Nina Hagen: Jesus ist mein Manager!
„Grüß Gott liebe Geschwister!“ Fast hätte eine Mandelentzündung den wohl kurzweiligsten Auftritt auf dem „Roten Sofa“ im Medienzelt der EKD auf dem Evangelischen Kirchentag zunichte gemacht: Rocksängerin Nina Hagen begrüßte in ihrer gewohnt unorthodoxen Art aber mit heiserer Stimme die zahlreichen Besucher im rund 60 Grad heißen Zelt.
Die wurden nicht enttäuscht, als sie erzählte, wie sie ihren Weg zu Jesus fand. Schon seit ihrer Kindheit habe sie gewusst, dass es mehr geben muss als das Weltliche. Die Stimme ihres Herzens sei schon immer auf Gerechtigkeit fixiert gewesen. Dennoch hätte sie in ihrer Jugend Gott ganz bewusst gelästert: „Ich wollte Jesus testen, ob es ihn gibt!“ Nachdem sie sich am nächsten Morgen im Sportunterricht das Bein gebrochen hatte, wusste sie: „Gott gibt’s!“
Die Liebe des Vaters
Was die Liebe eines Vaters ausmacht, habe sie durch ihren Vater mitbekommen, auch wenn dieser ein Atheist gewesen war. Den Weg zur Wahrheit in Jesus Christus führte über ein hinduistisches Ashram. Nach einiger Zeit habe sie aber gemerkt, dass ihr etwas vorenthalten wurde. Gott brauche schließlich keine Tieropfer und auch das Kastenwesen der Hindus kam ihr zutiefst unmenschlich vor: „Das ist ja so, als wenn auf der Kirche steht: Ehemalige Sünder Eintritt verboten!“ Durch Jesus Christus wisse sie, dass alle Menschen gleichwertig und geliebt sind.
Vision von Jesus
Nina Hagen berichtete von ihrem Nahtoderlebnis, bei dem sie eine Vision von Jesus gehabt habe. Er habe ihr deutlich gemacht, dass er sie nie fallen lassen werde. Dass sie ein kreativer Mensch geworden ist, sei für sie selbstverständlich, denn das seien schließlich ihre Früchte als Christ. „Jesus ist mein Root-Boy und mein Manager“, stellte die 56-jährige Berlinerin klar und stimmte einige Lieder ihres neuen Albums an. Darin kommt auch die Textzeile vor, dass sie sich vom Teufel nicht den Rock n Roll stibitzen lassen wolle. Die Zuschauer nahmen es ihr mit tosendem Applaus ab. Nina Hagen veröffentlichte im letzten Jahr ihre Autobiographie „Bekenntnisse“, die zu einem Bestseller wurde.


