Unsere versteckten Supertalente

Gerade laufen die Castings für die RTL-Show „Das Supertalent“. Demnächst werden wir wieder Dieter Bohlen und seine Jury im Fernsehen dabei beobachten können, wie sie Menschen mit den verschiedensten Talenten eine Bühne bieten, sie beurteilen – und am Ende wird einer als strahlender Sieger hervorgehen. Man mag die Show finden wie man will – eines zeigt sie doch: Wir haben Talent! Manchmal müssen wir es einfach nur erkennen.
  • Alles kann ein Talent sein – auch der Bau von Holzklötzchentürmen; Foto: Helene Souza/pixelio.de

 

Es gibt Tage, an denen bin ich furchtbar unzufrieden mit mir. Da brennt das Essen an, da vergesse ich ein wichtiges Treffen mit einer Freundin, da fällt mir beim Schreiben einfach kein gescheites Wort ein. Dann frage ich mich, was ich eigentlich kann. Jeder von uns kennt diese blöden Tage – diese absolut talentfreien Tage.

 

Letzte Woche erklärte mir ein 15-jähriges Mädchen, sie wechsle demnächst auf ein Hochbegabten-Internat. Ihre Noten seien so gut und in Mathe habe sie definitiv eine besondere Befähigung. „Hochbegabt“, dachte ich mir. „Trifft auf mich nicht zu. Ich bin höchstens mittelmäßig begabt – wenn überhaupt.“ Aber die Ankündigung und mein kleiner Funken Neid, der kurzzeitig hochkam, veranlassten mich, mich hinzusetzen und zu überlegen, ob es nicht vielleicht doch Sachen gibt, die ich auch so richtig gut kann.

Nicht nur der IQ zählt

Menschen mit besonderen Talenten sind meistens Menschen mit einem besonders hohen Intelligenzquotienten – so scheint es zumindest. Goethe konnte toll dichten und hatte einen IQ von 183 – so sagt man. Bill Gates gründete Microsoft, verdient Milliarden und hat einen IQ von 160. Schauspielerin Sharon Stone spielte in einigen der bekanntesten Filmen mit und kommt immerhin auf 154. Doch Talent in einer Sache hängt nicht unbedingt vom Intelligenzquotienten ab.

Talent ist erlernbar

Talent kann man erlernen, behauptet der amerikanische Autor und Journalist Daniel Coyle. Er reiste rund um den Globus und beobachtete begabte Menschen. Auch in der Geschichte lassen sich Bespiele finden: Das musikalische Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart hat historischen Aufzeichnungen zufolge geübt und geübt und geübt – bis er perfekt war. Eine gewisse Veranlagung und eine Begeisterung für eine Sache braucht es hingegen schon. Wer sich zum Beispiel nicht für Musik erwärmen kann, weil er einfach keinen geraden Ton herausbekommt, wird auch mit viel Übung kein Opernsänger.  

Muss es denn etwas Besonderes sein?

Das heißt, ich muss mich bei der Suche nach meinem „Supertalent“ an meine Hobbys halten. Vielleicht entdecke ich dort etwas, was ich wirklich gut kann. Jeder von uns macht etwas sehr gerne: Sei es den Kirchenchor zu leiten, eine tolle Torte zu backen oder – in meinem Fall – einen Artikel zu schreiben. Mit der Zeit sind wir alle immer besser geworden in diesen Fähigkeiten. Sind wir vielleicht schon einmal dafür gelobt worden? Hat nicht schon mal jemand gesagt: „Du hast aber ein Talent dafür?“

Etwas zu können, was nur wenige Menschen auf der Welt können, ist natürlich super. Aber im Grunde genommen sehr unrealistisch. Deswegen sollten wir akzeptieren, dass wir nicht alle Genies sind, aber doch in dem ein oder anderen kleineren oder größeren Rahmen ein Talent haben. Ein Talent, das gar nichts Außergewöhnliches sein muss. Ein Talent, mit dem uns Gott vor unserer Geburt, unsere Eltern durch unsere Erziehung und durch Übung ausgestattet haben.

Talent im sozialen Bereich

Wer so gar keine Idee bekommt, in was er gut sein könnte, kann es auch mit Tests im Internet probieren. Dort kann man sich natürlich nicht auf klavierspielerische Fähigkeiten prüfen lassen, aber wer sagt denn, dass ein Talent immer gleich messbar und sichtbar sein muss? Es gibt Menschen, die sind in jeder Stresssituation gelassen und strahlen eine Ruhe aus, die auch auf andere abfärbt. Diese Menschen haben ein unglaubliches Talent, für Gelassenheit zu sorgen und anderen die Panik zu nehmen. Andere können gut zuhören.

Probier’s aus!

Der Mann mit der Mundharmonika, Michael Hirte, oder der britische Opernsänger Paul Potts – ihre Gesichter haben sich uns eingeprägt. Sie sind bekannt geworden durch die Shows „Das Supertalent“ und das englische Pendant „Britain’s Got Talent“. Ob sie wohl von Anfang an wussten, dass sie mit dem, was sie gut konnten und gerne taten ein Talent hatten, mit dem sie Massen begeistern konnten? Sie haben sich einfach getraut es auszuprobieren – auf einer großen Bühne.

Ich brauche keine große Bühne und auch keine Millionen, die mir dabei zugucken. Und deswegen kann ich umso eher ausprobieren, rumprobieren, umfallen, wieder aufstehen und entdecken, was ich alles kann – es ist ganz egal was es ist. Irgendwas kann ich auch, denn wir sind alle einzigartig geschaffen. Und diese Einzigartigkeit an sich verspricht schon interessante Talente.

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