Rettung einer Rapperin
Sie gehörten einst zu den Stars am HipHop-Himmel: Cheryl James alias Salt, Sandy Denton alias Pepa und Deidre Roper alias DJ Spinderella. Bekannt wurde das Trio mit dem Namen Salt-n-Pepa vor allem mit dem Lied „Let’s talk about sex baby“ (Lass uns über Sex reden) – ein weltweiter Nummer eins Hit. 13 Millionen Platten sollen die drei Rapperinnen verkauft haben. Eine große Wandlung hat Cheryl James gemacht. Vor etwa zehn Jahren wurde das HipHop-Girl Christ. Sie stieg aus dem Musikgeschäft aus, die Freundschaft zu den beiden anderen Mitgliedern des HipHop-Trios zerbrach.
Mehrfach waren sie für einen Grammy nominiert – einmal gewannen sie die begehrteste Auszeichnung im Musikgeschäft. Ins Rampenlicht kam Cheryl 1986 – in diesem Jahr erschien das erste Album des Trios „Hot, Cool & Vicious“ (heiß, kühl und teuflisch). Die weiblichen Rapper wurden zunehmend bekannter. Doch der Erfolg in dem männerdominierten Geschäft forderte seinen Tribut: Cheryl bekam Depressionen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere empfand sie ihr Leben hinter der Bühne zunehmend als Bedrückung. Ihr vollgepackter Terminkalender ließ ihr keine Zeit zur Entspannung oder um die Erlebnisse zu verarbeiten. „Ich kam an einem Punkt, wo ich damit nicht mehr zurechtkam. Ich war am Boden zerstört“, sagt sie in dem US-Magazin „Christianity Today“. Ein weiteres Problem für Cheryl: der Schönheitswahn. Der Druck, immer schlank und sexy aussehen zu müssen, führte bei ihr dazu, dass sie Brechsucht (Bulimie) bekam. In dieser Phase entschied sie sich aufzuhören und die Gruppe zu verlassen. Das war 1998. Erst vier Jahre später erklärte die Gruppe offiziell ihre Auflösung.
Nur Gott konnte ihr helfen …
Sie war ausgelaugt, am Ende. „Niemand außer Gott konnte mir helfen.“ Sie begann zu beten. Sie bat um Hilfe aus ihrer Krise. Für sie gab Gott ihr eine Antwort mit den Worten „Ich will alles von dir.“ Sie sollte ihr Leben umkrempeln – weg vom Glanz und Glamour hin zu Gott. „Ich begann herauszufinden, wer ich eigentlich war und was Gott für mein Leben will“, schreibt sie auf ihrer Internetseite. Cheryl schloss sich einer Gemeinde an. Sie versöhnte sich nicht nur mit ihrem Ex-Freund Gavin Wray – dem Vater ihrer Tochter Corin –, sondern heiratete ihn auch. Die beiden bekamen einen Sohn namens Chapelle und ließen sich in New York nieder. Im Laufe der Zeit besiegte sie auch ihre Brechsucht.
2005 startete sie eine eigene Solokarriere. In ihrem Album „Salt unrapped“ gibt sie Zeugnis von ihrem Weg mit Gott und den Veränderungen in ihrem Leben, der Musik, ihrer Ehe und der gesamten Perspektive auf das Leben. „Einst hatte ich alle meine Ziele erreicht, aber dennoch eine innere Leere in mir gespürt.“ Ihr Album, das im März 2007 unter ihrem eigenen Plattenlabel GavFam Music erschienen ist, gibt einen Einblick in ihr Leben. In einem Lied geht es auch um ihre ehemalige Partnerin Sandy: In „A letter to Pepa“ lässt Cheryl die gemeinsamen Jahre Revue passieren und bringt zum Ausdruck, wie viel ihr die gescheiterte Beziehung zu Sandy bedeutet.


