Studenten schenken neue Hoffnung in Japan
Sieben Studenten des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission halfen mit beim Wiederaufbau der von Erdbeben und Tsunami verwüsteten Region Sendai – rund 100 km nördlich des zerstörten Kernkraftwerks Fukushima. Gemeinsam mit ihrem Mentor Jochen Kümmerle sowie dem Dozenten für Interkulturelle Theologie, Dr. Jürgen Schuster waren sie drei Wochen lang in Japan. Bei der Katastrophe am 11. März waren mehr als 15.000 Menschen getötet worden, über 7.000 werden noch vermisst. Nach ihrer Rückkehr berichteten sie jetzt:
Am schönsten war zu sehen, wie neue Hoffnung aufkam
„Ich befreite Felder eines Gemüsebauern von Schlick und reparierte die Motoren einiger Landmaschinen, die durch den Tsunami nicht mehr funktionierten. Für mich als Informationselektroniker bereitete es große Freude zu sehen, wie manche Motoren wieder liefen. Aber noch schöner war, dass ich gesehen habe, wie Menschen neue Hoffnung bekommen. Und noch etwas: Der Einsatz in Japan hat mir die Augen dafür geöffnet, wie gut es uns hier in Deutschland geht. Japan ist ein genauso hoch entwickeltes Land wie Deutschland. Es ist kaum vorstellbar, wie eine solche Katastrophe so viel zerstören kann. “ Matthias Rück
Der direkte, persönliche Glaube beeindruckte die Japaner
„Neben der praktischen Unterstützung haben wir den Menschen geistliche Hilfe angeboten. Wenn sie wollten, haben wir für sie gebetet. Manche haben das Angebot angenommen, andere nicht. Die Art und Weise, wie Christen direkt und persönlich mit Gott reden und für die Bedürfnisse anderer Menschen beten, hat viele Japaner beeindruckt.“ Benjamin Wagner
Alleine hätten sie es nie geschafft
„Wir sahen Häuser voller Schlick; Reisfelder mit angeschwemmten, umgekippten Autos und Booten. In der Ortschaft Tona hat der Tsunami alle Häuser auf der einen Seite eines Kanals zerstört. Die Häuser auf der anderen Seite sind renovierungsbedürftig. Damit sie wieder bewohnt werden können, haben wir die Böden vom Schlick befreit, Schlamm und Müll aus den Häusern getragen und die Schränke gesäubert. Außerdem räumten wir einen Garten frei, der voll Müll und Dreck war. Er gehört einem Ehepaar, wobei der Mann behindert ist. Alleine hätte es die Frau nie geschafft!“ Sina Rittsteiger
Die Studenten sollen das Gelernte praktisch umsetzen
„Nach 13 Jahren Missionseinsatz in Japan habe ich nach wie vor viele Freunde dort. Es ist wichtig, die kleine christliche Minderheit bei ihren Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Eine Gefahr durch die Strahlenbelastung bestand für unser Team nicht. Wir mussten etwa 0,04 Millisievert verkraften – das ist etwa die Hälfte dessen, was man bei einem zehnstündigen Transatlantikflug abbekommt. Für unsere Studenten ist es wichtig, nicht nur theoretisch zu studieren, sondern auch die Anwendung des Gelernten kennenzulernen und praktisch zu helfen.“ Dozent Jürgen Schuster
Auch Mentor Jochen Kümmerle war sichtlich bewegt durch den Aufenthalt in Asien: „Es ist uns ganz neu bewusst geworden, dass die Begegnung und Hilfe von Mensch zu Mensch durch nichts zu ersetzen ist!“
Hier gibts mehr Infos zur Liebenzeller Mission.





