„Irgendwie wird es schon klappen“

Die Suche nach dem Partner fürs Leben gestaltet sich für jeden nicht ganz einfach. Schwieriger wird es, neben dem richtigen Aussehen und einem guten Charakter auch noch die gleiche Glaubensbasis zu finden. Da alle Wünsche nur sehr selten erfüllt werden, geht manch ein Christ Kompromisse ein und fängt eine Beziehung mit einem Nichtchristen an. „Irgendwie wird es schon klappen“, mag man sich denken. Ute Horn, Autorin mehrerer Bücher zu Beziehungsfragen, hat sich darüber Gedanken gemacht.
  • Die Beziehung sollte kein Glaubenshindernis sein. Foto: Pixelio/SAWI

 

Darf ein Christ aus biblischer Sicht eine Beziehung mit einem Nichtchristen anfangen? Eine Frage, die auch mir immer wieder von jungen Leuten gestellt wird. „Alle Männer, die mich interessieren und die gut aussehen, glauben nicht an Gott“, stöhnt beispielweise Claudia. „Wie soll ich da einen Partner fürs Leben finden?“ Und Tobias ergänzt: „Ich habe das gleiche Problem: Wenn ich mich verliebe, dann meistens in die attraktiven Mädels, die Gott nicht kennen.“

In Schule und Studium, in der Freizeit und beim Chatten lernt man so viele interessante Menschen kennen und manchmal auch lieben, dass es mitunter wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen ist, wenn dann dieser Mensch auch noch Christ sein soll. „Warum schenkt Gott mir Liebe für Sonja, wenn sie nicht die Richtige ist, nicht sein kann, nur weil sie als Atheistin leben will?“, grübelt Daniel „Oder hat Gott sie mir über den Weg geschickt, damit sie ihn durch mich kennenlernt?“

Die Bibel ist gegen Kompromisse

Die Folge ist oft: Man beginnt eine Beziehung, hat aber doch irgendwie ein schlechtes Gewissen. Um seine Zweifel zu beruhigen, sagt man sich: „Sie ist (noch) nicht gläubig. Aber vielleicht führe ich sie zum Glauben.“ Viele hoffen, dass sich der Partner irgendwann bekehren wird. Entweder warten sie solange mit der Heirat, oder schließen in der Hoffnung auf eine Bekehrung die Ehe. Auch die Bibel kennt die Problematik zwischen Beziehungen von Christen und Nichtchristen. In 2. Korinther 6,14 ff ist zu lesen: „Macht nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen? ...Wie kann das Licht mit der Finsternis zusammenleben?....Wie kann ein Gläubiger der Partner eines Ungläubigen sein?

Glaube ist kein Hobby

Ich halte seit Jahren Seminare in Schulklassen und Gemeinden zum Thema: „Sehnsucht, Sex und ich?“ und diskutiere mit vielen jungen Leuten. Bei der Frage, ob der Partner auch Christ sein muss, male ich gerne eine Torte auf und teile sie in mehrere Stücke. Sie symbolisieren die verschiedenen Lebensbereiche: Ehe, Kinder, Beruf, Hobby, Urlaub und Glauben. Viele denken, wenn doch die Einstellung zu zwei Drittel aller Bereiche bei den Partnern ähnlich sind und nur das Stück Glaube heraus fällt, wäre es nicht so schlimm. Aber: Der Glaube ist kein Stück der Torte, sondern wie die Hefe im Kuchen, die alles durchzieht.

Ob ich als Christ lebe oder nicht, hat Einfluss auf meine Lebensweise. Wie ich meine Ehe führe, meine Kinder erziehe, meine Steuererklärung mache, meine Freunde wähle, meine Freizeit gestalte, eine Berufung entwickele und lebe. Es ist fatal zu glauben, dass der Glaube nur wie ein Hobby ist, dass ein bisschen Zeit braucht und isoliert betrachtet werden kann. Der Glaube bestimmt mein ganzes Leben, wenn ich ihn ernst nehme.

Interessiert sich der Partner für den Glauben?

Grundsätzlich sollte man prüfen, wie der Partner mit Glaubensfragen umgeht. Sieht man eine Entwicklung hin zu einer Beziehung zu Gott? Ist er aus Liebe zum Anderen bereit, sich mit dem Glauben des Partners interessiert und aktiv auseinanderzusetzen, in Gottesdienste mitzugehen, auf Konferenzen zu fahren und die christlichen Freunde kennen zu lernen? Oder hast du den Eindruck, dass er nur mitgeht, um dich zu gewinnen? Ich wünsche dir, dass du in der Kennenlernphase den Glauben nicht aus den Gesprächen aussparst oder an den Rand drängst. Das würde ich für problematisch halten.

