Und das an meinem Geburtstag!
Es war mein 15. Geburtstag. Nach einem anstrengenden Vormittag in der Schule war ich intensiv mit den letzten Vorbereitungen für das Kaffeetrinken mit Oma und Opa, den Eltern meiner Mutter, beschäftigt. Oma und Opa kamen pünktlich. Doch etwas war nicht in Ordnung.
Bittere Tränen
Meine sonst so aufgeweckte Großmutter war heute sonderlich still und auch mein Opa gab keinen Ton von sich. Es kostete mich regelrecht Kraft und Mühe, sie in ein Gespräch zu verwickeln. Als sie dann gehen wollten, fiel Oma meiner Mutter plötzlich weinend um den Hals. Tränen rannen über ihre Wangen und sie schluchzte laut. Ich konnte mir schon denken, was passiert war, und begann unweigerlich, mitzuweinen. Das konnte nicht sein. Es durfte einfach nicht sein. Sie war doch noch so jung. Schließlich fand Oma ihre Stimme wieder. Ihre Worte ertranken regelrecht, als sie zu meiner Mutter sagte: „Deine Schwester hat Leukämie.“
Und das an meinem Geburtstag!
Noch nie in meinem Leben hatte ich meine Mutter und meine Oma so gesehen. Oma keuchte vor Wut über die Diagnose, Mama versuchte sie zu beruhigen, glitt aber immer wieder in das eigene Unverständnis ab und erntete sogleich von Opa starke Vorwürfe. Unser Haus bebte vor Enttäuschung und Schmerz. Auch mein jüngerer Bruder war den Tränen nahe. Und das an meinem Geburtstag!
Diagnose: Leukämie
Meine Tante war schon vorher öfter etwas müde und erschöpft gewesen. Auf das Drängen meiner Mutter hin war sie dann tatsächlich zum Arzt gegangen. Doch der konnte außer diesen Auffälligkeiten nichts Besonderes feststellen und schickte die Blutprobe vorsorglich ins Labor. Das Ergebnis war eindeutig: Meine Tante hat mit noch nicht einmal 40 Jahren Leukämie.
Mission in der Familie
Die darauffolgende Zeit war für meine Familie sehr schwer. Während den fünf Chemotherapien wurde mein Vertrauen auf Gott immer mehr auf die Probe gestellt. Da meine Großeltern, mein Onkel, meine Tante und ihr Mann nicht an Gott glauben, wurden sie erst recht immer verzweifelter. Wir versuchten, sie mit unserem Vertrauen auf IHN zu stärken, ihnen Kraft zu schenken, doch es war fast unmöglich. Sie wollten nichts von Gott und SEINEN großen Taten hören. Sie verließen sich lieber auf sich selbst und stützten sich auf die Fähigkeiten der Ärzte. Doch iIrgendwann waren sogar sie der festen Überzeugung, meine Tante würde auf alle Fälle geheilt werden.
Heilung und Segen
Sie wurden nicht enttäuscht. Knapp ein Dreivierteljahr später wurde meine Tante nach ihrer letzten Chemotherapie aus der Klinik entlassen. Sie war vorerst geheilt. Meine Eltern, mein Bruder und ich und auch viele Freunde von uns hatten in dieser schweren Zeit immer wieder zu Gott gebetet und um die Heilung meiner Tante gefleht. Wir sind sicher, dass ER uns getragen hat, als die Diagnose uns den Boden unter den Füßen wegriss. Dass ER uns getragen hat, als die Familie schwer unter diesem Schlag litt und nicht wusste, damit richtig umzugehen. Dass ER uns getragen hat, als wir von IHM erzählten und SEINE Liebe weitergeben wollten. Auch wenn meine Großeltern, mein Onkel, meine Tante und ihr Mann sich nicht auf ein Leben mit Gott eingelassen haben, so haben sie trotzdem sehen können, wie mächtig, barmherzig und liebevoll Gott handelt.
Wir dürfen vertrauen
Oft sind wir am Boden zerstört, sobald uns eine kommende Situation überfordert. Doch wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott für alles einen Sinn hat und aus den noch so schlimmen Dingen etwas wunderbar Gutes machen kann.
Weitere Infos zu Leukämie:
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