Die Marmeladen-Aktivisten

Mit der bundesweiten Kampagne „Marmelade für Alle“ will die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (aej) auf die hohe Lebensmittelverschwendung in Deutschland aufmerksam machen. Dazu sammeln die Jugendlichen ungeerntetes Obst, das sonst niemand mehr beachtet, und kochen Konfitüre – für einen guten Zweck.
  • Bild:PR

 

Wenn sich der Spätsommer ankündigt und die Temperaturen herbstlicher werden, stehen viele Obstbäume noch immer ungeerntet auf den Feldern, am Straßenrand oder an Waldstücken. Manche herrenlosen, aber vollbehangenen Bäume warten vergebens auf die Ernte. Vom Acker auf den Müll – das ist leider oftmals der Weg der wertvollen Nahrungsmittel. 

Die aej macht schon jetzt auf diesen Missstand aufmerksam, um im Herbst möglichst viele Jugendliche für ihr  Projekt  „Marmelade für Alle“ zu mobilisieren. „In einer Zeit, in der bei uns in Deutschland über 50 Prozent aller Lebensmittel weggeworfen werden, setzt die Evangelische Jugend etwas dagegen“, sagt Projektleiter Karsten Schulz. Sie sammeln das verwahrloste Obst und kochen daraus Marmelade. Diese wird anschließend in den Gruppenstunden deutschlandweit verzehrt, verkauft, an Jugendkreise, Seminare und Gruppenfreizeiten weitergeben – oder ganz altertümlich getauscht. 

Aktiv werden und handeln

Daher heißt es für die Jugendlichen nun: Ausschau nach ungeerntetem Obst halten, Kontakt mit Obstbaumeigentümern aufnehmen – und dann ran an den Kochtopf. Das Projekt soll Jugendliche aber nicht nur animieren, aktiv zu werden. Beim Kochen in der Gruppe lässt es sich gut gemeinsam über Konsum, Hunger und weltweite Gerechtigkeit nachdenken: Wieso lassen wir so viele Früchte in unseren Gärten verkommen, holen uns aber viele Lebensmittel aus anderen Ländern und verurachen dadurch Hungerproblematiken? Was bedeutet gesunde Ernährung? Wie können wir einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten? Welche Rolle spielen heimische Produkte für ländliche Regionen?

Obst, Einmachtöpfe und eine Menge Spaß

Einen Anfang haben zahlreiche Jugendliche bereits Anfang Juni gemacht. Im norddeutschen Rendsburg und im hessischen Michelstadt standen die  Projektteilnehmer an riesigen Einmachtöpfen und kochten Marmelade aus Obst, das sie zuvor gesammelt hatten. Einige Kisten voller Früchte, die sonst in den Müllcontainern der Supermärkte gelandet wären, konnte so zu leckerem Brotaufstrich verarbeitet werden.

„Über 40 % Obst und Gemüse bleibt bereits bei der Ernte liegen. Den Weg bis in den Supermarkt schafft ohnehin nur knapp die Hälfte. Und hier verkauft zu werden, ist auch nicht sicher. Bei exotischen Südfrüchten kann man davon ausgehen, dass ca. 80 % im Mülleimer landet und das nach einem teils mehrere 1000 km langen Weg zu uns“, erklärte Friedensaktivist und Aktionskoch Wam Kat, der in Mcihelstadt mit den Startschuss für die Kampagne gab. Am Ende konnten alle Helfer die Ergebnisse ausgiebig probieren. Der Rest wurde weitergegeben.

Neben der aej unterstützen auch Brot für die Welt, die Evangelische Jugend in ländlichen Räumen und der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder die Kampagne. 

Hol Dir hier Anregungen zum Mitmachen und leckere Marmeladen-Rezepte.

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