Warum uns Ballacks WM-Aus so erregt
Am Montag stand die erschreckende Diagnose fest: Der Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, Michael Ballack, kann nicht mit nach Südafrika. Der 33-Jährige erlitt eine Sprunggelenksverletzung, die ihn geschätzte acht Wochen außer Gefecht setzt. Diese zog er sich durch ein übles Foul von dem Deutsch-Ghanaen Kevin-Prince Boateng zu. Seit dieser Nachricht gibt es jeden Tag neue Schlagzeilen zu dem Vorfall, weil er eine enorme Symbolkraft besitzt.
Der 23-jährige Kevin-Prince Boateng hat in der Fußballwelt schon reichlich Vorstrafen gesammelt. Im Mai 2009 sprang er einem Gegenspieler mit gestrecktem Bein an den Kopf. Im Februar des vergangenen Jahres trat er Bayern-Stürmer Miroslav Klose brutal auf den Oberschenkel. Und auch außerhalb des Fußballplatzes ist Boateng kein Kind von Traurigkeit. Im März 2009 zog er mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Patrick Ebert durch Berlin und soll mehrere Autos demoliert haben.
Die Graswurzelbewegung im Internet: „82 Millionen gegen Kevin Boateng“
Aufgrund dieser Vorgeschichten ist es verständlich, dass ihm einige unterstellen, der Ballack-Tritt sei Absicht gewesen. Das Brisante: Am 23. Juni spielt Boateng mit Ghana in der WM-Vorrunde gegen Deutschland. Für Gerüchte ist dies ein optimaler Nährboden.
Kevin-Prince Boateng hat sich allerdings für das Foul bei Ballack entschuldigt. Selbst der Fußballverband von Ghana hat dies noch einmal wiederholt, weil so viel Zündstoff in der Luft liegt. Im Internet sind derweil Gruppen entstanden wie „82 Millionen gegen Kevin Boateng“.
Warum nun diese Aufregung?
Es geht doch nur um die schönste Nebensache der Welt! Vielleicht nicht ganz. In Deutschland zählt es immer noch als politisch unkorrekt, wenn jemand betont, dass die Ausländerkriminalität – statistisch gesehen – höher ist als die Inländerkriminalität. Der Fall „Boateng-Ballack“ dient nun als ein willkommener Anlass über die Metaphern des Fußballs diese Wahrheiten aussprechen zu können. Boateng steht repräsentativ für den kriminellen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, der auf Gangsta-Rapper macht und nicht integrationswillig ist, sondern sich stärker mit dem Heimatland seines Vaters identifiziert. Die Massenmedien umgehen das offene Aussprechen dieses Denkverbots der Politischen Korrektheit, indem sie ja „nur“ über Fußball berichten.
Der Focus: Rowdy mit 13 Tätowierungen
Aber es geht eben nicht nur um Fußball. Da ist schon mehr, weil neben den Boulevardmedien auch die seriösen Blätter den Habitus von Boateng betonen. Focus.de schrieb gestern zum Beispiel: „Kevin-Prince Boateng wird in Berlin-Wedding groß, einem Zündstoffstadtteil mit mehr als 15-prozentiger Arbeitslosigkeit. Jeder dritte Bewohner ist ein Ausländer. Als Boateng ein Jahr alt ist, verlässt sein Vater, ein Ghanaer, der sich als Kellner oder Plattenaufleger verdingt, die Familie. Kevin-Prince wächst mit einem Bruder und drei Schwestern bei Mutter Christine auf, die sich durch Fabriken arbeitet oder Sozialhilfe bezieht.“
Dicke Autos und teure Klamotten
Damit haben wir eines der Leitmotive des „Falls Boateng“ gefunden. Hier wird die Geschichte eines jungen Migranten aus der Berliner Unterschicht erzählt, der es durch sein fußballerisches Talent zu zig dicken Autos und teuren Klamotten geschafft hat. Nochmal Focus.de: Boateng „trägt im Wechsel fast 200 Kappen und Schuhe und 13 Tätowierungen am Körper, eine davon am Hals: eine Krone. Wer immer ihn auch verpflichtet: Sauftouren gehören zum Kaufpaket.“ Na, wenn das kein Portrait ist, was über den Fußball hinausweist, was dann?
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1.schrieb am 26.05.2010 13:44
Entschuldigen Sie bitte, können Sie mir und uns mal verraten, was Sie mit diesem Beitrag erreichen möchten?! M. E. ist klarzustellen: "82 Millionen gegen Kevin Prince Boateng" u. ä. ist ein Skandal! Abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass Christen deeskalierend auf diese Bewegung einwirken sollten, ist der richtige Sachverhalt der "fußballerischen Begegnung" von Ballack und Boateng darzustellen. Zunächst, meine ich, nämlich ist das Foul von Boateng zwar ein sogar rotwürdiges Foul gewesen, aber solche Fouls kommen in jedem dritten Spiel vor. Meine jedenfalls ich. Dann aber wäre in meinen Augen auch wichtig klarzustellen, dass Ballack wegen einer Tätlichkeit an Boateng bereits vor seinem Foul vom Platz hätte fliegen müssen! Er gab diesem nämlich eine Ohrfeige.
Ihr Artikel allerdings kritisiert letztendlich gar nicht die Klischees, mit denen Sie herumspielen - er bedient zusätzlich... Weil sie auf die sachlichen Umstände dieses Skandals nicht hinweisen - was leider keiner getan hat. Ballacks Rolle in diesem ganzen Spiel ist nicht die eines Opfers, sondern die eines Täters. Wenn sie also schon stigmatisieren wollen, dann sollten sie wenigstens Ihre journalistischen Hausaufgaben erledigen.
Der Hass, der sich auf Boateng entlädt ist durch nichts zu rechtfertigen und schon gar nicht gegen seine "originelle hohes Bein"-Einlage gegen Klose. Das sind klare Rote Karten - aber nicht mehr. Und Boateng ist nicht der einzige Rote-Karte-Würdige, der im Fußball so unterwegs ist.
Diese sachlichen Informationen würden m. E. helfen, den "Fall Boateng" erst gar nicht im "thematischen Integrationssumpf" anzusiedeln, sondern dort zu belassen, wo er hingehört: nämlich auf dem Fußballplatz. Und dort hat sich im Vorfeld des fiesen Fouls an Ballack. Ballack selbst hat sich daneben benommen, als er Boateng ins Gesicht schlug.



