Aus Lebensgefahr befreit
Eigentlich sollte das verlängerte Wochenende einer Jugendgruppe der Abschluss ihrer Jungschar-Zeit sein und Gelegenheit zum Ausspannen sowie geistlicher Gemeinschaft geben. Doch der 23. Juni wird wohl noch vielen in Erinnerung bleiben - nicht wegen dem guten Freizeitprogramm, sondern wegen einer lebensgefährlichen Situation, aus der sie mit Gottes Hilfe gerettet werden konnten. Auf einer Bergtour waren die Jugendlichen in ein Unwetter geraten....
Renate hat das wohl aufregendste Wochenende ihres Lebens hinter sich. So hatte sie sich den Kurztrip nach Berchtesgaden mit ihrer Jungschargruppe sicher nicht vorgestellt. Als sie am 20. Juni im südlichen Bayern ankamen, lief zunächst alles nach Plan. An einem Tag besuchten sie den Wallfahrtsort Altötting, an einem anderen einen nahen See. Samstags stand eine Bergtour auf dem Programm. „Als wir oben mit der Bahn ankamen, war es schon etwas neblig“, erzählt Renate. Sie war eine von fünf Betreuern für die 15-köpfige Jungschargruppe im Alter von 15 und 16 Jahren. Nach einem Mittagessen auf einer Berghütte brach sie mit einem weiteren Betreuer und der Gruppe zu einer Wanderung auf. Die drei anderen Mitarbeiter blieben zurück. „Nach etwa einer dreiviertel Stunde bogen wir von dem Rundweg auf einen Kletterpfad für Fortgeschrittene ab“, berichtet die Mitte 20-Jährige. Als sie das Schild sah, habe sie sich nichts weiter dabei gedacht. Ohne Kletterausrüstung – die Mädchen sogar statt in Hosen in Röcken – setzten sie ihren Weg fort. Ohne zu wissen, dass sie auf dem Weg zu einem der höchsten Gipfel Deutschlands mit rund 2.000 Meter Höhe waren. „Wir waren etwa zwei Stunden gewandert, als es zu regnen begann“, sagt Renate. Aus dem Regen wurde Hagel. Auch die Temperatur sank merklich ab. Langsam wurde der Betreuerin, die die Gruppe anführte, die Gefahr bewusst. Schließlich brach sie die Wanderung wegen des Unwetters ab. „Das war mir zu gefährlich.“
Nebel erschwerte die Bergung
Über ihr Handy konnte Renate die Bergwacht alarmieren. Doch der Nebel verhinderte zunächst eine Rettung mit dem Hubschrauber. Ein Rettungstrupp machte sich zu Fuß auf den Weg, um die 17 Personen aus der gefährlichen Situation zu befreien. „Wir konnten weder vor noch zurück.“ Durch die Nässe bestand jederzeit die Gefahr eines Absturzes. Die Kälte tat ihr übriges. „Wir bewegten uns fast gar nicht mehr, weil wir Angst hatten abzurutschen“, schildert Renate die lebensgefährliche Lage. In der schier ausweglosen Situation begannen die Jugendlichen zu beten. „Später sagten die anderen zu mir, dass sie bewundert hätten wie gelassen ich gewesen sei“, sagt Renate. Tatsächlich habe sie Gottes Nähe gespürt und gewusst, dass er sie alle retten werde.
Dank-Gottesdienst nach der Rettung
Nach etwa einer Stunde Warterei lichtete sich der Nebel. Plötzlich sah Renate einen Hubschrauber auftauchen. Schnell war klar, dass die Bergwacht ihn losgeschickt hatte. Eine Minute nach dem letzten Telefonat mit den Rettern und kurz vor ihrer Bergung gab ihr Handy schließlich den Geist auf: Der Akku war leer. Gott-sei-Dank nicht schon früher. Zur Sicherheit kam die ganze Gruppe erst einmal ins Krankenhaus. Tatsächlich hatten einige Gruppenmitglieder eine Unterkühlung erlitten. Die Körpertemperatur betrug bei ihnen nur noch 33 Grad Celsius. Doch nach zwei Stunden wurden sie wieder entlassen. Bei ihrer Unterkunft angekommen, dankten die jungen Christen zunächst einmal mit einem Gottesdienst ihrem Herrn für die Rettung. Am nächsten Tag ging es wieder zurück in die Heimat, wo die Eltern schon sehnsüchtig auf ihre Kinder warteten. Während manche direkt informiert worden waren, hatten andere aus den Medien von der vereitelten Katastrophe erfahren.
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