Gut gewappnet ins Bewerbungsgespräch

Das Abi ist geschafft, das Studium rum: Nun geht es auf Stellensuche. Wer zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, hat die erste Hürde geschafft. Jetzt muss nur noch der potenzielle Arbeitgeber überzeugt werden. idealisten.net hat dafür den Leiter der TYP Akademie, Rainer Wälde, um ein paar Tipps gebeten. Er ist Buchautor und Vorsitzender des Deutschen Knigge-Rats.
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Eine gute Vorbereitung ist wichtig

Viele Leute verschicken Dutzende von Bewerbungen. Natürlich kann man sich da nicht mit jedem Unternehmen intensiv auseinandersetzen. Doch spätestens wenn man zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, sollte man sich gut informieren! Denn das Gegenüber merkt meist schnell, ob man sich mit dem Unternehmen und der Firmenphilosophie beschäftigt hat. Und wer dann bei Rückfragen nicht sagen kann, ob die Firma europaweit aufgestellt ist oder Marktführer in ihrer Branche, ist schnell raus aus dem Rennen um den Job.

Die Kleidung muss zur Stelle passen

Das Äußere sollte immer authentisch sein und zur Stelle passen. Im handwerklichen Bereich kann man durchaus in dunkler Jeans, einfarbigem Hemd und Blazer zum Bewerbungsgespräch erscheinen; bei einer Bank oder einer Versicherung sollte ein männlicher Bewerber besser Anzug und Krawatte tragen. Für Frauen empfiehlt sich ein Hosenanzug in Businessfarben (Je nach Farbtyp: Blau, Dunkelbraun, Grau oder Schwarz). Wer einen Rock anzieht, sollte beachten, dass er Knielänge hat. Wichtig: Auch wenn es heiß ist, sollte man sich nie zu zwanglos anziehen!

Mindestens eine Stunde Puffer einrechnen

Jeder Bewerber sollte mindestens eine Stunde Puffer für die Anreise einrechnen und lieber etwas zeitiger in der Nähe des Unternehmens sein. Bei Anreise mit Auto oder Bahn empfiehlt es sich sogar, bis zu zwei Stunden zusätzlich einzuplanen. So ist man gegen alle Eventualitäten gewappnet. Sollte man trotzdem unverhofft auf der Autobahn steckenbleiben oder sich der Zug extrem verspäten, ist es wichtig, das Unternehmen rechtzeitig darüber zu informieren. Ansonsten ist Zuspätkommen meist ein K.-o.-Kriterium für die zukünftige Stelle.

Bei der Begrüßung nicht zu forsch sein

Wenn das Bewerbungsgespräch beginnt, sollte man einige Punkte beachten: Bei der Begrüßung empfiehlt es sich, nicht zu forsch zu sein. Knigge-Regel ist, dass die zukünftigen Vorgesetzten zuerst die Hand reichen. Auch sollte man stehen bleiben, bis einem ein Platz angeboten wird. Eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser darf man getrost annehmen. Alkohol dagegen sollte man – beispielweise bei einem gemeinsamen Essen –  ablehnen. Vorsicht ist auch bei Knabbereien mit Schokolade geboten – da kann man sich schnell verschmieren, ohne es zu bemerken.

So ehrlich wie möglich sein

Dem Arbeitgeber geht es in der Regel zuerst einmal darum, den Bewerber kennenzulernen und herauszufinden, ob er soziale Kompetenz hat. Im Gespräch sollte man deshalb so ehrlich wie möglich sein. Also lieber mal offen zugeben, dass beispielsweise die Französisch-Kenntnisse nur bruchstückhaft sind, als seine Schwächen zu beschönigen. Wenn gezielt nach Schwächen gefragt wird, kann man aber gut und gerne auch Dinge aufzählen, die für den Job nicht so relevant sind, wie z. B. Musikalität oder Sportlichkeit. Auf der anderen Seite sollte man auch parat haben, in welchen Bereichen man besonders begabt ist.

Der Glaube: warum nicht?

Auch seinen Glauben muss man im Bewerbungsgespräch nicht unter den Tisch kehren. Gerade als Form des ehrenamtlichen Engagements in einer Jugendgruppe oder Kirchengemeinde wird dies von Unternehmen sehr geschätzt.

Fragenstellen zeugt von Interesse

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man unbedingt auch selbst dem Gegenüber Fragen stellen: Wie sind die Arbeitszeiten? Wird in einem Team gearbeitet? Wo werde ich eingesetzt? Das zeugt von Interesse und einer guten Vorbereitung. Außerdem gibt es einem als Bewerber auch im Vorfeld die Möglichkeit, sich einen Eindruck vom  Wertesystem der Firma und dem Umgang mit den Mitarbeitern zu verschaffen. Schließlich muss auch ich mir überlegen, ob ich mir vorstellen kann, mit der Stelle glücklich zu werden. Tabu ist lediglich die Frage nach dem Gehalt. Darauf geht der mögliche Arbeitgeber immer selbst ein.

Buchtipp: Martin Blath: Das Bewerbungsgespräch, 96 Seiten, Stark Verlag, ISBN 978-3866684393, EUR 6,95

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