Wenn Gott meine Träume nicht erfüllt

Rausgehen, etwas von der Welt sehen, andere Menschen und Kulturen kennenlernen: Das ist mein Element. Und dennoch sitze ich noch immer in dem Dorf fest in dem ich aufgewachsen bin und wohne zudem noch bei meinen Eltern, weil Gott mir gesagt hat „Bleib in deinem Ort“. Darf Gott das überhaupt? Einfach meine Pläne durchkreuzen?
  • Foto: Flickr/imagine what i'd be like to touch the sky

 

Nachdem ich mein Abitur und meine Ausbildung zur Erzieherin abgeschlossen hatte, war für mich klar, dass ich die Chance nutze, um ins Ausland zu gehen. Also habe ich begonnen, Kontakte zu knüpfen und den Auslandsaufenthalt zu planen. Immerhin hatte ich keine weiteren Verpflichtungen hier in Deutschland. Und wenn ich jetzt nicht gehen würde, käme ich nie hier weg. Unter dem Deckmantel der Geistlichkeit habe ich Gott durchaus mal gefragt, wohin er mich in die Welt schicken möchte. Doch in Deutschland zu bleiben kam nicht in Frage. Also plante ich fröhlich weiter und hatte mich schließlich für Paraguay entschieden.

Jesus gefragt

Viele Bekannte redeten mir gut zu und meinten ich solle die Chance unbedingt nutzen, jetzt wo ich noch so jung und frei wäre. Und doch gab es auch den Einen oder Anderen, der mich darauf aufmerksam machte, dass mit Jesus leben auch bedeutet danach zu fragen, ob ich überhaupt weg gehen soll. Nachdem ich solche Hinweise einige Male ignoriert hatte, fing ich dann doch an Jesus zu fragen, ob es denn auch sein Wunsch ist, dass ich nach Paraguay gehe oder ob er mich hier in Deutschland gebrauchen möchte.

Und was sagt Jesus?

Ich hatte die Sache nun tatsächlich ganz an Jesus abgegeben. Er sollte es entscheiden. Dummerweise war seine Entscheidung nicht das, was ich erwartet und erhofft hatte. Er sagte mir deutlich, dass ich eine Aufgabe in Deutschland habe. Und zwar nicht irgendwo, sondern ausgerechnet in meinem Dorf, in meiner Gemeinde. Der Ort aus dem ich endlich mal raus wollte.

Annehmen, was Jesus gibt

Trotzdem bin ich seiner Anweisung gefolgt, bin mittlerweile Teilangestellte in eben dieser Gemeinde und studiere Theologie. Zu Beginn fiel es mir schwer zu hören, wenn Menschen von ihren freiwilligen sozialen Jahren oder Au-Pair-Aufenthalten in anderen Ländern berichtet haben. Immerhin wollte ich genau das auch. Und wenn jemand davon schwärmt, wie toll sein Aufenthalt in Südamerika oder sonst wo war, ist es mir noch immer nicht ganz egal. Doch ich habe gelernt, dass der Vater im Himmel es immer gut mit seinen Kindern meint und deshalb kann ich annehmen, was er mir gibt, und auf das verzichten, was er momentan für unnötig hält.

Alles wird mir zum Besten dienen

Gott wird niemals all unsere Wünsche erfüllen. Das liegt aber nicht daran, dass er nicht wüsste, was gut für uns ist; vielmehr wissen wir all zu oft nicht, was gut für uns ist. In der Bibel steht: „Denn wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“ (Römer 8,28). Ich habe gelernt, dass alles, was ich in Übereinstimmung mit meinem himmlischen Vater entscheide, gut für mich ist. Auch wenn ich es nicht immer sofort als gut erkenne.

Gott hat einen Traum für mein Leben

Doch wenn ich weiß, dass der Vater es von Herzen gut mit mir meint, dann weiß ich auch, dass das, was ich habe, das Beste ist, was ich haben kann. Dann weiß ich, dass ich in keiner anderen Situation so wachsen würde, wie in der, in der ich gerade bin. Diese Gewissheit kann ich nur haben, wenn ich meine Träume tatsächlich ganz an den Schöpfer des Universums abgebe und darauf vertraue, dass er es gut meint.

Gott hat einen Traum für mein Leben. Und Gott hat einen Traum für dein Leben. Er ruft uns, uns darauf einzulassen, gemeinsam mit ihm den Traum zu leben und zu erfahren, wie gut es ist, zufrieden zu leben, weil wir alles haben, was wir brauchen. Wenn wir verstehen, dass der Vater es gut meint, dann fällt es uns nicht mehr schwer, seine Träume zu unseren Träumen zu machen. Doch zuerst sind wir herausgefordert wirklich zu glauben, dass uns „alle Dinge zum Besten dienen“.

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