Soll ich Missionar im Ausland werden?
"Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker" heißt es in Matthäus 28, 19. Allein die Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) bietet zahlreiche offene Stellen an. Missionare werden gesucht! Doch wie stelle ich fest, ob ich als Missionar geeignet bin. Dazu einige Tipps.
Jesus kennt dich, er weiß, wer du bist, er hat dich gemacht. Er weiß auch, was und wer deine Persönlichkeit und deinen Glauben geprägt hat. Nun geht es darum zu hören, wozu er dich gemacht hat, wo er dich haben will. Diesen Auftrag bekamen wir nicht schriftlich bei der Geburt oder Bekehrung mitgeteilt, aber wir können ihn mit Gottes Hilfe herausfinden. Es wird sicherlich kein Zettel vom Himmel fallen, wo draufsteht „Werde Missionar“, aber Gott sagt uns, ob es sein Wille ist, dass wir diesen Weg gehen. Zunächst sollten wir uns selber hinterfragen. Hierfür gibt es vier wichtige Begriffe: Bekehrt, Begabt, Bewährt, Berufen.
Die drei ersten Begriffe sind der Unterbau für jeden Dienst in der Mission. Ohne diese Voraussetzung ist die Gefahr zu groß, dass du scheiterst, frustriert zurückkehrst und den Menschen keine wirkliche Hilfe bist.
Allein die Bekehrung macht keinen Missionar
Ohne den Unterbau der ersten drei Bereiche ist davon abzuraten, in die Mission zu gehen. Denn allein die Bekehrung macht keinen Missionar: Bekehrung heißt, dass du dich zu Jesus gewandt hast, dass du seiner Einladung gefolgt bist und willst, dass er ganz zu dir gehört und du ganz zu ihm. Allein die Begabung macht auch keinen Missionar: Kannst du gut und unkompliziert mit Menschen umgehen? Bist du ein guter Kommunikator? Bist du bereit, auf Vertrautes zu verzichten? Sprachbegabung sollte man nicht zuvorderst ansetzen. Es gibt Länder mit einfachen Sprachen und mit schweren. Eine Sprache kann man lernen. Scheu, über den Glauben frei zu reden, disqualifiziert nicht. Viel wichtiger ist, dass du die Leute lieb hast und mit ihnen umgehen kannst. Du musst immer daran denken: Gott kann zusätzliche Gaben schenken für die Aufgabe, die er für dich hat. Er ist Schöpfer, er hat die Ressourcen – er gibt gerne nach seinem Willen! Allein die Bewährung in irgendeiner Aufgabe macht jedoch auch keinen Missionar: Die Bewährung vor Ort in deiner Gemeinde, im Alltag oder in der Familie zeigt, ob du mit diesen Gaben umgehen kannst, ob du teamfähig bist oder dir das nur einbildest. Ob du verlässlich bist mit deiner Verantwortung oder nur Hans Dampf in allen Gassen. Ob du die Geduld hast, etwas durchzuziehen – auch wenn es nicht so Spaß macht und der Erfolg nicht sofort sichtbar ist. Du brauchst letztendlich alle vier Komponenten: Bekehrung, Bewährung, Begabung, Berufung.
Bekehrung, Bewährung, Begabung, Berufung
Aber was ist mit der Berufung? Du willst Gottes Willen tun, weißt aber nicht recht, was dran ist. Du suchst Gewissheit. Schließlich berichten manche Missionare ja von einer ganz speziellen, dramatischen Berufung. Wenn unser Leben Jesus Christus gehört (Römer 12,1 + 2) und unser ganzes Leben ein Gottesdienst ist, dann ist es nur noch eine Sache der Platzanweisung, wo du zu dienen hast. Petrus sagt, dass wir Christen eine Nation von berufenen Priestern sind, und als Priester für Gott in dieser Welt tätig sind. Er unterscheidet nicht zwischen Hauptamtlichem und Ehrenamtlichem. Wo du bist, da bist du von Gott berufen, für ihn und seine Botschaft zu leben! Anhand des folgenden Fragenkataloges kannst du prüfen, ob deine Berufung die Mission im Ausland ist:
Fundiert, betend, aktiv, objektiv, realistisch, konkret
Fundiert: Lebe mit Jesus und seinem Wort. Das ist der Maßstab für Christen.
Betend: Sei im regelmäßigen Gespräch mit Jesus über deine Pläne und Wünsche. Bitte ihn, seinen Willen gerne zu tun.
Aktiv: Arbeite in deiner Gemeinde mit und sei offen für Ratschläge anderer. Gib großzügig von deinem Reichtum und Gaben für Gottes Sache.
Objektiv: Beziehe Verantwortliche deiner Gemeinde mit ein in deine Überlegungen in den vollzeitlichen Dienst zu gehen. Höre ihren Rat.
Realistisch: Prüfe deine Gaben. Wichtige Fragen: Kannst du gut und unkompliziert mit Menschen umgehen? Bist du ein guter Kommunikator? Bist du bereit auf Vertrautes zu verzichten?
Konkret: Informiere dich über Weltmission und Ausbildung, nimm mit einer Missionsgesellschaft Kontakt auf. Bete, reflektiere, rede mit Leuten, die im Glauben stehen und zu deiner Gemeinde gehören.
Wir Deutschen sind oft Zauderer
Ich glaube, wir Deutschen sind oft große Zauderer. Und das liegt nicht an Gott, sondern an unserer Kultur, die alles absichert, versichert, vorsorgt – und das ganz individuell. Wir sind weltweit für unsere Sicherheit und Qualitätskontrolle berühmt. Aber im Glauben kommt diese kulturell geprägte Sicherheit an eine Grenze. Der Glaube an Jesus wagt Schritte, auch wenn diese uns so vertraute Sicherheit fehlt. Dann wird immer Spannung da sein, zwischen dem nüchternen Abwägen und Prüfen und dem Glaubensschritt, der immer ein Wagnis bleiben wird.
Infos zur AEM gibt's hier.


