Identitätsklau im Internet

Es klingt fast zu schön, um wahr sein: Das iPad für 299€ ? Doch es handelt sich um eine fiese Falle: Immer öfter erschleichen sich Betrüger das Geld von ahnungslosen Verbrauchern, indem sie sich auf das Klauen von digitalen Identitäten spezialisieren. Aber wie gehen sie vor? Und wie kann man sich wehren?
  • Foto: Flickr/Sinistra Ecologia Liberta

 

Die Betrüger gehen perfide vor. Erst knacken sie mit einem Trojaner Accounts auf Auktionsplattformen im Internet. Dort bieten sie dann Gegenstände zum Schein zum Verkauf an, meist weitaus günstiger als der Regulärpreis. Sie verkaufen also nichts unter einem falschen Namen, sondern nutzen illegalerweise geknackte Accounts von ahnungslosen Unbeteiligten. Diese sind dann am Ende die Dummen, wenn nämlich die Käufer herausfinden, dass sie viel Geld bezahlt haben, ohne dafür etwas zu bekommen.

Betrüger benutzen Konten von Rentnern und Arbeitslosen

Die Betrüger zu erwischen, ist kaum möglich. Sie keine Bankkonten – um ein solches einzurichten, müssten sie sich ja ausweisen. Stattdessen suchen sie über Kleinanzeigen so genannte Finanzagenten – meist Arbeitslose und Rentner, die sich etwas dazuverdienen wollen. Diese lassen das Geld der Käufer auf ihr Konto überweisen und schicken es dann als Bargeldversand an die Betrüger im Ausland. Dafür werden sie mit einer Provision belohnt, machen sich aber auch strafbar und müssen mit einer Anzeige rechnen, wenn es auffliegt.

Trojanische Taktik

Das Knacken von Accounts ist ganz einfach, vorausgesetzt, man hat die richtige Software. Diese installiert, oft als nützliches Programm getarnt, auf dem Rechner des ahnungslosen Verbrauchers das Trojanische Pferd. Dieses Programm, das kein Virus, sondern Malware ist, also Schadsoftware, wurde benannt nach der Strategie der antiken Griechen, mit der sie die Einwohner Trojas überlisteten. Sie ließen die Trojaner glauben, die Belagerung der Stadt Trojas aufgegeben zu haben, abgezogen zu sein und nur ein hölzernes Pferd, das Wappentier Trojas, als Zeichen der Aufgabe hinterlassen zu haben. Die Trojaner, überrascht und voll Freude über den unerwarteten Sieg, feierten und holten das Pferd in die Stadt. In dem Pferd waren aber griechische Soldaten versteckt, die nach Ende der Feierlichkeiten, als alle schliefen, leichtes Spiel hatten, die Stadt einzunehmen.

Genau so verhält es sich mit der gleichnamigen Schadsoftware. Getarnt als etwas Nützliches, wird es im sicheren Bereich des Computers installiert und richtet großen Schaden an. Im Beispiel des Klaus von digitalen Identitäten werden die Zugangsdaten für die Auktionsplattform aufgezeichnet und an die Betrüger geschickt. Die können dann ohne Probleme den Account für ihr übles Spiel nutzen.

Mit Virenschutz und biblischem Rat vorbeugen

Wie kann man sich nun vor solchen Betrügereien schützen? Der effektivste Schutz gegen solche Trojanischen Pferde ist ein guter Virenschutz. Wer über ein ein gutes Virenschutzprogramm verfügt, das immer wieder aktualisiert wird, eine ordentliche Firewall eingerichtet hat und den Computer regelmäßig auf Viren und schadhafte Software überprüft, der ist vor dem Schlimmsten gefeit.

Und um einer Betrügerei nicht auf den Leim zu gehen, hilft, was Jesus gesagt hat: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen.“ (Matthäus 10) Denn wenn ein Produkt irgend wo viel billiger angeboten wird, als üblich, dann ist es gut möglich, dass daran etwas faul ist. Deshalb ist es sinnvoll, das Angebot auch in anderen Quellen zu überprüfen. Denn wenn ein Preis zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist er meistens auch nicht wahr.

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