Warum Berlins Autos brennen
„Eine Vorstufe des Terrorismus“ nennt SPD-Innenexperte Wiefelspütz die Brandanschläge auf Autos in Berlin, die sich in den letzten Tagen häufen. Was bisher noch als falsch verstandener Klassenkampf hätte durchgehen können, trifft mittlerweile auch Normalbürger, die sich nicht so schnell ein neues Auto kaufen können. Was treibt die Täter an? Ist es reine Zerstörungswut oder gibt es politische Motive?
Wo kommen die Täter her?
Rund 70 Autos sind in der vergangenen Woche in Berlin in Flammen aufgegangen, bis Anfang August waren es dieses Jahr 250 Anschläge. Bei etwa der Hälfte der Taten vermutet die Polizei ein linksextremistisches Motiv. Die jüngsten Autobrände dagegen sind laut dem Berliner Polizeisprecher Neuendorf und der Polizeichefin Koppers nicht mehr politisch motiviert. Es fehle der Rückhalt in der Szene, Bekennerschreiben oder würdigende Einträge im Internet. Brandanschläge auf Autos seien in der linken Szene nicht mehr akzeptiert, erklärt Koppers.
Ein zweites London?
Angesichts der Krawalle in London könnte es sich bei den Anschlägen in Berlin um Nachahmungstaten handeln, vermutet der Berliner Innensenator Erhart Körting (SPD). Koppers dagegen sagt, Aufrufe zu ähnlichen Ausschreitungen wie in London seien in der Berliner Szene verhallt. Dass Berlin nach London brennt sei also nicht zu befürchten.
Spaß am Zündeln
Die Gründe der Brandstiftungen lassen sich schwer ausmachen, weil noch kaum Täter gefasst sind. Bisher verlassen sich die Behörden auf Indizien. Fehlende Bekennerschreiben, mangelnde Unterstützung in der Szene, das soll fehlende politische Motive bestätigen. Mittlerweile scheint der Spaß am Zündeln ein anerkanntes Motiv zu sein. „Actionlust“ attestiert etwa der Kriminologe Christian Pfeiffer den Tätern.
Nachhall im Internet
Über die Ursachen wird auch im Internet heiß diskutiert. Dass die Täter nur Trittbrettfahrer seien und keine politischen Motive hätten, halten die meisten User für völlig absurd, hat sich doch gerade die linke Szene schon oft mit brennenden Autos hervorgetan. Doch diesmal sind die Muster anders. Es gehen nicht nur teure Autos in Flammen auf – sondern scheinbar gezielt deutsche Modelle.
5.000 Euro Belohnung
Eine Erklärung für die Ursachen wird es wohl erst geben, wenn mehr Täter gefasst sind. Dafür sind jede Nacht mindestens 130 Polizisten sind in Berlin im Einsatz. Doch der Brandstifter werden sie alleine nicht Herr. Darum wurden nun 5.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen.
1 Kommentar wurden bereits abgegeben
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1.schrieb am 22.08.2011 21:21
Kein Unterstützung aus der linken Szene? Wer sich mal in den Nachrichten-Portalen bei den Kommentaren umschaut wird aber eines anderen gewahr.
Und wodurch hätte der falsch verstandene Klassenkampf gehen können? Durch die lückenhafte Moral unserer Gesellschaft?
Dieses Verhalten ist verantwortungslos und gefährlich!!!!! Frag mal eine nahegelegene Feuerwehr, was passieren kann wenn selbige unnötigerweise im Einsatz ist.
Wenn dann noch jemand unvernünftiger Weise eine Gasflasche im Kofferraum liegen hat kann es auch zu Großbränden kommen.



