Kinder und Enkel nachfrage - dann werde ich nachdenklich. Hört die Erziehungsverantwortung beim Internet auf?
2.
Alle Jugendlichen, die Ihr in sozialen Netzen digital unterwegs seid, achtet bitte auf folgenden Hinweis:
In den sozialen Netzen kann man nur schwache Beziehungen aufbauen. Starke Beziehungen finden wir in der Gemeinde, Familie, Jugendkreis, Jugendfreizeit ...
Meine Erkenntnis: Facebook ist gut für Kontakte, nicht für den Bereich der Liebe.
3.
Postet in Facebook nur das, was wirklich öffentlich sein soll. Nie persönliche Informationen oder Gefühle.
Von mir darf jeder wissen, dass ich Christ bin und die missionarische Arbeit im Internet betreibe. Aber persönliche Informationen möchte ich nicht weitergeben.
Wenn Sie möchten, dann sehen Sie sich einmal den Beginn der Arbeit www.mission-im-netz.de an.
Günter Schulz


