Stopp dem Komasaufen!
„Komasaufen“, „Flatrate-Parties“, Stress-Trinken: Alkoholkonsum ist unter Jugendlichen ein Problem. Um Spaß zu haben, sich in der Gruppe zu behaupten oder Probleme zu vergessen, trinken sich viele junge Leute in einen Rausch, der nicht selten im Krankenhaus endet. Wie können junge Christen auf diese gefährliche Entwicklung reagieren?
Die gute Nachricht zuerst: Statistisch gesehen geht der regelmäßige Alkoholkonsum bei Jugendlichen seit Jahrzehnten zurück. Aber: Wenn sich Jugendliche betrinken, dann immer hemmungsloser. Lag die Anzahl der 10- bis 20-Jährigen, die wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus behandelt wurden, im Jahr 2000 noch bei 9.500, waren es 2009 über 26.000 Fälle – eine Steigerung um 178 %! In Nordrhein-Westfalen trinkt sich jeder zweite 15-Jährige regelmäßig in den Rausch.
Jeder Rauschzustand ist eine Vergiftung
Dass exzessives Trinken („Komasaufen“) sehr gefährlich ist, scheint dabei vielen nicht bewusst zu sein. Die Direktorin der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln), Elisabeth Pott, warnt: „Jeder Rauschzustand ist eine Vergiftung. Gerade der hohe und schnelle Konsum von Alkohol kann zu Atemstillstand und letztlich zum Tod führen.“ Aber auch lebensgefährliche Schädigungen der Hirnstrukturen können Folge übermäßigen Alkoholkonsums sein. Hinzu kommt das hohe Suchtpotenzial bei Kindern und Jugendlichen: Je früher der Konsum von Alkohol beginnt, desto höher ist die Gefahr, als Erwachsener zum Trinker zu werden, hat eine US-Studie herausgefunden.
Spaß haben – auch ohne Alkohol
Die meisten Jugendlichen trinken Alkohol, um Spaß zu haben. Viele denken auch, sie könnten Schwierigkeiten einfach „runterspülen“ – was natürlich ein Trugschluss ist: Sie schaffen sich eher noch mehr Probleme. Aber klar ist hier wie dort: Hinter vielen Süchten stecken tiefe Sehnsüchte. Und genau deshalb sind wir jungen Christen gefordert zu zeigen, dass Alkohol keine notwendige Voraussetzung für Spaß und keine Lösung für Probleme ist. Echte Freude kommt von etwas ganz anderem – nämlich von Jesus Christus, dem „Freude-Schenker“. Und mit ihm ist es wirklich möglich, die Probleme dauerhaft „wegzuspülen“, weil Jesus sie am Kreuz getragen hat.
Die Jugendgruppe ist gefragt
Es gibt kaum eine Party ohne Alkohol. Da kann sich schnell eine Form von Gruppenzwang breitmachen. Es ist ja auch kein Zufall, dass „Komasaufen“ ein reines Gruppenphänomen ist. Gerade weil aber die Gemeinschaft eine so große Rolle dabei spielt, ist es wichtig zu zeigen, dass es auch anders geht. Hier sind insbesondere christliche Jugendgruppen gefragt, attraktive Alternativen zu bieten: Konzerte veranstalten, Sportevents ausrichten, Kinoabende anbieten – mit Kreativität und Leidenschaft lässt sich als Gruppe einiges auf die Beine stellen.
Jugendgruppen können aber auch Jugendliche, die bereits Probleme mit Alkohol haben, ermutigen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Man braucht den Alkohol nicht zu verteufeln. Wichtig ist, einen maß- und verantwortungsvollen Umgang mit ihm zu lernen. Man sollte stets die Freiheit haben, Nein zu sagen. Wie wertvoll ist es doch, wenn ich auch zu später Stunde noch ein vernünftiges Gespräch führen kann, ohne am eigenen Geisteszustand oder an dem des Gegenübers zweifeln zu müssen! Oder wenn ich Sorgen nicht im Alkohol ertränken muss, sondern weiß, wo ich Hilfe finde. Gerade wir jungen Christen sollten da Vorbild sein.
Sieben Tipps gegen Alkoholmissbrauch
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt auf der Webseite ihrer Jugendkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit!“ sieben Tipps für einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol:
1. Alkohol nicht als Durstlöscher einsetzen
2. Sich Zeit lassen beim Trinken
3. Bei „Trinkrunden“ aussetzen
4. An Freunden oder Bekannten orientieren, die wenig oder gar keinen Alkohol trinken
5. Alkohol freundlich, aber bestimmt ablehnen
6. Keine Trinkspiele oder „Flatrate-Parties“ mitmachen
7. Kein Alkohol bei Frust oder Traurigkeit trinken


