Knigge: Die Privatsphäre im Internet schützen
Facebook boomt. Allein im Jahr 2011 wuchs das Netzwerk in Deutschland um 8,2 auf 22,1 Millionen aktive Mitglieder. Doch um die Sicherheit der Daten ist es schlecht bestellt! Wer sich nicht selbst schützt, sitzt auf dem Präsentierteller. Alle Angaben sind dann öffentlich einsehbar. Um diesen Leuten zu helfen, das „elementare Gut der Privatsphäre“ zu bewahren, hat der Deutsche Knigge Rat jetzt einen Leitfaden veröffentlicht.
1. Alle Sicherheitseinstellungen aktivieren
Jeder Nutzer sollte aktiv festlegen, welche Daten von Suchmaschinen und fremden Personen eingesehen werden können.
2. Freundeskreise bilden
Neue Funktionen bieten die Möglichkeit, Listen für unterschiedliche Personengruppen wie Familie, Arbeit oder Gemeinde anzulegen. So können Einträge nur von denen gelesen werden, die im konkreten Fall wirklich erreicht werden sollen.
3. Bei jedem Eintrag die Privatsphäre schützen
In der Standardeinstellung werden alle Einträge für alle öffentlich sichtbar. Bevor man Mitteilungen sendet, sollte man entscheiden, welcher Personenkreis sie lesen darf.
4. Private Fotos prüfen
Viele Benutzer laden unbekümmert direkt vom Handy oder online selbst intime Fotos hoch, von denen sie hoffen, dass sie sonst niemand sieht. Dies ist ein Trugschluss. Also: Vorsicht!
5. Unerwünschte Einträge löschen
Inhalte lassen sich übrigens nach Jahren kaum noch löschen, weil die Daten auf ausländischen Servern gespeichert werden, die nicht dem deutschen Recht unterliegen. Deshalb sollten Einträge zeitnah gelöscht werden.
Der Vorsitzende des Deutschen Knigge-Rats Rainer Wälde, sagt über den Leitfaden zum Umgang miteinander im Internet: „Knigge zeigte nicht wie man Messer und Gabel richtig hält, sondern wie Werte gelebt werden.“ Für den Christ und Initiator der Leitlinien geht es darum, im Alltag den Glauben authentisch zu leben – auch im Internet: „Bekannte und Freunde spüren schnell, ob der virtuelle Auftritt mit der realen Person übereinstimmt. Wer ständig nur Bibelverse und Predigten veröffentlicht, nervt seine Kontakte bald damit.“ Besser sei eine gesunde Mischung der Themen, in der auch eigene Lebensfragen Raum finden.
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