Was tun nach dem Abi?
Viele Schüler stecken gerade in den Abschlussprüfungen und fragen sich: Was mache ich danach? Manchem fällt es schwer, sich für ein Studienfach oder eine Berufsausbildung zu entscheiden; andere wollen erst mal eine „soziale Auszeit“ nehmen. idealisten.net stellt einige Möglichkeiten vor, die Schulabgängern offen stehen.
Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) / Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
„Ich konnte mich bis zum Ende meiner Schulzeit nicht entscheiden, in welche Richtung ich beruflich gehen möchte“, erzählt Jakob Will aus Pansdorf bei Lübeck. Deshalb entschied sich der 19-Jährige, erst einmal ein FSJ zu machen. Er bewarb sich auf mehrere Stellen und landete schließlich beim Gemeindejugendwerk Berlin-Brandenburg des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Dort ist er die Hälfte seiner Arbeitszeit damit beschäftigt, im Berliner Büro Freizeiten zu organisieren. Sein zweiter Einsatzort ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Berlin-Oberschöneweide, bei der er vor allem mit Kinder- und Jugendarbeit betraut ist. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hatte Jakob bei Stellenausschreibung besonders besonders zugesagt. Inzwischen weiß er, dass er diesen Weg auch beruflich einschlagen möchte. Nach dem FSJ strebt er deshalb ein Lehramtsstudium an.
Ein FSJ kann machen, wer zwischen 16 und 26 Jahren alt ist. Die Einsatzgebiete erstrecken sich neben sozial-karitativen und gemeinnützigen Bereichen auch auf die Felder Sport, Kultur und Politik. Wer sich für ökologische Belange engagieren möchte, kann auch ein FÖJ absolvieren. Die Einsatzdauerbeträgt zwischen 6 und 24 Monaten – meist jedoch ein Jahr Ein FSJler bekommt in der Regel Unterkunft, Verpflegung sowie Fahrtkosten gestellt und erhält ein Taschengeld. Zudem bleibt sein Kindergeldanspruch bestehen. Sowohl FSJ als auch FÖJ können auch im Ausland absolviert werden. Stellenangebote findest Du z.B. auf www.bfd-fsj.de/stellen
Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)
Laura Stangenberg aus Neustrelitz zog es nach dem Abitur ins Ausland – daher absolviert sie nun für ein Jahr den Internationalen Jugendfreiwilligendienst. Das „Pais Projekt“, ein Netzwerk, dass sich der Arbeit mit Schülern verpflichtet hat, entsandte sie dafür nach Bury (England). Dort arbeitet Laura nun in einem 4-köpfigen Team, das u. a. Arbeitsgemeinschaften in Schulen anbietet und abends Kinder- und Jugendstunden in christlichen Gemeinden veranstaltet. Die Vorzüge eines freiwilligen Auslandsjahres liegen für sie auf der Hand: „Ich finde es spannend, eine andere Kultur kennenzulernen und meine Sprachkenntnisse auszubauen. Außerdem ist es eine interessante Erfahrung, so weit weg von zu Hause zu sein“, schwärmt die 19-Jährige. Die Arbeit macht ihr so viel Spaß, dass sie nach ihrem IJFD sogar noch für ein weiteres Jahr für das „Pais Projekt“ als Teamleiterin in England bleiben will. Danach steht ein Mathe-Studium auf dem Plan.
Erst seit 2011 gibt es den Internationalen Jugendfreiwilligendienst. Wer ihn ableistet, wird meist für praktische Tätigkeiten im sozialen Bereich eingesetzt. Altersregelung, Einsatzdauer sowie finanzielle Aspekte entsprechen denen des FSJ. Hier findest Du eine Liste mit Trägern, die Stellen anbieten.
Bundesfreiwilligendienst (BFD)
Bevor er seine Stelle als „Bufdi“ antrat, arbeitete Simon Grunwald aus Polheim bei Köln erst einmal zwei „Schnuppertage“ auf dem Buchenauerhof, der Zentrale der Deutschen Missionsgesellschaft (DMG) in Sinsheim. Für ihn war von vorn herein klar, dass er sich nach dem Schulabschluss bei der DMG engagieren wollte, deren Arbeit er aus seiner Heimatgemeinde kannte. „Mir gefällt besonders, dass ich beim Bundesfreiwilligendienst – anders als beim FSJ – ganz flexibel einsetzbar bin“, sagt Simon. So wechselt der 19-Jährige jeweils nach einigen Wochen in einen neuen Arbeitsbereich. Zur Zeit ist er für die Außenanlagen, den Fuhrpark sowie Renovierungsprojekte zuständig. Neben diesen Aufgaben haben die Freiwilligen des Hofes einmal wöchentlich „Missionstraining“. Dabei stehen z. B. Verteilaktionen auf dem Programm oder die Auseinandersetzung mit anderen Religionen.
Anders als bei FSJ, FÖJ und IJFD steht der 2011 eingeführte Bundesfreiwilligendienst auch Über-27-Jährigen offen. Über die Einsatzbereiche der anderen Freiwilligendienste hinaus besteht beim BFD die Möglichkeit, im Zivil- und Katastrophenschutz sowie im Bereich Integration aktiv zu sein. Einsatzdauer und finanzielle Rahmenbedingungen sind mit denen der anderen Freiwilligendienste vergleichbar. Stellenangebote findest Du z.B. auf www.bfd-fsj.de/stellen
Au Pair
„Nach der Schule brauchte ich eine Pause“, sagt Conny Weihmüller (21) aus Stuttgart. Sie entschied sich, als Au-pair ins Ausland zu gehen. Die Formalitäten sind unkompliziert – bei Conny dauerte es nur wenige Tage, bis sie nach ihrer Bewerbung über www.christianaupairs.com eine Gastfamilie fand. In London betreute sie täglich 5 Stunden lang die zweijährigen Zwillinge ihrer Gasteltern und half bei der Hausarbeit mit. Dafür erhielt sie freie Kost und Logis sowie Taschengeld. Die freien Nachmittage nutzte sie, um eine Sprachschule zu besuchen – das Geld dafür verdiente sie als Kellnerin an den Samstagen. Schwierig fand Conny anfangs, „dass man als Au-pair keine Gruppe um sich hat, bei der man Anschluss finden kann“. Deshalb war es ihr wichtig, außerhalb der Gastfamilie Kontakte zu knüpfen. „Dabei sind sehr intensive Freundschaften entstanden.“ Die 10-monatige Zeit in England bestärkte sie darin, für ihr anschließendes Lehramtsstudium Englisch als Hauptfach zu wählen.
Au pairs betreuen Kinder in Familien. Die Konditionen werden mit den Gasteltern individuell vereinbart. Übrigens: Auch Jungen können Au Pair werden! Hier geht es zu einer deutschen Stellenbörse.
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