Gott als Zeitkiller?
„Meine Stille Zeit kommt echt zu kurz.“ „Ich muss mehr beten.“ „Ich muss wieder mehr in der Bibel lesen.“ Viele Christen kennen solche oder ähnliche Sätze von sich selbst und bringen damit ihre Absicht zum Ausdruck, sich bewusst Zeit zu nehmen, um mit Gott zu reden und auf ihn zu hören. Doch oft scheint uns einfach die Zeit dafür zu fehlen. Wie also schafft man es, sich trotzdem im Alltag Zeit für Gott zu nehmen?
Zugegeben: Um Beziehungen zu pflegen braucht man Zeit. Das ist bei Gott nicht anders. Wenn ich verstehen möchte, wer er ist und wie ich von ihm lernen kann, dann muss ich Zeit in die Beziehung zu ihm investieren.
Für wichtige Dinge hat man auch Zeit
Es ist ganz natürlich, dass das, was mir im Leben das Wichtigste ist, auch einen großen Teil meiner Zeit einnimmt. Und wenn ich mich als Christ dafür entschieden habe, dass nicht mehr ich selbst mein Leben lebe, sondern Christus in mir und durch mich (Die Bibel in Galater 2,20), dann sollten Vater, Sohn und Heiliger Geist auch Anspruch auf den Großteil meiner Zeit haben.
Bei vielen Christen haben sie das auch. Diese Christen leben ihren Alltag mit Gott. In der Schule, auf der Arbeit, beim Einkaufen, in Freundschaften – überall nehmen sie Gott mit hinein und fragen nach seinem Willen. Und dennoch sehnen auch diese Menschen sich nach Zeiten, in denen sie Gott alleine begegnen können. In denen Gott die Chance hat, zu ihnen zu sprechen und sie die Beziehung zu ihm pflegen können.
Dennoch gibt es Tage, an denen man nicht die Zeit hat sich intensiv mit der Bibel zu beschäftigen, sich in einen Gottesdienst zu setzen oder ausgiebige Gebetszeiten zu haben. Deshalb einige Tips, wie wir Gott auch an vollen Tagen begegnen und von ihm lernen können:
1. Gott und mein Sport
Bei vielen Einzelsportarten ist es problemlos möglich nicht nur seinen Körper, sondern auch Seele und Geist zu trainieren. Wieso also nicht beim Joggen oder Spazierengehen die Zeit nutzen, um Gott für das Wunder seiner Schöpfung zu danken und in entspannter Atmosphäre mit ihm zu reden. Man kann auch beim Fahrradfahren oder im Fitnessstudio Predigten über den MP3-Player hören.
2. Gott und mein Auto
Das Auto bietet super Möglichkeiten, ganz intensiv mit Gott in Kontakt zu treten. Hier kannst du deine Gebete vor dir her quasseln, lachen, weinen, schreien und flüstern - ohne dass es jemand hört. Außerdem kann man im Auto problemlos Anbetungslieder aus tiefster Kehle mitsingen, auch wenn man es im Gottesdienst, aus Rücksicht auf die Ohren der Anderen, lieber sein lässt ;) Auch Hörbibeln, Predigten oder Hörbücher kann man auf längeren Autofahrten super nutzen, um Gott zu begegnen.
3. Gott und mein Haushalt
Ebenso wie im Auto bietet es sich auch im Haushalt an, die Zeit, die man sowieso aufwenden muss, mit der Zeit für Gott zu verbinden. Während des Spülens lässt es sich super mit Gott reden. Während man sein Zimmer aufräumt bieten sich Predigten und Hörbibeln an. Und während das Bad geputzt wird, ist es vielleicht mal dran, Gott dafür zu danken, dass wir fließend Wasser und beste hygienische Zustände haben.
4. Gott und meine Freundschaften
Und dann gibt es noch die Zeiten, die wir in Freundschaften investieren. Mit gläubigen Freunden kann man auch diese Zeit super doppelt nutzen. Nichts anderes hat mich meinen Freunden so nahe gebracht wie gemeinsam zu beten. Wenn wir als gläubige Freunde gemeinsam vor Gott kommen, dient das sowohl der Freundschaft als auch der Beziehung zu Gott. Dabei kann man sich auch darüber austauschen, wie Gott in der letzten Woche zu einem gesprochen hat. So erfährt man vom Ergehen des Anderen und zugleich bekommt man Einblick in die Art, wie Gott heute noch wirkt.
Das sind natürlich nur ein paar Anregungen für vollgepackte Tage. Was aber ist, wenn ich zwar Zeit habe, mir aber jegliche Motivation fehlt, mich mit Gott zu beschäftigen? Da kann es helfen einfach mal aus dem gewohnten Trott heraus zu kommen und Neues auszuprobieren. Hierzu gebe ich ein paar Tipps in meinem Beitrag „Gott als Spaßbremse?“.


