Mission per Mausklick

E-Mails abrufen, Musik runterladen, mit Freunden chatten - das sind nur einige Dinge, die erst durch das Internet möglich geworden sind. Doch als Möglichkeit, sich als Christ darzustellen, wird das Internet erst von Wenigen gesehen. Doch wie kann man das WorldWideWeb zur Evangelisation nutzen?
  • Den Sinn des Lebens im Internet finden? Foto: Pixelio/Krümel

 

Zugegeben – das Internet ist für Mission ein hartes Pflaster. „Eine absolute Wahrheit gibt es nicht, jeder kann sich seine Wahrheit selber erfinden" – so könnte das Motto vieler Nutzer lauten. Natürlich passt das gar nicht zu der Aussage von Jesus: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben". Doch der christliche Glaube stand zu allen Zeiten in Konkurrenz mit anderen Anschauungen. Die meisten Internet-Surfer sind jedenfalls nicht nur auf der Suche nach Informationen. Viele wünschen persönliche Kontakte zu anderen Surfern weltweit. Unzählige persönliche Webseiten, Gesprächsforen und Online-Gemeinschaften wie Studi-VZ oder MySpace sind der Beweis dafür. Viele fühlen sich im Internet mittlerweile so zu Hause, dass es ihnen dort leichter fällt, über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen als mit Schulkameraden.

Angst, den Sinn des Lebens nie zu finden

Folgendes Beispiel auf der missionarischen Internetseite www.deine-angst.de zeigt dies: „Auch ich habe Angst, den Sinn des Lebens nie zu finden. Eigentlich geht es mir ganz gut und ich bin auch bei Krisen optimistisch, diese zu überstehen. Doch in letzter Zeit wache ich auf und weiß nicht, wieso ich aufstehen sollte. Es gibt zwar viel zu tun – zuviel – aber für was? Ich bin überfordert – besonders mit dem Studium und mit den Erwartungen, die andere an mich haben. Der Alltag überrollt mich regelrecht und ich frage mich, für was ich das alles mache. Ist DAS der Sinn meines Lebens – das kann doch nicht alles sein?\"

Christen sollen im Netz präsent sein

Wenn die Online-Welt also für immer mehr Menschen zu einem wichtigen Bestandteil des Lebens wird, ist es für Christen ebenso wichtig, im Netz präsent zu sein. Dabei sollte es vor allem darum gehen, Foren, Chats und Internet-Gruppen positiv zu prägen – so, wie es Jesus gesagt hat: „Ihr seid das Salz, das die Welt vor dem Verderben bewahrt. Ihr seid das Licht, das die Welt erhellt." (Matthäus 5, 13-14a) Ein Beispiel: Als Jugendlicher hatte ich mit Gott nichts am Hut. Doch eines Tages luden mich Mitglieder der örtlichen Baptistengemeinde zum Gottesdienst ein. Ich war zwar sehr skeptisch, aber aus Neugier ging ich hin. Was in dem Gottesdienst vor sich ging, weiß ich nicht mehr. Aber ich fühlte mich dort seltsamerweise wohl. Im Lauf der Zeit lernte ich eine Familie aus der Gemeinde kennen, bei der ich aufkreuzen konnte, wann ich wollte – ich war immer willkommen. Und das war nicht nur eine Floskel, sondern spürbare Realität.

Auf die Leute einlassen

Genauso soll es Menschen ergehen, die im Internet auf Christen treffen. Christen müssen dazu bereit sein, sich auf die Leute einzulassen, die verletzt und enttäuscht von der „realen Welt" in der Internet-Welt Zuflucht suchen. Trotz Anonymität sollte man versuchen, eine Atmosphäre zu schaffen, die auf andere anziehend wirkt. Christen wird oft vorgeworfen, sie seien intolerant und streitsüchtig. Wäre es nicht genial, wenn wir diese Vorurteile aus dem Weg räumen könnten? Warum im Chat nicht einmal Einblick in das Leben als Christ geben? Oder von den Problemen erzählen, die du mit Gottes Hilfe in den Griff bekommen hast? In den Plattformen wie Studi-VZ oder Schüler-VZ bietet sich eine zusätzliche Möglichkeit, zu Nichtchristen Kontakte zu knüpfen – nicht, um die Leute gnadenlos anzupredigen, sondern um ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ehrlichkeit und Authentizität sind gefragt, genauso wie Sanftmut und Geduld. Das sind Eigenschaften, durch die man gerade im schnelllebigen und oft unverbindlichen Internet positiv auffallen kann.

Eine Online-Revolution starten

Christen haben die Möglichkeit, von ihrem eigenen PC aus eine Online-Revolution für Jesus zu starten! Das Internet ist immer nur so gut wie die Menschen, die es nutzen oder mit Inhalten füllen. Joseph Weizenbaum, US-Wissenschaftler und einer der Väter des Internet, hat über seine „Schöpfung" gesagt: „Das Internet ist ein großer Misthaufen – in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann.“ Dass es diese Schätze und Perlen gibt, sollten sich Christen zur Aufgabe machen.

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