Organischer Worship
Das Rend Collective Experiment bringt frischen Wind in die Worshipszene. Die jungen Musiker machen unkonventionellen, kreativen Lobpreis ohne feste Bandmitglieder – dafür aber gerne auch mal mit dem iPhone. Alltagstauglich, authentisch und in Bewegung soll ihre Musik sein. Mit den „Organic Family Hymnals“ veröffentlichten sie kürzlich ihr Debüt-Album.
Ein Experiment – das sind die Musiker aus Nordirland wirklich. Eigentlich kann man sie gar nicht als Band bezeichnen, eher als einen Haufen von Freunden, die Gott suchen und Musik für ihn machen wollen. Wie viele Bandmitglieder Rend Collective Experiment hat, weiß niemand so genau. Am liebsten würden die Musiker sowieso auf jedem Konzert 500 neue Mitglieder aufnehmen.
Worship als Bewegung
Dahinter steckt die Idee, Worship zu einer Massenbewegung zu machen. Er sollte nicht nur von einer Handvoll Menschen auf einer schicken Bühne betrieben werden, während der Rest nur bequemer Zuhörer bzw. Zuschauer bleibt. Rend Collective Experiment will nicht unterhalten. Die Band will eine Bewegung bilden, die Gott anbeten möchte. Eine Bewegung, die den Lobpreis über den Gottesdienst hinaus in den Alltag trägt.
Eine musikalische Familie
Diese Verankerung im Alltäglichen spiegelt auch der Bandname wieder: „Rend“ ist einem Bibelvers entlehnt. Da heißt es: „Rend your heart and not your garments“ („Zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider“, Elberfelder, Joel 2,13). Die Band sieht den Satz als Aufforderung an, authentisch zu sein und keine Show zu bieten. Darum nennen sie ihren Stil auch Organic Worship. Sie legen wert darauf, dass ihre Musik in einem natürlichen Umfeld entsteht, von authentischen Menschen gemacht wird. Und ein „Collective Experiment“ sind sie, weil sie als musikalische Familie neue Wege gehen wollen.
Kreativität und Liebe
„Organic Family Hymnals“ ist eine bunte Sammlung von 13 mal Kreativität und Liebe zu Gott, die sich in großartiger Musik ausdrückt. Dabei gefällt mir besonders, dass sich aussagekräftige Texte mit wunderschöner Musik verbinden. „Come on, come on, it's time to look up“ heißt es im Auftaktstück – eine Einladung, die Musik nicht nur zu genießen, sondern zu verinnerlichen. Es folgt das absolut radiotaugliche „Faithful“, eine Kooperation mit David Crowder: mitreißend, stimmungsvoll, wer hier nicht begeistert mitsingt, hat was verpasst. Gute Laune garantiert! Ein weiterer Höhepunkt ist das ruhige „You Bled“. Hier heißt es im Mittelteil überraschend einfach: „Yes, Jesus loves me“. Diese klare Botschaft ist das, was das Rend Collective Experiment vermitteln will. Insgesamt ist „Organic Family Hymnals“ ein wirklich überraschendes Album. Nie langweilig, nie gleich, immer mit voller Begeisterung für Gott. Oft sind mir unsere herkömmlichen Lobpreislieder zu simpel gestrickt. Das ist hier definitiv nicht der Fall.
iPhone-Worship
Kreativität ist sicher das, was das Rend Collective Experiment am meisten auszeichnet. Sowohl in der textlichen Gestaltung, als auch in der Musik. Denn dort sorgt ihre große Mitgliederzahl für eine riesige Bandbreite an Instrumenten. Experimentell sind auch ihre Versuche, Musik nur mit ihren iPhones zu machen. In einem Video auf YouTube sitzen vier Mitglieder der Band in einem Raum und spielen „How Great Is Our God“. Und es klingt gut. Auch auf Konzerten kann man diese kleine Extravaganz beobachten.
Ganz ehrlich, ich bin nicht der Typ, der auf Worshipkonzerte geht und in seiner Freizeit Hillsong hört. Aber Rend Collective Experiment!
Schau Dir den iPhone-Worship-Clip an:
Flash ist Pflicht!

