Respektiere mich!
"Früher war alles besser..." hört man oft. Vor allem fällt dieser Satz im Zusammenhang von Bildungspolitik und Jugendkultur...
Eine große Berliner Zeitung mit noch größeren Buchstaben berichtete den ohnehin verunsicherten Mitbürgern Folgendes: "Wieder jugendliches Komasaufen - 23 Jugendliche am Wochenende von der Polizei aufgesammelt".
Ja, ja, die bösen Jugendlichen. Keiner weiß mehr, wie man mit diesen kleinen, saufenden, gröhlenden Pubertätsterroristen fertig werden soll.
Ach Moment, es interessiert ja keinen!
Man hört an Tagen, welche mit Zeitungsschlagzeilen über Jugendliche bombardiert werden immer alle über Jugendliche und irgendwelche Möglichkeiten, die sich der Politik doch bieten sollten, um Herr der Lage zu werden.
Am schlimmsten ist es immer nach Amokläufen. Da überlegt man Computerspiele zu verbieten, aber den Jugendlichen hört man nicht zu.
Überhaupt haben Kinder und vor allem Jugendliche keine Lobby. Niemand hört ihnen zu, es werden ihnen keine altersgemäße Lebensräume geboten und dann haben auch noch viele Angst vor ihnen. In meiner Arbeit mit jugendlichen beobachte ich immer wieder, dass Jugendliche meistens dann ausrasten und es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, weil Erwachsene ihnen mit verbaler Gewalt begegnen und sie wie kleine Babies behandeln. Ein Sechszehnjähriger will nicht wie ein Baby behandelt werden. Passiert dieses jedoch, und es geschieht täglich, versucht der Jugendliche sich zu behaupten, weiß aber entweder sich nicht gewaltfrei zu helfen (was an der mangelden Aufmerksamkeit der Erziehenden liegt) oder reagiert, wie es im Übrigen auch viele Erwachsene machen: menschlich.
Hört man den Jugendlichen zu und zeigt ihnen, dass es Grenzen gibt, die zu einem besseren Zusammenleben führen können, kann man Jugendlichen helfen, sozialkompetente Menschen in dieser Gesellschaft zu werden.
Das klingt natürlich alles jetzt sehr einfach - ist es aber nicht. Aber man sollte es versuchen.
2 Kommentare wurden bereits abgegeben
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2.schrieb am 14.01.2009 15:53
Ich find das ungerecht... also wie ich behandelt werde... welche in meiner Klasse meinen ich geh mal irgendwann in der Schule amoklaufen nur weil ich sage sie sollen nicht so fies zu mir sein
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1.schrieb am 01.12.2008 11:37
Von Ausnahmen abgesehen denke ich, dass die vermeintliche zunehmende Aggresivität von Jugendlichen ein "hausgemachtes Problem" ist. Viele haben in ihrem Elternhaus weder die nötige Liebe, noch Anerkennung oder Erziehung bekommen. Die vielen politischen Vorschläge zielen am eigentlichen Problem vorbei. Sie behandeln nur die Auswirkungen, nicht die Ursachen.