Wann ein Christ zum Segen werden kann…

Doch was ist, wenn beide Partner als Atheisten (oder Andersgläubige) geheiratet haben und einer Christ wird? Auch dazu gibt die Bibel in 1. Korinther 7, 12ff eine Antwort: „...Denn der ungläubige Mann ist durch die (gläubige) Frau geheiligt und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den (gläubigen) Mann (…)“. Wobei der Abschnitt deutlich einen Unterschied zwischen geheiligt und gläubig macht. Geheiligt bedeutet: für Gott ausgesondert.

Das bedeutet aber nicht, dass die betreffende Person schon von Beginn der Beziehung Christ ist. Vielmehr bezieht sich diese Textstelle auf Paare, bei denen einer im Lauf der Ehe gläubig wird. In diesem Fall ist die Beziehung auch weiterhin von Gott gesegnet, solange sich der Ungläubige nicht scheiden lassen will. In dieser Situation ist also auch aus Sicht der Bibel eine Beziehung zwischen Christ und Nichtchrist möglich. Allerdings kann es auch zu Schwierigkeiten kommen: Beispielsweise wenn es nur noch Unfrieden gibt und der Ungläubige die Ehe nicht mehr will. Dann spricht die Bibel von der Möglichkeit der Scheidung.

Kann ich meine Berufung auch mit einem Nichtchristen leben?

Zum Abschluss noch ein anderer Gedanke. Ziele kann man nur erreichen, wenn man bereit ist, die dazu passenden Wege zu gehen. Ist eines meiner Ziele oder Wünsche ist, Menschen im Ausland für ein Leben mit Jesus Christus zu begeistern, eine christliche Familie zu gründen oder aktiv in einer Gemeinde mitzuarbeiten, dann braucht es dazu den passenden Partner. Andernfalls wird man immer wieder an dem Punkt Probleme haben. Deshalb: Sollte ein Freund oder eine Freundin in der Beziehung nicht Christ werden, sollte man besser auf eine Eheschließung verzichten.

Buchtipp: „Sehnsucht, Sex und frommer Frust“ (Ute Horn, Hänssler, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-7751-4691-3)

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2 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 2.  
    schrieb am 08.06.2010 11:33

    Ich finde den Beitrag gefährlich und schlichtweg falsch.

     

    Er ist schon biblisch falsch und daraus wird ein noch gefährlicheres Argument gestrickt: wenn ein Partner ungläubig ist, darf sich der andere scheiden lassen? Bitte?

     

    Kurz zur Aufklärung im Trab: im AT war die Scheidung mit Scheidungsbrief Gang und Gäbe. Jesus hat das im NT verboten (was Gott fügt, soll der Mensch nicht scheiden) und jetzt sagt Ute Horn, dass die Bibel hier eine Scheidung ermöglicht? Das soll im Korintherbrief begründet sein? Nein ganz bestimmt nicht, dann würde sich Paulus direkt gegen Jesus richten und das ist nicht der Fall.

     

    Frau Horn stellt die völlig falschen Fragen: der Glaube bestimmt den Charakter, das Leben, die Person. Entweder habe ich einen Partner, der mich als Mensch annimmt - dann ist er der Richtige, egal ob er glaubt oder nicht. Warum? Weil er - wenn er mich als Person annimmt - auch annimmt, dass ich meinen Glauben sehr wichtig nehme. Wenn er hingegen mich nicht als Person annimmt und nur pro forma mich akzeptiert, dann geht es sowieso schief. Und nur noch einmal zur Verdeutlichung: dann ist es auch egal, ob ich glaube, Vegetarier bin, jede freie Minute dem Tierschutz opfere oder ähnliches. Jedes der Beispiele nimmt er nicht an, wenn er meinen Charakter nicht heiligt. Daher ist das Abstellen auf den Glauben ein untaugliches Kriterium. Was mache ich denn, wenn ich einen gläubigen Partner habe, der meinen Charakter nicht annimmt und mich "umpolen" will? Ist das dann toll?

     

    Ich finde die Ansicht von Frau Horn gefährlich, weil sie mich persönlich in Zeiten, in denen ich mir selbst unsicher war, sehr irritiert und eingeschüchtert hätte. Dann wäre ich nicht mutig und mit Neugier nach draußen gegangen und hätte die Welt erobert.

  • 1.  
    schrieb am 20.05.2010 20:52

    Lange Zeit habe ich gedacht, dass man als Christ auch eine Partnerschaft mit einem Nichtchristen unterhalten kann. Die angebrachten Standardargumente haben mich nie vom Gegenteil überzeugen können, bis ich auf eine Frage stieß:

     

    Wie sieht die Partnerschaft im Falle einer Christenverfolgung aus???

     

    Dass wir zur Zeit frei als Christen in Deutschland leben können ist ein Geschenk, aber ich bezweifle, dass wir noch lange als Christen uneingeschränkt in Deutschland leben dürfen (und selbst wenn: eine Ehe kann über 50 Jahre halten, das ist eine lange Zeit).

    Ich glaube das Szenario, wie es mit einem ungläubigen Partner aussieht, brauche ich hier nicht zu beschreiben.

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