Hawk Nelson im Interview
Grammy-Nominierungen, ein Lied im Hollywoodfilm "Deine, Meine & Unsere" - die kanadische Poppunk-Band Hawk Nelson ist in Amerika schwer erfolgreich. Im Frühjahr waren sie auch in Europa unterwegs. Jochen Geck hat sich mit Sänger Jason Dunn am Rande des Springtime-Festivals in Frauenfeld (CH) unterhalten.
idealisten.net: Was ist euch wichtig, wenn Ihr Konzerte gebt?
Dunn: Wir haben als Band angefangen, zusammen Musik zu machen, als ich gerade mal 18 war. Von Anfang an wollten wir einfach Musik machen, weil es das ist, was wir lieben, unsere Leidenschaft. Und dass wir das jetzt tun können und dadurch Leben verändern ist unglaublich, das lässt sich kaum in Worte fassen. Mit 18 wollte ich einfach nur Musik machen, und jetzt kann ich das tun und dabei noch Zeugnis geben und von Jesus erzählen – das ist eine große Ehre für mich.
Würdet Ihr Euch als Lobpreisband bezeichen?
Klar! Heutzutage werden zwar in den Gemeinden hauptsächlich langsame Anbetungslieder als Lobpreismusik gespielt, aber meiner Meinung nach ist Lobpreis eine Art und Weise, um Gott zu sagen, wie sehr man ihn liebt und wie toll man ihn findet. Und genau dafür setzen wir unsere Begabungen ein, und deshalb sind wir eine Lobpreisband.
Ihr spielt oft auf Musikfestivals, wie auch hier auf dem Springtime-Festival in Frauenfeld, und trefft dabei immer viele andere Bands...
Ja, bei uns in Nordamerika trifft man die ganzen großen christlichen Band eigentlich andauernd – wir spielen öfters mit Switchfoot zusammen und bei Superchick kommt es uns vor, als seien wir zusammen auf Tour. Wir sind im letzten Monat bestimmt sechs Mal mit ihnen aufgetreten. Aber ich finde es auch toll, die Bands von hier kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören.
Und wenn Du die anderen Bands hörst, beeinflusst das Dich auch dabei, wenn du Lieder schreibst?
Total, ich bin sehr schlecht darin, Lieder zu schreiben, aber ich kann sehr gut Ideen bei anderen Bands klauen (lacht).
Eure Poppunk-Musik ist ja nicht gerade sehr ruhig – wie bringt Ihr Jesus da mit rein?
Naja, ich habe ja schon gesagt, dass Lobpreismusik meiner Meinung nach keine ruhige Musik sein muss. Und obwohl manche älteren Leute sie vielleicht nicht so mögen, ist sie trotzdem relevant für die Jugendlichen heute. Unsere Musik mögen auch Jugendliche auf der Straße, und wir erreichen damit Jugendliche, die sonst mit dem Glauben gar nichts am Hut haben. Aber sie hören unsere Musik und sie gefällt ihnen und fangen an, mit uns E-Mails zu schreiben und wir vermitteln sie dann an Gemeinden weiter. Es ist wunderbar, dass Gott uns dafür gebraucht!
Wie beeinflusst Euer Glaube Eure Musik?
Ich lebe meinen Glauben auf und abseits der Bühne, und deshalb beeinflusst er natürlich auch meine Musik. Es ist natürlich immer schwierig – einerseits willst du durch die Musik Menschen mit dem Glauben erreichen, andererseits ist sie aber auch dein Beruf und du musst damit selbst verdienen. Deshalb rede ich lieber mit den Jugendlichen abseits der Bühne und erzähle von Jesus, als am Mikrofon große Reden zu schwinge. Aber trotzdem erreichen wir mit unserer Musik viele Leute.
Wie war das eigentlich, als Ihr Eure Band gegründet habt? Habt Ihr neben Schule und Beruf ein bisschen Musik gemacht, oder habt Ihr gesagt, so, jetzt sind wir ine Band, und habt dafür alles stehen- und liegengelassen?
Ich bin der Jüngste in der Band, und als wir sie gegründet haben, war ich als einziger noch in der Schule, und die anderen waren schon fertig und wollten gleich auf große Tour gehen. Ich wollte dafür die Schule abbrechen und hab meine Eltern angefleht, aber sie haben es nicht erlaubt. Ich habe dann meinen High School-Abschluss gemacht, und danach haben wir drei Monate lang jeden Tag geübt und Lieder geschrieben es war schon irgendwie komisch – alle meine Freunde haben angefangen, zu studieren, und wir haben Musik gemacht.
Ich war damals mit einem Mädchen zusammen, und ihre Eltern waren beide Musiklehrer, und die haben sich mit mir zusammengesetzt und gesagt: Junger Mann, du wirst nie im Leben als Musiker erfolgreich sein. Wenn du es also mit unserer Tochter ernsthaft angehen willst, dann such' dir einen richtigen Job! Naja, wir haben dann Schluss gemacht, aber es war eine gute Entscheidung. Ich bin mit der Band auf Tour gegangen, und dann wurde eines unserer Lieder in dem Hollywoodfilm „Deine, Meine & Unsere“ verwendet. Das war ein riesiger Erfolg für uns.
Und ich wusste, dass das in meiner Heimatstadt jeder wusste. Deshalb bin ich dann, als ich das nächste Mal zu Hause, zu dem Mädchen nach Hause gegangen, habe geklingelt und gesagt, na, wie geht’s? Das hat sich gut angefühlt.
Wolltest Du immer schon Rockstar werden?
Ich komme ja aus Kanada, und da will jeder als Kind Eishockeyprofi werden. Das war mein Traum. Und außerdem habe ich schon immer Musik gemacht und mit vier Jahren angefangen, Klavier zu lernen. Ich bin ein riesengroßer Fan von Michael W. Smith, und deshalb war mein Lebensziel, mal in seiner Band zu spielen.
Als ich 17 war, habe ich eine Liste geschrieben mit den Dingen, die ich Leben erreichen will. Und ein Punkt war, dass ich mit Michael W. Smith zu Abend essen wollte. Vor ein paar Jahren haben wir dann auf dem gleichen Festival gespielt wie seine Band, und ich habe ihn am Backstagebüffett getroffen. Und da habe ich mir gesagt, das ist deine Chance, und habe so getan, als ob ich noch nichts gegessen hätte und habe ihn gefragt, ob ich mich zu ihm setzen kann. Den Punkt habe ich jedenfalls von meiner Liste abgehakt.
Aber da steht immer noch drauf, dass ich mal in seiner Band spielen möchte. Ich mache jetzt professionell Musik, seit ich 18 Jahre alt bin, und träume immer noch davon, in Smittees (Spitzname von Michael W. Smith, Anm. d. Red.) Band zu spielen. Naja, vielleicht klappt da ja noch, in einer Projektband oder so. Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Infos zur Band findest Du hier.
Kommentare Schreib den ersten Kommentar zu diesem Beitrag

