Hipster-Christen – Kann Glaube trendy sein?
„Hipster Christianity“ heißt ein neuer Trend aus den USA. Die verschiedenen Ausdrücke dieser Bewegung, der hauptsächlich junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren angehören, gehen weit auseinander. Was genau ist das eigentlich? Und in wie weit passen christlicher Glaube und Trendysein überhaupt zusammen?
Für Außenstehende ist es schwierig zu deuten, was genau „Hipster-Christen“ eigentlich sind, da die Ausdrucksformen weit auseinander gehen. Vom künstlerischen Sucher über den sparsamen Studenten und den intellektuellen Bücherwurm bis hin zum erfolgsorientierten Großstadtmenschen sind alle Schichten der Gesellschaft vertreten.
Gegen den (christlichen) Strom schwimmen
Hipster-Christen sind hauptsächlich junge Menschen, die in der evangelischen Kirche groß geworden sind. Sie sagen von sich selbst, dass sie die Traditionen der Kirche satt haben, wehren sich gegen Choräle, Altaraufrufe, das Aushändigen von Traktaten und wollen den Gleichaltrigen Gott durch ihre alles akzeptierende Art näher bringen. „Gegen den (christlichen) Strom schwimmen“ ist ihr Motto.
Jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist
Diese jungen Menschen sind meist sehr umweltbewusst, weil sie die Schöpfung Gottes ehren wollen. Viele ernähren sich nur von Bio-Produkten oder sogar vegan, fahren mit dem Fahrrad und reisen viel – auch zu Fuß. Die „Hipster“ wollen jeden Menschen so akzeptieren und lieben, wie er ist – eine Eigenschaft, die stark an die Jesus-Bewegung der 60er und 70er Jahre erinnert.
Rauchen und Trinken gehört dazu
Rauchen und Trinken gehört zu ihren Treffen dazu, so wollen sie es den Mitmenschen „angenehm“ machen. Veranstaltungen gleichen oftmals mehr einer Party in der Discothek als einem Gottesdienst und finden meist in kleiner Runde statt, in denen sich die jungen Menschen über Gott austauschen. Weniger populäre Glaubensthemen, wie z. B. Sex vor der Ehe, werden meist gar nicht erwähnt, um niemanden abzustoßen.
Auch fernöstliche Religionen fließen mit ein
Da den entstehenden Gruppierungen fast ausschließlich junge Leuten angehören, gibt es bei ihren Treffen kaum erfahrene Christen, die ihnen ihre Fragen beantworten oder ihnen als Mentoren beiseite stehen könnten. So werden oftmals zusätzlich zu den biblischen Grundlagen auch fernöstliche Traditionen und Religionen mit in die Lehre einbezogen.
Gott muss über dem Zeitgeist stehen
Natürlich verändert sich unsere Welt immer schneller, was Technik, Mode und Ansichten angeht. Und die Gemeinden und Kirchen müssen sich fragen: Wie sehr gehen wir mit der Zeit? Wie lässt sich der Glaube auch heute noch so vermitteln, dass auch junge Menschen davon angezogen werden? Inwieweit ist es gut und angebracht, an Traditionen festzuhalten?
Als Kirchen und Gemeinden müssen wir wissen, wie die Menschen um uns herum denken. Wir sollten uns aber nicht so vom Zeitgeist mitreißen lassen, dass Gott nicht mehr im Mittelpunkt steht und dabei Dinge durchgehen lassen, die gegen die Gebote Gottes sind. Die Bibel sagt deutlich in Römer 12, dass wir uns nicht dieser Welt anpassen sollen. Auch Jesus ist damals den Menschen dort begegnet, wo sie waren, er hat jedoch klar zu den Geboten Gottes Stellung bezogen.
Gott ist auch heute noch „super cool“
Natürlich müssen auch wir die Menschen dort abholen, wo sie sind. Von den Hipstern können wir lernen, die Frische zu suchen, die Gott uns auch heute noch geben will und die in vielen Kirchen und Gemeinden fehlt. Es sollte nicht darum gehen, welche Musik man hört, welche Klamotten man trägt, ob man immer dem neuesten Trend nachläuft oder sich als „Hipster“ bezeichnet. Es geht darum, dass Gott der Mittelpunkt ist, denn er ist auch heute noch „super cool“!
Zum Weiterlesen: Bratt Mc Cracken „Hipster Christianity“ (englisch) oder hipsterchristianity.com



