JuMiKo: Mission weltweit und vor der Haustür
Über 5.000 Jugendliche pilgerten am vergangenen Sonntag in die Stuttgarter Messehallen. Doch weder Starauftritte noch Party standen dort auf dem Programm. Die „Jugendkonferenz für Weltmission“ mit großer Messeausstellung und zahlreichen Seminaren hatte die Besucher angelockt. Für idealisten.net habe ich bei der „JuMiKo“ ein paar Eindrücke gesammelt.
Noch etwas zaghaft klingt an diesem Sonntagmorgen Lobpreis Gesänge aus den Räumen der Stuttgarter Messe – man muss ja auch erst noch richtig wach werden. Schließlich haben sich viele der über 5.000 Jugendlichen schon früh aufgemacht, um rechtzeitig in einer der Stuttgarter Messehallen bei der gewünschten Veranstaltung noch einen Sitzplatz zu ergattern.
Der ganze Tag drehte sich um den „Gottes-Dienst“
Nein, es handelt sich hier nicht um einen Kirchentag, auch nicht um einen Mega-Gottesdienst, sondern um eine Messe mitsamt Seminaren. Dennoch drehte sich der ganze Tag um „Gottes-Dienst“: Dienst für Gott mit missionarischen Tätigkeiten, das war das Thema der „Jugendkonferenz für Weltmission“. Die „JuMiKo“ hat schon beinahe Kultcharakter, dieses Jahr findet sie zum 19. Mal statt. Zahlreiche Organisationen und Vereine stellen im großräumigen Foyer ihre Arbeit vor, sind offen für Fragen und wollen die Jugendlichen für den ganz persönlichen „Gottes-Dienst“ motivieren.
Eine Art großes Familientreffen
Nicht ganz von Beginn an, aber dennoch schon ziemlich lange dabei ist Hartmut Wacker. Seit 12 Jahren besucht er die JuMiKo jedes Jahr als Mitarbeiter und betreut den Messestand der „Liebenzeller Mission“. Dass sich hier mit vergleichsweise wenig Aufwand die gesamte „Szene“ der Missionswerke trifft – also wie eine Art großes Familientreffen –, macht für Wacker den besonderen Reiz der JuMiKo aus. Und dazu die herausfordernden und fundierten Bibelarbeiten. Das ist in dieser Form einzigartig.
Vielfältiges Seminarangebot
Von eingängigen Titeln wie „Marmor, Stein und Eisen bricht...“ über provokante Fragen wie „Braucht Gott wirklich die Deutschen?“ bis hin zu „Hitler, Honecker und jetzt? Wie bekennt man 2012?“: Bei den 24 Vorträgen und Bibelarbeiten können die jungen Leute an diesem Sonntag unter einer großen Bandbreite an Themen wählen. Im letztgenannten Seminar ermutigte Uwe Holmer, der beide deutsche Diktaturen miterlebte, die junge Generation: „Handle nach deinem Gewissen und du wirst frei! Das gilt heute genauso wie vor 50 Jahren.“ In „Neue Besen (be)kehren gut“ forderte Tobias Kley die Jugendlichen auf, dort zu „kehren“, wo es dreckig ist. Dieser Bestimmung könne man nur folgen, wenn man sich vom „Straßenkehrer“ – also von Gott – in die Hand nehmen und führen lasse.
Auf der Messe einen „Blick auf Mission“ gewinnen
„Die vielen guten Redner, die echt was zu sagen haben“ ziehen auch Jenny Bossert (20) und Nathanael Schaber (27) an. Wobei die zwei auch anmerken, dass angesichts der Fülle an Seminaren kaum einer so viel „Input“ aufnehmen könne. Die beiden wollen die JuMiKo aber auch nutzen, um sich an den Ständen zu informieren und damit einen „Blick für Mission“ zu gewinnen.
Kurzzeiteinsätze „boomen“
An den Messeständen tummeln sich vor allem junge Menschen, die ihre Schul- oder Ausbildungsphase gerade beenden und motiviert sind, raus in die Welt zu gehen. Besonders groß ist die Nachfrage nach Kurzzeiteinsätzen. Auf diese folgen dann nicht selten auch Langzeitmissionseinsätze, weiß Missionsmitarbeiter Wacker. Aber auch Bibel- oder Jüngerschaftsschulen, die gezielt im Glauben fördern, sind gefragt. Dass diese meist überkonfessionell ausgerichtet sind, ist ein Punkt, der auch Jenny und Nathanael, die beide in der Jugendarbeit des EC Losburg aktiv sind, gefällt.
Treffpunkt vieler Missionarsfamilien
„Gefällt mir“, sagen auch Anna Winter (15) und Lisa Becker (16) über die JuMiKo 2012. Für die zwei Mädchen steht nicht in Aussicht, demnächst in die Mission zu gehen. Sie haben aber schon viel Erfahrung auf diesem Feld gesammelt, da beide aus Missionarsfamilien stammen und erst seit kurzem wieder in Deutschland leben. Missionarsfamilien, die in den nächsten Monaten ausgesandt werden, werden in der Abschlussveranstaltung vorgestellt – und weltweite Gebetsanliegen im Missionsbereich angesprochen.
Mission fängt vor der eigenen Haustür an
Doch wer bei Mission immer nur an die große weite Welt denkt, greift zu kurz: Bevor sie sich wieder auf den Heimweg machen, ermutigt Ralf Albrecht die jungen Christen deshalb noch einmal, vor der eigenen Haustüre anzufangen und in Schule, Arbeitsplatz und Uni Jesus zu bekennen.
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