Warum kein Sex vor der Ehe?

Eine heiß diskutierte Frage unter jungen Christen ist und bleibt: Warum soll ich eigentlich mit dem Sex bis zur Ehe warten? Stephan Wiedmer (32) gibt dazu einige Gedankenanstöße. Der Vater zweier Töchter ist seit fast 10 Jahren verheiratet und war 11 Jahre lang Jugendpastor bei der freikirchlich-charismatischen Gemeinde „ICF“ in Basel.
  • Enthaltsamkeit vor der Ehe sollte keine religiösen Pflichtübung sein, sondern Deine Liebe zu Gott und Deinem Partner ausdrücken. Foto: photocase

 

Wenn junge Menschen wissen wollen, warum sie denn keinen Sex vor der Ehe haben sollten, steckt dahinter meist mehr als nur der Wunsch, eine theologisch oder moralisch korrekte Antwort zu bekommen. Sie bringen damit vielfach auch eine Verunsicherung und Enttäuschung über die Ehe als Lebensmodell zum Ausdruck: Warum soll ich heiraten, wenn ich die Beziehung meiner Eltern als wenig attraktiv erlebt habe, vielleicht sogar unter ihrer Scheidung leiden musste? In Gesprächen habe ich jedoch immer wieder erlebt, dass alle die folgende Frage gerne mit einem „Ja“ beantworten möchten: Ist es möglich, sich zu verlieben und für immer in dieser Liebe zu bleiben?“

Träume Gottes Traum

Gott teilt diese tiefe Sehnsucht – er hatte von Anfang an den Traum von der „ewigen“ Liebe zwischen zwei Menschen. Gott sieht die Ehe als einen heiligen und unzertrennlichen Bund vor ihm und den Menschen. Um das zu verstehen, solltest Du Dich einmal intensiv mit der Schöpfungsgeschichte (1. Mose 2,20-25) beschäftigen: Was war Gottes Absicht, als er Eva zu Adam führte? Was heißt es, seine Eltern zu verlassen und mit allem, was man hat und ist, „eins“ zu werden? Was muss geschehen, dass man vor einander „nackt“ sein kann, jeder die Schwächen des anderen kennt – und man sich trotzdem nicht schämen muss?

Es braucht eine Liebe, die „nicht von dieser Welt“ ist, damit aus „zwei“ wirklich „eins“ wird. Wir tragen diese Liebe nicht in uns. Darum brauchen wir Gott und andere Menschen. Unser Vater im Himmel hat uns für diese Liebe den Rahmen der Ehe geschenkt. Die Erfahrungen vieler Deiner Mitmenschen bestätigen, was Gott in der Bibel festhält: Es ist schädlich, den intimsten Ausdruck seiner Liebe mit jemandem zu teilen, ohne zuvor diesen festen Bund eingegangen zu sein – selbst wenn noch so starke Gefühle und Lippenbekenntnisse vorhanden sind.

Fünf praktische Tipps

Die Enthaltsamkeit vor der Ehe sollte aber nicht zu einem religiösen Gesetz verkommen, sondern Ausdruck Deiner Liebe gegenüber Gott und Deinem zukünftigen Ehepartner sein. Hier einige Tipps, die Dir dabei helfen können:

1.    Sei Dir bewusst, dass die lebenslange Beziehung zum Ehepartner nach der Beziehung zu Gott die prägendste sein wird. Prüfe deshalb, ob der andere diese wichtige Person wirklich ist.

2.    Macht Eure Beziehung „heiß“, indem Ihr offen und ehrlich über alles redet und Euch gemeinsam für etwas einsetzt – z. B. für andere Menschen aus der Gemeinde oder ein Hilfsprojekt.

3.    Gebt über Eure Beziehung Rechenschaft ab – am besten einem älteren, christlichen und für Euch beide vorbildlichen Ehepaar. Dieses Paar kann helfen, Licht in Eure Beziehung zu bringen, damit Gutes wächst und Ihr Schlechtes an der Wurzel anpacken könnt. 

4.    Übernehmt Verantwortung für den Bereich Sexualität, indem Ihr Grenzen setzt und diese respektiert. Eure Grenzen solltet ihr gegenüber allen offen und ehrlich aussprechen können. Eine einfache Regel wäre beispielsweise: Alles, was Badeanzug und Badehose verdecken, ist bis zur Ehe für Tast- und Sehsinn tabu.

5.    Tut Buße. Das Kraftvollste in einer Beziehung ist, wenn man miteinander vor Gott kommt. Zeiten, in denen man gemeinsam über Fehler weint, einander vergibt und um Gottes Vergebung bittet, sind unglaublich wertvoll. In solchen Augenblicken wird man sich bewusst, dass nur durch seine Liebe ein ewiges „Ja“ möglich ist.

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