Springtime Festival: 7 Bands brachten die Masse zum Kochen
Heiß her ging es Anfang Juni in Frauenfeld: Bei über 30 Grad im Schatten hatten sich 2.000 Musikfans auf den Weg gemacht, um beim fünften Springtime-Festival dabei zu sein. Darunter auch erstaunlich viele aus Deutschland. Zum Jubiläum hatten sich die Organisatoren nicht lumpen lassen: Mit dem Headliner "Switchfoot" erfüllten sie sich einen lang gehegten Wunsch. "Superchick" hatten auch im Vorjahr schon die Springtime-Massen begeistert, während es für "Hawk Nelson" die erste Konzertreise auf europäischem Boden war. Außerdem kam als deutscher Vertreter "Good Weather Forecast", dazu die Niederländer "Make Up Your Mind", "NewWorldSon" aus Kanada und "HB" aus Finnland.
Begeisterung von Anfang an
Passend zum guten Wetter ging's am frühen Nachmittag mit "Good Weather Forecast" los. Für die Bayern war es der erste Auftritt im Ausland, und ihre Begeisterung darüber übertrug sich sofort aufs Publikum. Mit ihrer fröhlichen Musik, die die Band selbst als Crunk-Ska bezeichnet, brachten sie die Massen zum Tanzen und Singen.
NewWorldSon: Von Gospel bis Rap
Danach überzeugte die kanadische Band "NewWorldSon" mit ihrer Mischung aus Rock, Hip-Hop, Funk, Gospel und Reggae. Sänger Joel Parisien, dessen Stimme an Jamie Cullum erinnert, erschien im edlen Anzug, und tatsächlich würde die Musik auch gut in eine Bar passen. Besonderen Applaus erhielt neben Parisiens Beatbox-Einlagen vor allem eine Percussioneinlage von Drummer Mark Rogers, bei der er mit den Schlagzeugstöcken Mikrofon und Ständer bearbeitete. Die Band ist im Wechsel der Musikstile ungemein variabel, vom zweistimmiger Gospelgesang über Rapeinlagen bis hin zu Kontrabass und E-Gitarre.
Gute-Laune-Band Make Up Your Mind
Anschließend kamen die Niederländer von "Make Up Your Mind". Mit ihrer festivalerprobten Mischung aus Ska und Punk konnten sie schon im letzten Jahr die Massen in der Festhalle Rüegerholz begeistern. Nun machten sie genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten.
HB lud Fans zum Beten ein
Mit den Finnen von "HB" konnten die Festivalbetreiber einmal mehr eine musikalische Überraschung für sich verbuchen, denn deren Symphonic Metal grenzte sich stark von den anderen Bands ab. Angeführt von Frontfrau Johanna Aaltonen spielte die Band Musik, die stark an "Nightwish" oder "Within Temptation" erinnerte, allerdings mit bewusst christlichen Texten. Und so rief die Sängerin am Schluss ihres Einsatzes dazu auf, mit den Musikern über den Glauben zu sprechen oder für sich beten zu lassen.
Hawk Nelson: Längst kein Geheimtipp mehr
Als "Hawk Nelson" die Bühne betrat, kam die große Musikwelt nach Frauenfeld. Die Kanadier sind mit ihrem Poppunk, der an "Blink 182" erinnert, in den Vereinigten Staaten auch auf dem säkularen Markt erfolgreich. Begeistert von ihrer ersten kurzen Tournee in Europa verbreiteten sie auf der Bühne richtig gute Laune. Sänger Jason Dunn dirigierte das Publikum, das sich nicht lumpen ließ, hüpfte und tanzte. Erstaunlich viele Fans konnten auch einige der Lieder mitsingen – ein Anzeichen dafür, dass Hawk Nelson in Europa längst kein Geheimtipp mehr ist.
Tanzen mit Superchick
"Superchick" konnte praktisch da weitermachen, wo Hawk Nelson aufgehört hatte, weil die Fans sich schon warmgetanzt hatten. Als Headliner des Vorjahres waren sie bestens bekannt und verliehen ihrer Freude Ausdruck, wieder dabei sein zu dürfen. Die Amerikaner um die Schwestern Tricia und Melissa Brock, deren Lieder es schon in einige amerikanische Fernsehshows geschafft haben, hatten den Fans sogar einen Tanz aus ihrer Heimat mitgebracht, den das Publikum begeistert mitmachte. Am Schluss ihres Auftritts hätte die Band ihr Publikum am liebsten im Handgepäck mit nach Hause genommen.
Gitarrenspiel mit den Zähnen
Höhepunkt des diesjährigen Springtime-Festivals waren dann "Switchfoot". Die Kalifornier präsentierten auf ihrer zweiten Europatournee ihr neues Album "Hello Hurricane", und wie es sich für Superstars gehört, brachten sie die ganze Halle zum Kochen. Sänger Jon Foreman verbrachte fast mehr Zeit auf der Bühnenkante ins Publikum gelehnt als an seiner Gitarre. Aber auch auf der Bühne ging Jon Foreman so richtig ab. Er sprang herum, half Schlagzeuger Chad Butler beim Trommeln aus und bearbeitete seine Gitarre mit den Zähnen. Bei der energiegeladenen Rockshow sangen die Fans fast alle Lieder fleißig mit. Am Ende wollte das Publikum die Band gar nicht gehen lassen. Diese revanchierte sich mit einer anschließenden Autogrammstunde.
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