Verloren, trotz Glauben
"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" - Ein Schrei der Verzweiflung... Ich fühle mich gerade verlassen von Gott. Und auch irgendwie veralbert. Er hat mir Wege geöffnet, die er mir kurz darauf ganz schmerzhaft geschlossen hat.
Das Fass lief über
Wenn man in einem christlichen Elternhaus aufwächst, dann nimmt man doch den Glauben an. Für mich war der Glaube immer das, was mich stark gemacht hat. Nach diesem Jahr und unzählige Beleidigungen und Lästerungen in den letzten Jahren, floss gestern das Fass über. Ich fühlte mich auf einmal verloren und zweifelte an Gottes Existenz. Ich habe meine ganzen Pläne und Hoffnungen verloren. Alles, wofür ich gekämpft und gebeten habe. Außerdem brachen mir Worte das Genick.
Worte sind gefährlich
Ich habe den meisten Menschen vergeben, die mir diese Worte gesagt haben. Doch was gesagt ist, bleibt für immer bestehen. Und das ist das gefährlich bei den Worten, die wir benutzen. Ich kann den Menschen schon längst vergeben haben und gut mit ihnen befreundet sein, doch in einer besonders schlechten Situation kommt alles wieder hoch. Und dann nicht nur die eine Aussage, sondern alle Aussagen, die du im Laufe deines Lebens vielleicht bekommen hast. Es braucht nur einen Auslöser. Der Auslöser kam bei mir - und jetzt bin ich eine gebrochene Person, die zwar an die Liebe von Jesus Christus glaubt, aber Gott als Vater nicht mehr vertrauen kann.
"Es war ein Fehler, dass du geboren bist!"
Betet, dass ich meinen Glauben an Jesus Christus und die Bibel nicht verliere. Nach all dem Geschehenen hört sich die Nichtexistenz Gottes, das Wiedergeborenwerden und das damit verbundene Karma und vieles anderes sehr logisch an. Jeder sollte sich überlegen, was er sagt. Vielleicht bricht deine Aussage nicht heute einem das Genick, aber dafür in mehreren Jahren. Jemand hat mal zu mir gesagt: "Es war ein Fehler, dass du geboren bist!" Diese Person war und ist wieder eine meiner engsten Freundinnen. Ich habe ihr vergeben, doch dieser Satz verfolgt mich nach wie vor, wenn es mir schlecht geht. Die Zunge ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert!
Kommentare Bisher wurden 8 Kommentare geschrieben
8 Kommentare wurden bereits abgegeben
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8.schrieb am 13.10.2012 19:35
Wow, ich hätte gar nicht gedacht, dass so viele zu dem Artikel ein Kommentar schreiben würde. Vor allem, weil für mich die Arbeit auf der Seite sehr kurzfristig war. Daher erstaunt es mich, dass einige den Artikel doch gelesen haben.
Mir geht es inzwischen gut und ich habe den Boden unter meinen Füßen wieder gefunden. Ich weiß zwar nicht, wie die nächsten Jahre aussehen werden, weil ich nicht mehr sonderlich plane. In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass Gott mich nicht allein lässt und das Leben immer weiter geht. Gott lässt einen nicht im Stich. Er zeigt einen, wie das Leben weiter geht. Und dadurch hat im letzten Jahr und auch den Jahren davor alles perfekt gepasst.
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7.schrieb am 02.07.2011 15:09
so, jetzt ist besser. hab auf meinem bildschirm nicht gesehen, dass das feld bereits aktiviert ist.
ich bin auch in einem christlichen elternhaus aufgewachsen, habe viele fragen gehabt zur heilsgewissheit, zu unverständlichen regeln etc. da ich keine antworten gefunden habe, und viele christen in meinen augen nicht das gelebt haben, was sie predigten, habe ich das ebenfalls auf gott projeziert. außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, sündlos zu leben, also wäre mir damals das heil auch nicht sicher gewesen. es vergingen viele jahre, wo ich gott zwar als schöpfer akzeptierte, aber mir klar war, dass mir mit ihm keine beziehung möglich ist. ich habe die aussagen der menschen mit den aussagen gottes vertauscht. ich hätte mich so gern über gott unterhalten, aber es war nicht möglich in meinem umfeld, denn man hätte mich sofort in eine kirche geschleppt. erst jahre später kam ich per zufall in eine bibelschule, wo der römerbrief ausgelegt wurde, und plötzlich habe ich verstanden, dass
1. gott ist schöpfer, ich bin schöpfung. damit ist die rangordnung klar. mein leben, meine ehre, mein lobpreis, mein sinn des lebens, alles gehört ihm.
