Wahre Weihnachtsfreude

Nun ist es wieder soweit, es ist Weihnachten! Was für eine Freude. Sicher, für viele eine Freude, aber wiederum für viele eher eine Last als Freude. "Nicht schon wieder", wird sich so mancher sagen, ist die Stille Zeit für viele doch mehr als purer Hetzerei geworden.
  • Foto: Pixelio/restless

 

Um inneren Frieden und wirkliche Freude zu empfinden, brauchen wir in diesen Tagen Gelassenheit und Abstand von dem Geschenke-Wahn mit gespielten Freudenausbrüchen und - um des liebes Friedens Willen - angenommene oder erteilte Einladungen werden meist noch hingenommen. Streitereien im Familien- und Verwandtschaftskreis bringen oft das Fass zum Überlaufen, sind der pure Stress, und somit das ganze Gegenteil von den hoch gesetzten Erwartungen an ein friedvolles und harmonisches Weihnachten. Die Schwelle, die zum Fest hin zu überschreiten ist, sie ist niedrig. Selbst ganz niedergedrückte Menschen können einfach in das Fest eintreten. Niemand nötigt uns, etwas zu singen, was wir nicht über die Krippe bekommen. Das ist gut so!

Weihnachten ist ein Ruf an uns alle

Die Geburt Jesu will uns, jeden einzelnen von uns, in das Weihnachtsgeschehen mit hinheinziehen. In Jesus erfahren und sehen wir die Hilfe Gottes. Gott wurde in Jesus Mensch, ist für uns Gottes Hilfe geworden, und in Jesus, dem Gekreuzigten, ist Gottes Liebe Vergebung geworden. Weihnachten ist ein Ruf an uns alle, ein Aufgebot für uns! Die Geburt Jesu ist das einzige Weihnachtsgeschenk, und das Besondere daran ist, dass man es nicht mit der Post schicken oder abliefern kann wie einen Gegenstand. Mit diesem Geschenk muss man gleich selber mit ausliefern, sich selber verschenken und schenken. So wie Gott sich uns in Jesus mit ausliefert, ja, mitschenkt.

Offen für das Geschenk

Wir Menschen warten auf Christus! Wir haben die Sehnsucht, dass wir Gottes Hilfe und Gottes Liebe in uns spürbar erfahren können und werden, wenn wir offen bleiben für das Weihnachtsgeschenk Gottes an uns alle. Wenn wir es uns überlegen, so können wir vermutlich feststellen, dass auch unser Glaube gewachsen ist durch Mitmenschen, die uns etwas von Gottes verstehender Liebe haben spüren lassen.

Angebot für uns persönlich

Solche Mitmenschen zu sein, dazu sind wir Menschen aufgerufen und aufgeboten, nicht nur an Weihnachten, sondern auch darüber hinaus. Wir können diesen Auftrag nicht auf andere, nicht einmal auf die Kirche abwälzen. Das Angebot zur Weihnachten gilt uns ganz persönlich.

Seine Botschaft ist unwiderruflich

Jesus kommt zu uns Menschen: zu den Niedergeschlagenen, zu den ängstlichen und hoffnungslosen Menschen. Weihnachten will uns zeigen: Blinde gehen die Augen auf, Lahme lernen wieder, sich zu bewegen. Arme hören Worte, die ihnen gut tun, Mut geben und neue Hoffnung schöpfen und wagen. Seine Botschaft ist unwiderruflich - die Botschaft des Lichtes und des Friedens. So kann auch Weihnachten zu denen kommen, die das Fest eher als Last ansehen. Gott schenkt uns eine Zeit, für freundliche Worte füreinander und Bescheidenheit in allem, denn das Leben ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk, das wir täglich von Neuem beginnen dürfen.

Nicht immer einfach

Wir alle sind zu diesem Fest eingeladen, egal, wer und was wir sind. Wenn wir uns auf Gott einlassen, das Jesukind besuchen, dann können wir von dieser Freude etwas spüren. Dies ist nicht immer einfach! Mein Weihnachtswunsch ist, dass ich etwas von dem bewahren kann, was mir dieses Kind in der Krippe zeigen will: die Unbefangenheit der Kinder, von ihrer Fantasie, von der Leichtigkeit des Geistes und der Herzenswärme.

Die Welt verändern

Wie unbeholfen sind wir oft geworden, wie beschwert von Sorgen und Belastungen, wie verletzlich und aufgeregt! Ich wünsche mir uns uns allen, dass Gott uns mit dem Geheimnis seines Kommens berühren möge, mit dem Wunder des Friedens, dass auch jetzt, mitten im kalten Winter, eine Rose entspringen kann, die Blume seiner Liebe aufblühen kann, deren Duft die Welt verändert.

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