Mission: Nur für Theologieabsolventen?
Beim Wort „Mission“ zuckst Du vielleicht innerlich zusammen und denkst an mittelalterliche Mönche, Kolonialisten aus Westeuropa oder kulturverachtende Fundis aus den Südstaaten. Dieses verzerrte Bild ist nicht unerheblich von säkulären Medien im Lande geprägt worden. In Wirklichkeit sieht Mission heute ganz anders aus. Und: Für jeden gibt es dabei spannende Aufgaben. Man muss nicht erst Theologie studieren.
In vielen Stellen der Bibel macht Gott deutlich, wie wichtig es ist, dass wir Christen unseren Glauben an die Öffentlichkeit tragen. Gott segnet und vergibt uns nicht, damit wir stumm bleiben in dieser Welt, die Gottes verändernde Liebe so offensichtlich nötig hat. Mein Missionsdirektor hat mal gesagt, dass „...jeder das Anrecht hat, Gott zu erfahren.“ Das klingt vielleicht ein wenig provokativ, aber wenn wir beispielsweise den Matthäusbrief 28, 18-20 lesen, merken wir, wie ernst Gott es meint, dass jeder von ihm erfährt.
Mission vom Büro aus
Besonders erfreut bin ich über die Erkenntnis, dass Mission eben NICHT nur für Theologieabsolventen und Pfarrer reserviert ist. Zum Glück ist Mission gleichzusetzen mit Teamwork. Manche arbeiten im Vordergrund, wie Pfarrer, Jugendmitarbeiter oder Lehrer. Ich hingegen bin ein Bürohengst - aber trotzdem im Auftrag des Herrn unterwegs. Ich arbeite bei Trans World Radio (TWR), wo christliche Medienprogramme im Zusammenarbeit mit vielen Partnerorganisationen weltweit produziert und ausgestrahlt werden. Beispielsweise ist ERF Medien unser deutscher Medienpartner. Nun, die Sendungen müssen ja irgendwie finanziert werden, und da komme ich mit meinen Schwerpunkten Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising ins Spiel. TWR hat u.a. eine Zentrale in Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, und die Kommunikationsabteilung, in der ich arbeite, ist dort angesiedelt. Jedoch erstreckt sich meine Arbeit über die Slowakei hinaus auf mehrere Regionen in Europa.
Solar-Radios für die Roma
Wie wäre es mit einem Beispiel? Besonders spannend und erfüllend finde ich unsere Medienprojekte für die Roma. Die Roma sind Zigeuner, die in mehreren osteuropäischen Staaten leben, und ein bettelarmes Leben führen. Sie sind ausgestoßen von der Gesellschaft, sehr misstrauisch gegenüber Fremden und Leben in Großfamilien in Slums. Mit TWR suchen wir uns örtliche Roma-Pastoren und produzieren gemeinsam Sendungen in dem Dialekt der jeweiligen Roma-Gruppe. Schließlich werden solar-betriebene Radios verteilt (weil die Roma kaum Stromzugang haben), so dass jeder die Sendungen hören kann. Viele Roma sind Analphabeten. Sie können weder lesen noch schreiben, und viele wollen es auch nicht. Aber durch solche Sendungen lernen sie Gottes Wort akustisch kennen, und können dadurch geistlich wachsen. Auch im Bereich Gesundheit und Hygiene werden Sendungen produziert, um beispielsweise den Roma-Frauen und Müttern bei die Erziehung ihrer Kinder zu helfen.
Ich bin überzeugt davon, dass Gott möchte, dass jeder im Bereich Mission mitmacht. Mission ist total vielfältig. Mission ist in Europa genauso aktuell wie in Afrika, Asien, etc. Mission ist ein elementarer Bestandteil von gelebtem Christsein!
Hier bekommst Du Infos zur europäischen und weltweiten Arbeit von TWR .
Hier kannst Du Dir einen Kurzfilm über die Roma und die Arbeit von TWR unter ihnen anschauen.
Kommentare Bisher wurde ein Kommentare geschrieben
1 Kommentar wurden bereits abgegeben
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1.schrieb am 25.08.2010 15:39
Nur für Theologieabsolventen? Eine gute Frage. Grundsätzlich empfehle ich jedem ein Theologiestudium. Auch würde ich mir wünschen, jeder hätte die Gelegenheit, mal für ein Jahr eine Bibelschule zu besuchen. Denn wenn man jemandem etwas weiter vermitteln möchte, muss man erst selber wissen, was es ist. Und je mehr man selbst weiß, desto mehr kann man auch weiter geben.
Doch ist mir ebenso klar, dass viele Christen diese Gelegenheit gar nicht haben. Und dennoch wünscht sich Gott von jedem Christen, ein Missionar zu sein.
Ich denke, den Begriff Missionar sollte man etwas näher beleuchten.
Zum einen gibt es den Missionaren als Evangelist, der die frohe Botschaft der Rettung predigt. Für dieses Amt würde ich nicht sagen, dass er eine theologische Ausbildung haben muss, würde es dennoch dringlichst empfehlen. Ich kenne einige Evangelisten/Prediger/Missionare, die als Quereinsteiger ohne Bibelschule einen gesegneten Dienst tun/taten. Doch muss ich sagen, dass mir meine Bibelschulausbildung eine Menge für meinen Dienst gebracht hat.
Zum anderen gibt es viele Christen (genau genommen sollten es alle Christen sein), die ihrer Arbeit nachgehen und dort, wo sie sind, ein Zeugnis für Jesus sind. Einige davon dienen direkt durch diese Arbeit direkt der Mission, wie in deinem Beispiel. Manche sogar im Ausland. Das ist ebenso ein Missionarsdienst. Ich würde sie nicht als Missionare wie im oberen Sinne sehen. Doch sind sie auch Missionare. Ob direkt, oder indirekt. Dafür sehe ich eine theologische Ausbildung nicht als erforderlich. Allerdings ein persönliches Bibellesen/Bibelstudium.
Ich bin Evangelist bei Open Air Campaigners. Unsere Teams bestehen aus völlig unterschiedlichen Christen. Immer wieder erlebe ich sogar Teenager, die bereits weiter sind in ihrem christlichen Glauben, als manch ein Bibelschulpraktikant. Auch einige, die bessere Evangelisten sind. Doch ändert das nichts an der Tatsache, dass jeder Christ seinen Platz hat. An diesem Platz, oder besser von diesem Platz ausgehend, soll er ein Licht sein. Wenn jeder seine Möglichkeiten nutzt, ist viel gewonnen. Ich plädiere für ein Bibelstudium. Ob an einer Bibelschule, oder durch persönliche Bibellese. Doch eine zwingende Voraussetzung ist es nicht.
Damit möchte ich deinen Abschlussgedanken noch einmal unterstreichen:
"Ich bin überzeugt davon, dass Gott möchte, dass jeder im Bereich Mission mitmacht. Mission ist total vielfältig. Mission ist in Europa genauso aktuell wie in Afrika, Asien, etc. Mission ist ein elementarer Bestandteil von gelebtem Christsein!"



