Mit 23 tot auf dem 
Missionsfeld in Afrika

Helge Sturz geht für fünf Monate ins ostafrikanische Uganda, um den Menschen dort Gottes Liebe zu bezeugen. Kurz vor seiner Rückkehr stirbt der 23-Jährige an den Folgen einer Malaria-Infektion. Zur Beerdigung des jungen Christen kamen am 8. Juni rund 550 Trauergäste ins niedersächsische Augustfehn.
  • Fotos: privat

 

Helge Sturz ist begeistert von Jesus. Damit möglichst viele junge Menschen den Messias kennenlernen, engagiert sich der Sohn eines Baptistenpastors für ein ungewöhnliches Projekt an seinem Wohnort Augustfehn im Ammerland: Er sorgt dafür, dass die ehemalige Gaststätte „Radlertreff“ nicht abgerissen, sondern zu einem Begegnungszentrum ausgebaut wird. Im Frühjahr 2011 wird das „Dock 20 – Café und mehr“ eingeweiht. Auch eine Übertragung der Evangelisation „JesusHouse“ findet dort statt – und 4 junge Leute werden Christen.

Die Familie zieht es nach Uganda

Dann zieht es Helge Sturz nach Uganda. Seine Familie hat gute Kontakte zum christlichen Hilfswerk „Vision für Afrika“. Dessen Leiterin, Maria Prean, erzählt in der Familie Sturz begeistert von der Arbeit. Das hat Folgen. Helges Eltern, Hans-Dieter und Inge Sturz, besuchen im Sommer 2011 die Missionsprojekte. Ihnen wird klar, dass Gott sie hauptamtlich in den Dienst nach Afrika sendet. Der Arbeitsbeginn ist für Mai 2012 vorgesehen.

Wie afrikanische Ameisen schmecken

Helge bewirbt sich als Volontär – und fliegt schon Anfang Januar nach Uganda. Er will seinen Eltern den Einstieg erleichtern. „Ich fühle mich superwohl und bin total glücklich, hier zu sein“, schreibt er an Freunde. Auf der Internetseite www.helgesturz.de berichtet er über seine Erfahrungen. Er wiegt Babys in den Waisenhäusern der Mission in den Schlaf: „Als 10-facher stolzer Onkel ist das natürlich kein Problem.“ Der gelernte Landschaftsgärtner legt eine Treppe und Gärten an. Er baut aus alten Besenstielen Gardinenstangen und Schuhregale: „Ich liebe die Arbeit hier, weil man viel improvisieren muss.“ Er startet eine Hühner- und Schweinezucht, lernt Ziegen zu schlachten und zuzubereiten. Er macht die Erfahrung, dass afrikanische Ameisen „in etwas Öl frittiert und gesalzen fast wie Chips schmecken“. Die 6 Arbeiter, die er anleitet, loben ihn. Er sei „fast ein richtiger Schwarzer geworden“. Gerade bei Problemen spürt er, „wie Gott bei mir ist und mir hilft“. Wenige Tage vor dem Rückflug erkrankt Helge an Malaria.

Die Malaria-Erkrankung wird zu spät erkannt

Weil er wegen einer Autoimmunerkrankung ständig Medikamente nehmen muss, wird die Tropenkrankheit – ihr fallen jährlich weltweit 1,2 Millionen Menschen zum Opfer – bei ihm zu spät erkannt. Die Krankheit wird durch Parasiten verursacht, die Leber und rote Blutkörperchen zerstören, wobei die Parasiten durch die Stiche infizierter Mücken übertragen werden. Man bringt Helge in die beste Klinik in Ugandas Hauptstadt Kampala. Dort kann man aber nichts für ihn tun.

„Wir wissen, dass du 
zu Hause bei unserem Vater bist“

Sein Bruder Gerrit – ein Arzt – kümmert sich darum, dass er mit einem Rettungsflugzeug nach Nairobi in Kenia in eine Spezialklinik gebracht wird. Doch bevor das Flugzeug startet, stirbt Helge – vier Tage nach dem Ausbruch der Krankheit. Bis zuletzt beten seine Eltern und fast 500 Facebook-Freunde für seine Heilung. Vergeblich. Auch nach seinem Tod gibt es viele Einträge im sozialen Netzwerk. Obwohl alle traurig sind, klingt auch Hoffnung an: „Wir wissen, dass du 
zu Hause bei unserem Vater bist und es dir da jetzt gutgeht.“

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