Wenn der Freund kein Christ ist

Fast fünf Jahre sind Lisa (22) und Christian (23) schon eng befreundet. Nach so langer Zeit gibt es vieles, was die zwei miteinander verbindet. Doch zwischen den beiden gibt es einen entscheidenden Unterschied: Seit gut einem Jahr ist Lisa Christin. Christian ist auf den Glauben zwar neugierig, als Christ kann er sich aber (noch) nicht bezeichnen. Warum sie dennoch zu Christian hält, wie eine Partnerschaft von Christ und Nicht-Christ gelingen kann und was ihre Hoffnung für die gemeinsame Zukunft ist, erzählt Lisa hier.

Wenn sie über ihre Beziehung zu Christian spricht, merkt man Lisa deutlich an, wie sehr ihr Freund ihr am Herzen liegt. Immer wieder spricht sie von ihrer Hoffnung, dass auch er eines Tages Gott erfahren und Christ werden wird. Schon seit langem ist der Glaube ein Thema, über das sich die beiden immer wieder unterhalten. „Wir haben schon viel über den Glauben gesprochen, bevor ich Christ geworden bin, weil ich mich damit viel auseinandergesetzt habe. Er hat auch damals schon viele Fragen gestellt.“ Seit sie selbst glaubt, kann Lisa mit diesen Fragen ganz anders umgehen. „Seit ich Christ bin, erzähle ich ihm häufig am Telefon, was für Themen wir zum Beispiel im Hauskreis besprechen und was für Glaubensschritte ich mache. Ich versuche ihn daran teilhaben zu lassen“, sagt sie. „Er hat mir immer zugehört und ungefähr nachvollzogen, was für Schritte ich mache. Aber er hat sie nicht für sich selbst gemacht.“

Dass Christian so offen ist und sich auf Lisas geistliche Reise mitnehmen lässt, ist für sie ein wichtiges Zeichen, das Hoffnung macht. Nur deshalb sind die beiden nach wie vor ein Paar, daran lässt Lisa keinen Zweifel. „Hätte ich das nicht mit ihm teilen können, ihm davon erzählen können, dann wäre die Beziehung wohl schon beendet.“ Dafür ist ihr der Glaube an Gott einfach zu wichtig.

Kein Christ – aber wenigstens schon interessiert …

Zu Lisas Freude aber ist Christian interessiert, lässt sich zu Gottesdiensten und in den Hauskreis mitnehmen. Bei der Frage, wie die gemeinsame Zukunft aussehen kann und ob die beiden vielleicht sogar bald heiraten werden, antwortet sie dennoch zögerlich. „Ich will ihn nicht heiraten, wenn ihm die Hochzeit in der Kirche nichts bedeutet.“ Christian weiß das. Erst kürzlich haben sie wieder darüber gesprochen. Und es wird klar, dass diese Frage den vielleicht schwierigsten Punkt zwischen den beiden berührt. „Ich hab immer gedacht, dass ich warten will, bis er sich bekehrt und dass wir dann heiraten. Aber damit habe ich ihm wohl ganz schön Druck gemacht.“ Dass jedoch Druck niemals zu lebendigem Glauben führt, dessen ist sich Lisa bewusst. Sie weiß, wo ihre Grenzen liegen und dass letztlich nicht sie den Glauben in Christian wecken kann. „Ich glaube, dass Gott ihn selbst berühren muss. Und zwar nicht nur durch mich, sondern auch durch andere Christen.“

„Ich bete auch mit ihm“ – dem Nichtchristen

Ob die Situation eine Gelegenheit zur Mission ist? Vielleicht. Lisa bemüht sich jedenfalls aufrichtig. „Ich bete auch mit ihm. Ich hab’ letztens erst mit ihm am Telefon gebetet. Also, ich lebe meinen Glauben schon sehr offen.“ Dennoch würde sie heute anderen Christen raten, sich nicht neu auf eine Beziehung mit einem Nicht-Christen einzulassen. „Ich würde es eher nicht empfehlen, weil ich denke, dass es auf jeden Fall schwieriger ist und man einen sehr starken Glauben braucht.“

