Unser Kampf um Liebe
Mit der „Volxbibel“ erregte er viel Aufsehen. Nun hat Martin Dreyer ein weiteres Buch auf den Markt gebracht: „Jesus rockt“. In seiner gewohnt jugendlich-einfachen Sprache erzählt der Bestseller-Autor darin die Geschichte von Jesus, erklärt die zentralen Aussagen seiner Lehre und setzt sie in Beziehung zur heutigen Lebenswelt. Lies einen Auszug aus dem Buch, das am 14. Februar erschienen ist:
Liebe ist das Ziel des Lebens
Wenn man sich anschaut, was die Menschen alles aus „Liebe“ gemacht haben, kann man manchmal nur noch kotzen. Im Internet begegnet uns auf vielen Seiten eine Liebe, die sich nur auf das Körperliche begrenzt: Liebe ist Sex. Wie arm wäre Liebe, wenn sie nur aus Sex bestehen würde. Sex ist cool, aber Liebe ist viel mehr, sie ist bedingungslose Annahme, sie bedeutet, endlich da angekommen zu sein, wo man schon immer hin wollte. Liebe ist das Ziel des Lebens. Ich glaube, dass sich jeder Mensch nach dieser Liebe sehnt. Wir suchen nach dieser bedingungslosen Liebe auf der Welt und werden immer wieder enttäuscht. Der Partner liebt uns eine Weile, die ersten Jahre vielleicht oder so lange, wie wir attraktiv sind. Aber plötzlich zeigen wir andere Seiten von uns, und dann ist die Liebe verschwunden, wir werden verlassen und manchmal sogar gehasst. So ist Gott nicht! Er liebt die Menschen, ohne dass sie etwas dafür tun müssen. Liebe ist sein ureigener Charakter, seine Ausstrahlung, seine Existenz.
Du brauchst nicht um diese Liebe zu kämpfen! Man kann sie nicht verdienen. Egal, ob du lebst wie Mutter Teresa oder wie Charles Manson oder wie Osama Bin Laden, seine Liebe ist immer gleich. Ich bin davon überzeugt, dass alle Menschen das hören müssen: „Jesus liebt dich!“ Und beim Hören darf es nicht bleiben, wir müssen das inhalieren, uns in einem Vers immer wieder aufsagen, es aufsaugen wie ein trockener Schwamm, bis wir das endlich glauben. Dann erst werden wir frei sein. Wir werden frei sein davon, andere beeindrucken zu müssen. Wir werden auch frei davon sein, uns besser darzustellen, als wir wirklich sind. Wir werden keine Erfolge mehr brauchen, um uns besser zu fühlen, und auch keinen schlankeren Bauch oder noch mehr Muskeln auf den Oberarmen. Und wir brauchen auch kein Koks mehr oder Alk oder sonst was, um uns dieses Gefühl chemisch zu holen.
Wir kämpfen um Liebe
Könnte es sein, dass diese Welt voller Leute ist, die unbewusst wie verrückt um diese bedingungslose Liebe kämpfen, die man eigentlich nur von Gott bekommen kann? Ich sehe das überall. Im Fitnesscenter kämpfen die Männer sich ab an den Gewichten, sie stellen ihre Ernährung um, sie nehmen irgendwelche Pillen, sie schuften wie verrückt, um den ersehnten Waschbrettbauch zu bekommen. Und die Frauen hopsen im „Fatburner-Kurs“ um die Wette, damit sie Körperfett verbrennen, schwitzen im „Bauch-Beine-Po“-Trainingsprogramm, um irgendwie schöner auszusehen, als sie sowieso schon sind. Andere hungern sich fast zu Tode, um so schlank zu sein wie die Topmodels auf dem Laufsteg. Wir fühlen uns so, wie wir sind, nicht wertvoll genug, nicht liebenswert genug.
Vor einigen Jahren lief mal auf dem TV-Sender ProSieben die Serie „The Swan“, moderiert von Verona Pooth, ehemals Feldbusch. In dieser Sendung konnte man ein paar Frauen kennenlernen, die sich alle nicht hübsch und liebenswert fanden, zumindest war das mein Eindruck. In einem richtig harten Trainingsprogramm wurde diesen jungen Frauen gezeigt, wie sie etwas schöner aussehen könnten. Das Programm fing mit einer Ernährungsumstellung und dem Erlernen von Schminktechniken an. So weit, so gut. Aber dann wurde es immer kranker. Die Frauen unterzogen sich einer richtig krassen Tortur mit harten sportlichen Übungen, die sie zum Teil total überforderten. Und dann fingen sie an, sich von einem Schönheitschirurgen unter großen Schmerzen die Lippen aufspritzen, das Fett am Bauch absaugen und die Brüste vergrößern zu lassen.
Als ich das sah, dachte ich nur: Diese Mädchen müssten mal hören, dass es einen Gott gibt, der sie so liebt, wie sie sind. „Jesus liebt dich, egal, wie du aussiehst! Er hat jede Zelle von dir gemacht und findet, dass du total hübsch bist!“ Aber leider gab es dort keinen, der ihnen das erzählt hätte. Vielleicht hat auch die Schönheitsindustrie gar kein Interesse daran, dass diese Botschaft rumkommt. Ich habe nichts gegen schöne Klamotten, Schminke, auch nichts gegen eine gesunde Ernährung und einen schlanken Körper. Das ist alles toll. Die Frage ist doch nur: Warum machen wir das? Fühlen wir uns nur geliebt und liebenswert, wenn wir nach diesen Maßstäben „gut“ aussehen?
Es ist wirklich wahr: Jesus liebt jeden einzelnen Menschen. Wir sind durch ihn und für ihn entstanden! Er ist für jeden Einzelnen gekommen, damit er mit ihm zusammen sein kann. Gott war bei jedem Menschen dabei, als er geboren wurde, keiner ist zufällig hier auf der Welt. Wenn dir das klar würde und du diese Liebe in Jesus wirklich entdecken könntest, was wäre das für eine unglaubliche Befreiung! Der Kampf nach Liebe ist endlich vorbei!
Bekannt wurde Martin Dreyer Anfang der 90er Jahre durch die Gründung der „Jesus Freaks“. Mit der „Volxbibel“ brachte der freikirchliche Theologe, Suchtberater und Diplompädagoge einen Bestseller heraus, der sich inzwischen über 50.000 Mal verkauft hat. Über das „Volxbibel Wiki“ kann sich jeder an der Überarbeitung der Bibelübersetzung beteiligen. Der 45-jährige werdende Vater wohnt in Berlin.
„Jesus rockt“, Pattloch Verlag / Gerth Medien, 256 Seiten EUR 14,99 / 15,50 (A), sFr 22.40, ISBN 978-3-629-02285-1


