Gott als Spaßbremse?

Der christliche Glaube lebt von der persönlichen Beziehung zu Gott. Doch im Alltag fehlt häufig die Motivation, sich Zeit für Gott zu nehmen. Da kann es helfen, einfach mal aus dem gewohnten Trott heraus zu treten und Neues auszuprobieren. Denn so vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind auch ihre Vorlieben, Gott zu begegnen. Hier ein paar Ideen:
  • Ist Zeit mit Gott zwangsläufig langweilig? Foto: Flickr/jesse?

 

1. Kreativ

Menschen die gerne mit Worten umgehen, lassen sich manchmal eher dafür begeistern, Gedanken oder Gebete zu verschriftlichen (vielleicht sogar in Gedichtform), statt ausschließlich mit Gott zu reden.Andere sind künstlerisch begabt und begegnen Gott indem sie z.B. Bilder malen oder mit Ton arbeiten. Dabei kann man sein Lob oder seine Anliegen verbildlichen und Gott mit seiner künstlerischen Gabe dienen. Außerdem hilft solche Arbeit auch, zur Ruhe zu kommen und den Alltag hinter sich zu lassen.

2. Mystisch

Insbesondere in den Freikirchen ist viel an Mystik und liturgischen Handlungen verloren gegangen. Dennoch gibt es auch dort Mitglieder, die ihren Zugang zu Gott über Symbole, Gesten und Rituale finden. Eine Möglichkeit ist es, eine kleine Nische im eigenen Zimmer einzurichten, in der sich lediglich eine Kerze, eine Bibel und ein Stein befinden. Zu Beginn seiner Zeit mit Gott kann man sich dort hinknien, sich vielleicht bekreuzigen und ein Teelicht anzünden. Solche Räume und Gesten helfen unserem Inneren, zur Ruhe zu kommen. In dieser Stille könnte man den Stein als Symbol der Schuld, der Sorgen oder was einen sonst belastet bei Gott ablegen. Man wird frei, um mit Gott zu reden und die Bibel zu lesen.

3. Gemeinschaftlich

Andere finden ihren Zugang zu Gott eher in der Gemeinschaft. Dann ist es vielleicht dran, sich regelmäßig mit Menschen zu treffen, mit denen man gemeinsam die Bibel lesen, sich über Gottes Wirken austauschen und beten kann. Und auch hier kann man neue Formen ausprobieren. Vielleicht nehmt ihr mal einen aus der Gruppe in die Mitte, legt ihm die Hände auf und segnet ihn. Oder ihr sucht euch einen Text aus der Bibel, jeder von euch nimmt eine Rolle ein (der Optimist, der Kritiker, der Emotionale, der Historiker, der Visionär...) und verteidigt die Meinung der entsprechenden Rolle zu diesem Bibeltext. Es ist erstaunlich wie unterschiedlich so ein Text wahrgenommen werden kann.

4. Natürlich

Wieder andere begegnen Gott besonders gerne in der Natur. Dort wo alles irgendwie ursprünglich oder unberührt wirkt. Lass dich von Gott einladen, dich mit deiner Bibel oder einem Gebetstagebuch in den Wald, auf ein Feld oder an einen Bach zu setzen. 

5. Hörend

Ob in der Natur, zu Hause, in der Kirche oder auf dem Balkon: Eine Möglichkeit, Gott zu begegnen, ist es, einfach mal nichts zu tun. Statt sich krampfhaft abzumühen, noch ein Kapitel der Bibel zu lesen oder die richtigen Worte fürs Gebet zu finden, ist es manchmal Zeit, nur zuzuhören, was Gott zu sagen hat. Denn unsere Beziehung zu Gott wäre keine Beziehung, wenn nur wir reden würden. Gott zuzuhören fällt uns häufig schwer, weil wir es nicht gewohnt sind, die Stille auszuhalten und zu warten. Es ist eine Herausforderung, aber eine die sich lohnt. Denn wenn Gott spricht, dann verändert das Leben.

6. Fürbittend

Wem sein Dorf oder seine Stadt auf dem Herzen liegt, der kann es mit einem Gebetsspaziergang versuchen. Einfach durch die Straßen gehen und für die Menschen in den Häusern oder für die städtischen und kirchlichen Einrichtungen beten. Für das Dorf oder die Stadt lässt sich besonders gut von der höchsten Stelle des Ortes oder von einem Aussichtsturm aus beten. Oder man fährt mit dem Bus oder der S-Bahnfahrt durch die Stadt und betet für die Orte, an denen man vorbei kommt.

7. Verrückt

Und dann gibt es noch die, die sich Gott besonders nahe fühlen, wenn sie sich einem Nervenkitzel hingeben. Bungee jumping, Fallschirm springen, Achterbahn fahren, Downhill, Klettern... Wieso auch nicht? Das schlägt zwar mit der Zeit aufs Portemonnaie, aber um die eigenen Grenzen kennenzulernen und Gott dafür zu preisen, dass seine Kraft und Stärke grenzenlos sind, ist es eine Möglichkeit.

Letztlich sind das nur einige ausgewählte Ideen von einem riesigen Repertoire an Möglichkeiten, das wir haben, um Gott zu begegnen. Das Wichtigste ist, dass wir offen und kreativ bleiben. So wie wir in Freundschaften zu Menschen auch neue Orte besuchen und über neue Themen sprechen, sind wir bei Gott eingeladen dasselbe zu tun. Und da wir alle verschieden sind, werden wir ganz unterschiedliche Möglichkeiten finden unsere Zeit mit Gott zu gestalten.

Was ist aber, wenn man partout die Zeit nicht findet, mit Gott ins Gespräch zu kommen? Wenn einem Job und Alltagsstress jede freie Minute rauben? Auch wer vielbeschäftigt ist, kann sich Räume schaffen, um Gott zu begegnen. Ein paar ganz praktische Tipps dazu gebe ich Euch in meinem Beitrag „Gott als Zeitkiller?“.

Weitere Impulse zu dem Thema findest Du in folgendem Buch:

„Die 3 Farben deiner Spiritualität“ von Christian A. Schwarz, Gerth Medien, 192 Seiten, 12,95 Euro, ISBN 10: 3865914829

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