Lisa hat einen starken Glauben. Und weil sie Christian nicht verlieren und die Beziehung nicht aufgeben möchte, darum ist der Wunsch, dass doch auch Christian bald zu Gott finden möge, sehr stark. Den Gedanken, sich von ihm zu trennen, hatte Lisa nur sehr kurz zu Beginn ihres Christseins. „Ganz am Anfang habe ich überlegt, ob ich mich jetzt trennen muss. Da habe ich dann auch drüber gebetet. Damals habe ich dann aber 1. Korinther 7,12 gefunden“, erzählt sie. An dieser Stelle gibt die Bibel klare Anweisungen für den Umgang mit nicht-christlichen Partnern: „Wenn ein Christ eine ungläubige Frau hat, die weiterhin bei ihm bleiben will, soll er sich nicht von ihr trennen. Dasselbe gilt für eine Christin, die einen ungläubigen Mann hat: Wenn er bei ihr bleiben will, soll sie sich nicht von ihm trennen.“ (1. Kor. 7,12-13). Auch wenn die beiden noch nicht verheiratet sind, ist diese biblische Weisung für Lisa verbindlich. „Dadurch, dass wir schon so lange zusammen sind, will ich diese Bibelstelle jetzt so für mich annehmen und abwarten und als Licht vor ihm leben.“

... und wenn er kein Christ wird?

Es ist ein Leben zwischen Hoffnung, Gottvertrauen und der ungestillten Sehnsucht, das Wichtigste im Leben mit dem Partner teilen zu können. Das Schwierigste dabei ist, Geduld zu bewahren und auf Gottes Handeln zu warten, ohne den Partner zu bedrängen. Und obwohl sie fest auf Gott vertraut, rechnet Lisa doch auch mit der Möglichkeit, dass Christian niemals Christ wird. Auf die Frage, was in diesem Fall die Konsequenz sein würde, antwortet sie nur: „Ich weiß es nicht.“

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6 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 6.  
    schrieb am 13.11.2010 17:08

    Mein Mann und ich sind jetzt seit 3 Jahren verheiratet. ich habe ihn als "Nichtchristen" kennengelernt und auch als "Nichtchristen" geheiratet. Ich bin selber von ganzem Herzen Gottes Kind und wünsche mir seit dem Beginn unserer Beziehung, dass er es auch wird... Der Artikel ist super! Ich kann mir gut vorstellen, wie es Lisa geht... Der letzte Abschnitt sagt was ganz Entscheidendes: "Geduld haben, auf Gottes Handeln warten". Das ist unheimlich wichtig!! Man kann es kaum abwarten, dass sich der Partner endlich bekehrt und man gibt sein Bestes, um ihn womöglich selber zu "bekehren"...dabei kann das nur Gott allein! Er lässt harte Herzen weich werden. Er führt verirrte Seelen nach Hause! Was wir als Ehepartner bzw. Freund/in tun können ist Hoffen, Beten und versuchen ein Leben als Christ vorzuleben...

  • 5.  
    schrieb am 25.04.2009 23:12

    ... wow. wusste nicht, dass das in 1. kor. 7,12 so steht...!

    bedeutet das - wenn man schon in einer beziehung ist, und DANN einer christ wird, dann ist es ok..... oder heisst das auch, wenn einer christ ist, und der andre nicht, und man kommt DANN zusammen ist auch ok..?

  • 4.  
    schrieb am 13.12.2008 14:54

    den Freund annehmen wie er ist und nur die Liebe vermag den Menschen zu verändern. Wenn wir aufrichtig Lieben, dann sind wir auch in der Lage in der Beziehung und in der Freundschaft zu bleiben und nicht gleich auszusteigen. Die Liebe zueinander und füreinander lässt uns an einem gemeinsamen Weg (trotz unterschiede) festhalten und gehen, dass wir miteinander Leben und an den Menschen festhalten, der uns von Gott abvertraut wurde und ist. Jesus macht es uns vor, er liebte und gewann Menschen! Die Kraft der Liebe kann Menschen verändern.

  • 3.  
    schrieb am 10.05.2008 14:32

    So wie es aussieht, ist Christian am Glauben seiner Freundin schon interessiert, wenn er mit sich beten lässt. Ich meine, welcher Nichtchrist hätte sich nicht schon längst aus solch einer Beziehung verabschiedet, wo sich zwei gründsätzlich verschiedene Lebenseinstellungen gegenüber stehen, wobei man sich doch das Leben teilt. Wenn er also bereit ist, in der Beziehung zu bleiben, hält ihn doch eine gewisse Anziehungskraft- vielleicht eine erste Antwort auf Gottes Entgegenkommen?

  • 2.  
    schrieb am 09.05.2008 21:44

    Aber sich von einem Partner, den man liebt, trennen, nur weil dieser nicht an Gott glaubt? Das ist nach meinem Geschmack sehr übetrieben. Ich finde, wenn man sich anstrengt und einem die Beziehung auch wirklich wichtig ist, dann findet man einen Weg auch so miteinander zu leben. Auch wenn das bedeutet, das man allein zum Hauskreis geht.

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