Nach dem Abi: Ein Jahr für Gott!?
Es ist Prüfungszeit. Viele junge Leute bringen gerade ihre Schulzeit hinter sich. Doch wie man in das Berufsleben starten soll, ist gar keine leichte Entscheidung: Neben Ausbildungs- oder Studienplatz kommt für viele auch erst mal ein Jahr Auszeit in Frage, um nicht sofort mit der Lernerei weiterzumachen. Mancher will sogar ein ein Jahr für Gott investieren. Welche Motivation steckt dahinter und was kann man dabei erleben? Drei junge Leute berichten.
Maya: Nach dem Abitur nach Tansania
Maya ist 18 und diese Woche mit ihrem Abitur fertig geworden. Dass sie das nächste Jahr nicht in ihrer baden-württembergischen Heimat verbringen wird, steht für sie schon lange fest. Wohin es geht, weiß sie aber erst seit einigen Monaten: Ab August wird sie in Dar-is-sallam, einer Stadt in Tansania in einer Schule für Missionarskinder tätig sein: „Afrika war schon immer ein faszinierender Kontinent für mich – mitsamt diesem krassen Arm-Reich-Unterschied“, erzählt sie. Dies dann mitzuerleben, findet die junge Frau zwar herausfordernd, aber dennoch freut sie sich auf ihre Aufgaben.
Mehr Zeit für mich und Gott
Hinzukommt, dass Maya vorhat, zukünftig Religionspädagogik zu studieren, wofür ein soziales Jahr Voraussetzung ist. Doch dieser zweckdienliche Aspekt, so betont sie, sei nicht der einzige Beweggrund für ihr Auslandsjahr im Missionsdienst: „Ich möchte das Jahr auch bewusst für Gott einsetzen und erwarte von den kommenden zwölf Monaten, dass sich meine Beziehung zu ihm verändert.“ Schon deswegen, so führt die Abiturientin aus, weil sie dort mehr Zeit für sich und damit auch für Gott haben werde.
Gregor: Kinder- und Jugendarbeit in Süddeutschland
Zeit für Gott auch hat Gregor. Er macht er sogar ein „Zeit-für-Gott-Jahr“. Im Gegensatz zu Maya steckt er mittedrin in dieser Form des FSJs. Weil er nach der Schule nicht wusste, wie es weitergehen sollte, entschied sich der 20-Jährige zunächst für eine Auszeit. Aus seiner Heimatgemeinde in Bad Schwartau war ihm bereits das Angebot eines „Zeit-für-Gott-Jahres” bekannt und die Idee, ein Jahr in der Gemeinde und dabei für Gott zu arbeiten, reizte ihn.
Dinge ausprobieren, die man sonst nie tun würde
Nun arbeitet er seit acht Monaten in einer Gemeinde in Süddeutschland, vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit. Seither habe sich, so erzählt er, seine Beziehung zu Jesus auf jeden Fall verändert: „Ich habe viel Neues kennengelernt, auch über Gott, und bin mit Dingen konfrontiert worden, über die ich zuvor noch gar nicht nachgedacht habe“, erklärt der begeisterte Musiker. Aber vor allem nehme er sich jetzt mehr Zeit für Gott. „Obwohl“, fügt er an, „ich die vorher bestimmt auch schon gehabt hätte“. Auch er persönlich habe sich durch neue Erfahrungen verändert, ist er sich sicher. „Schon allein deswegen, weil man Dinge ausprobiert, die man normalerweise nicht tun würde.“ Deshalb, so Gregors Fazit, könne er jedem ein solches Jahr weiterempfehlen.
Anna: Missionarisch in Südamerika unterwegs
Auch Anna weiß jede Menge guter Gründe, warum ein Jahr für Gott sinnvoll ist, denn sie verbrachte zwölf Monate in Südamerika. Zum einen biete so ein Jahr eine ungemeine Horizonterweiterung, zum anderen die Möglichkeit, andere Menschen und Kulturen kennenzulernen, erzählt die 22jährige. Letzteres war für sie auch ein Grund für die Entscheidung zum Auslandsjahr. Nach der Schule war sie etwas ratlos und kann nun im Nachhinein sagen: „Dieses Jahr har mir Orientierung für mein Leben gegeben. Da kann man rausfinden, wer man ist und wohin man will“.
Abhängig von Gott
Anna hat sich auch bewusst für ein Jahr mit einem missionarischen Hintergrund entschieden, weil Christsein ein Teil ihres Lebens sei und es für Christen auch einen klaren Auftrag gäbe, hinaus in die Welt zu gehen. „Da draußen“ in der Welt kam die junge Frau in Grenzsituationen, die sie Gott praktisch ausgelieferten: „Du gerätst da in Situationen, in denen dir dein normales, 'deutsches' Wissen einfach nichts bringt, vor allem wenn du kein Spanisch kannst“, erzählt die Süddeutsche, die erst im Laufe ihres Auslandsaufenthaltes die Sprache lernte. Die Abhängigkeit Gott gegenüber, in die sie dadurch geriet, förderte jedoch ihren Glauben ungemein.
„Ich wurde am stärksten verändert“
Ziemlich naiv sei sie in dieses Jahr gestartet, weiß die angehende Hotelfachfrau heute: „Ich wollte so viel verändern und letzten Endes war ich diejenige, die am stärksten verändert wurde.“ Umso mehr möchte sie junge Menschen ermutigen, sich aus dem vertrauten Umfeld hinaus zu trauen: „Du kannst dir gar nicht vorstellen, welche Abenteuer auf dich warten und wie dich neue Erfahrungen komplett verändern werden!“ Und dann fügt Anna noch hinzu: „Wir sollten Gott aber nicht nur ein Jahr widmen, sondern unser ganzes Leben!“
Infos zu Möglichkeiten, um ein Jahr für Gott zu investieren, findst Du hier:
Forum Wiedenest, „Zeit für Gott“-Programm der Baptisten, Kontaktmission, Liebenzeller Mission