2. seine liebe ist unendlich. sie hat keinen anfang und kein ende. wenn gott straft, dann heißt es nicht dass er nicht liebt.
3. das heil kann man sich nicht verdienen. niemand kann das. nichts, was wir tun oder denken, bringt uns dem heil näher. das heil kommt nur durch den glauben, aus gnade.
mein weg war von nun an klar. ich wollte dieses heil, auch wenn es schwer war, es als geschenk anzunehmen. ich wollte mein leben gott weihen, aus gehorsam, aber auch aus liebe zu einem schöpfer, der mich unendlich liebt. ich nahm ihn an. oft schlägt die alte prägung noch durch, und ich frage mich ob gott mich nicht mehr liebt, nur weil ich gerade etwas schlechtes gemacht habe. aber er liebt mich. und ich will ein heiliges leben führen. heiligung ist oft mit schmerzen verbunden, alte gewohnheiten, alte bindungen müssen abgelegt werden. das was dran ist zeigt mir der heilige geist. und wenn man sich auf seine leitung einläßt, dann spürt man die macht gottes. ich habe auch gelernt, gott zu lieben, weil er mir in den unmöglichsten situationen, vor allem dann wenn ich mich von ihm verlassen und verarscht fühlte, das gab es tatsächlich, auf wunderbare weise eine neue tür aufgetan hat, in eine bessere zukunft, als ich dachte dass sie gut ist. ich lerne jeden tag mich darauf zu freuen, was gott für mich vorbereitet hat, und nicht enttäuscht zu sein, wenn etwas nicht klappt wie ich wollte. mein lieblingsvers steht in jesaja 55,8ff. ich versuche, wenn dinge nicht klappen, mich auf das zu freuen, was stattdessen passieren wird, denn ich weiß, dass gott es lenkt, und seine vorstellungen noch großartiger und wunderbarer sind als meine.
gott als vaterfigur zu nehmen, ist kein einfaches ding. wenn man gott vater nennt, dann projeziert man alle erlebnisse, die man in verbindung mit vätern hatte, auf ihn. es ist nicht leicht, ihn als einen anderen vater zu sehen, als den vater, den man menschlich kennt. auch mir fällt es sehr schwer. aber ich lerne es, jeden tag. Jesus sagt selbst in Johannes 8, Verse 27-30: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.
sie sind eins. jesus kann nichts tun, was gegen seinen vater geht. und der vater ist in allem eins mit dem sohn. es ist für uns menschen schwer nachzuvollziehen. aber wir dürfen es im glauben annehmen.
weißt du, was auch toll ist? man kann gott sagen, dass man enttäuscht von ihm ist, und bitten, dass er die situation klärt. unser gott ist kein gott der angst und verzweiflung, diese kommt nur durch den teufel in unser leben. unseres vaters herz schmerzt, wenn er uns so leiden sieht. und wenn wir es zulassen, wird er niemanden in diesem zustand lassen, sondern herausführen ans licht, in seine unendliche liebe.
Ich werde für dich beten, dass gott auch an dir arbeitet und dich wieder zu sich zieht.
be blessed!
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6.schrieb am 02.07.2011 14:47
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5.schrieb am 12.10.2009 12:55
Ich bin vor 10 Jahren nach 18jähriger Zugehörigkeit bei den Zeugen Jehovas ausgestiegen.
Damals hat das meinen Glauben an Gott, Jesus Christus und Bibel nicht negativ beeinträchtigt.
Seit einiger Zeit verspüre ich aber Zweifel an der göttlichen Inspiration der Bibel.
Vor Allem sehe ich gewaltige Unterschiede zwischen dem Bibelgott JHWH und Jesus Christus...
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4.schrieb am 05.09.2009 13:16
Ich glaube ich kann deine Situation gut verstehen, in deinen Beschreibungen habe ich ein Stück von mir wiedergefunden, denn mir ging es vor ein paar Monaten ähnlich. Ich war soweit Alles hinzuwerfen - meinen Glauben, mein Selbstwertgefühl & sogar teilweise mein Leben. Ich habe einfach nicht verstanden, dass Gottes Wege manchmal so krass von meinen Vorstellungen abweichen & wollte es nicht einsehen, dass sie das Beste für mich sind. Doch zum Glück habe ich [komme auch aus einem christl. Elternhaus] Stück für Stück wieder zu Gott gefunden & bin ihm echt sehr dankbar, dass er mich nicht verlassen hat, im Gegensatz zu manchen Menschen. Klar, manchmal kommt auch bei mir alles wieder hoch & ich würde am liebsten alles hinschmeißen, aber es geht immer i.wie weiter.
Achja, & naürlich bete ich auch für dich

Lg, Ina





