Liebe per Mausklick
Immer mehr Menschen leben allein. In Deutschland hat rund jeder Fünfte (17 Millionen), in der Schweiz etwa jeder Siebte (1,2 Millionen) keinen Partner. Kein Wunder, dass Online-Singlebörsen boomen. So gibt es im Internet auch für fast jede religiöse Gruppe die passende Partnerbörse. Umfragen zeigen dabei, dass christliche Portale deutlich höhere Erfolgsquoten aufweisen als säkulare Angebote.
Trotz Wirtschaftskrise und Datenmissbrauch im Internet suchen immer mehr Menschen online nach der Liebe fürs Leben. Vor allem bei jungen Leuten funkt es schnell, stellt Benedict Schmid (Bielefeld) fest. Sie sind schneller bereit, mit einer Person, die sie über das Internet kennengelernt haben, eine Ehe einzugehen. Schmid betreibt die Plattform „Christ sucht Christ“. Mit rund 40.000 registrierten Nutzern ist sie das größte Angebot im christlichen Bereich. Der Weg zum erhofften Glück ist einfach: Kostenlos registrieren, Profil anlegen, freischalten lassen – und schon kann’s losgehen.
Viele Erfolgsstories
Auf diese Weise haben schon viele Surfer ihre große Liebe gefunden. Das zeigen die zahlreichen Erfolgsgeschichten auf der Seite: „Sehr schnell entwickelte sich aus dem E-Mail-Schreiben ein regelmäßiger Chatkontakt“, schreibt beispielsweise die Nutzerin „Angelx84“. Gott habe ihr während des Kennenlernens im Gebet gezeigt, dass ihr Chatpartner der Richtige sei. „Seit dem 1.11.2009 bin ich mit diesem wunderbaren Mann zusammen und überglücklich.“
Sehr ausführlich berichten auch Henning und Mirjam, wie sie sich kennengelernt haben: Nach dem ersten Kontakt Ende 2007 und mehreren Treffen verlobte sich das Paar schließlich im April 2009 – acht Monate später heirateten sie. Die Liebe per Mausklick hat allerdings auch einen Haken: Denn die persönlichen Angaben können mitunter von fragwürdigen Personen missbraucht werden. „Es gibt vereinzelte Mobbing-Fälle“, bestätigt Schmid. Leute, die andere im Internet beleidigen oder zu aufdringlich sind, können jedoch über einen „Melde“-Button dem Betreiber gemeldet werden. Zeigen sie sich nicht einsichtig, werden sie ausgeschlossen.
Fragenkatalog zum persönlichen Glauben
Auch die nicht konfessionsgebundene Seite Feuerflamme.de (ca. 5.000 Nutzer) bietet kostenlosen „Eintritt“ zur Partnersuche. Wer mit anderen Singles aber chatten oder mehr als 20 Nachrichten pro Monat austauschen will, muss sich für die Premium-Mitgliedschaft entscheiden. Kosten: 25 Euro für drei Monate. Vor der Anmeldung muss jeder einen Fragenkatalog zu seinem persönlichen Glauben beantworten, der auf Plausibilität geprüft wird. Das Konzept geht auf: Jeden Monat bekommt Betreiber Rainer Zincke (Berlin) mehrere Erfolgsmeldungen von Leuten, die über Feuerflamme.de ihren Ehemann bzw. ihre -frau gefunden haben.
Schwarze Schafe auch bei Christen Gleichwohl ist man auch auf diesem Portal vor schwarzen Schafen nicht gefeit: „Es gibt in letzter Zeit vermehrt Betrugsversuche, mittlerweile können wir aber die meisten herausfiltern“, sagt Zincke. Die Masche ist immer ähnlich: Ein Profil zeigt eine hübsche Frau aus Osteuropa, Asien oder Afrika. Nach einigen Mails verabredet man sich zu einem Treffen in Deutschland – natürlich hat die Frau aber kein Geld, die Anreise zu bezahlen. Der Mann überweist – und hört nie wieder etwas von der Frau.


