Wie ein Päckchen Liebe und Hoffnung brachte
Seit 22 Jahren bringt die Organisation „Geschenke der Hoffnung e.V.“ mit „Weihnachten im Schuhkarton“ die weihnachtliche Liebesbotschaft auch in die armen Gegenden Europas. Kamil Wiśniewski hat vor elf Jahren einen Karton voller kleiner Geschenke bekommen. Er erzählt wie die Aktion sein Leben verändert hat.
Wenn das Glöckchen klingelt und den Einlass ins Weihnachtszimmer gewährt, strahlen Kinderaugen. Dann liegen viele Geschenke von Mama, Papa, Oma, Opa, Tante und Onkel unter dem reich geschmückten Baum. Aber nicht alle Kinder erleben den Heiligen Abend in solch einer Idylle. Vor allem in Osteuropa leben viele Familien sogar noch unter dem, was in unserer westlichen Gesellschaft als Existenzminimum beschrieben wird. Sie können sich kaum das Nötigste leisten, geschweige denn Weihnachtsgeschenke.
Päckchen für Weißrussland oder Kasachstan
Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ hat es sich zur Aufgabe gemacht auch in solche Familien ein wenig weihnachtlichen Zauber und Liebe zu bringen.Seit 1990 packen jährlich hunderttausende von Kindern Schuhkartons mit Spielzeug, Süßigkeiten, Kuscheltieren und Kleidung. Die kleinen Päckchen werden dann in Länder wie Weißrussland, Kasachstan oder den Kosovo gebracht und dort von ortsansässigen Kirchengemeinden verteilt.
Kamil Wiśniewski: „Jemand hatte mir Liebe geschenkt“
Kamil Wiśniewski aus Polen war elf Jahre alt, als er solch ein Paket erhielt. An den Inhalt kann er sich nicht erinnern. Aber das Gefühl, das ihn erfüllte, hat er bis heute nicht vergessen: „Jemand hatte mir Liebe geschenkt, ohne dass ich dafür etwas tun oder bezahlen musste. Das war etwas ganz Besonderes. Es war das erste Mal, dass ich von einem Fremden etwas umsonst erhalten habe.“ Für den heute 22-jährigen war der Schuhkarton aus Deutschland damals das einzige Weihnachtsgeschenk, das er bekam.
Die Aktion brachte die Familie zum Glauben
Seine Familie lebte nach dem Tod des Vaters in ärmlichen Verhältnissen in dem Ort Piła. Kamil und sein jüngerer Bruder teilten sich mit der Mutter eine Ein-Zimmer-Wohnung, die das gesamte monatliche Budget der Familie von 100 Euro verschlang. Die beiden Schwestern wohnten bei den Großeltern, sodass die Familie sich nur an den Wochenenden sah. Geld für Kleidung und Essen war absolute Mangelware. „Nur dank Gott haben wir das überlebt!“, sagt Kamil heute.
Doch Gott spielte im Leben der Wiśniewskis zunächst keine große Rolle. Bei der Verteilung der Schuhkartons erhielten sie jedoch eine Einladung einer Freien evangelischen Gemeinde, die sie annahmen. Dort fanden sie ein neues Zuhause und Unterstützung. Wenn man gar nichts habe, so Kamil, dann sei das einzige, was einem bleibt, der Glaube an Gott. Niemand wird einem helfen, aber man kann Gott um Hilfe bitten.
Heute hilft Kamil selber
Heute ist Kamil verheiratet, lebt in Warschau und hat seine eigene Werbeagentur gegründet. „Weihnachten im Schuhkarton“ hat er nie vergessen, er ist sogar selber aktiv geworden. Seine Mutter hilft schon seit Jahren beim Verteilen der Pakete und Kamil unterstützt die Aktion mit Werbung. Denn durch diese Arbeit könne er Gott dienen, sagt er.
Mach auch du mit!
Wer in diesem Jahr mit dabei sein möchte, hat noch bis zum 15. November die Möglichkeit seinen Schuhkarton bei einer der vielen Abgabestellen in der Bundesrepublik abzuliefern und einem fremden Kind eine große Freude zu machen.
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