Generation Benedikt fiebert Papstbesuch entgegen
Den Papstbesuch in Deutschland ist in aller Munde. Ein gefundenes Fressen für die Medien – vielfach werden alte Debatten wieder aufgewärmt. So manche positive Stimme geht da schnell unter. Die „Generation Benedikt“ etwa freut sich beherzt auf den „Heiligen Vater“ - und auf ein Glaubensfest, von dem sie sich vor allem geistliche Bereicherung und Inspiration erhofft. Ein Blick auf die jungen bekennenden Papstanhänger.
Nein, ein Groupie sei sie nicht und auch kein Fan: Das würde ja heißen, den Verstand ausgeschaltet zu haben. Ausgeschaltet war dieser bei Larissa Elter am Montag Abend definitiv nicht. Bei Frank Plasbergs „Hart aber fair“ hatte es die 25-jährige nicht leicht, verteidigte sich aber souverän gegen allzu bissige Kirchenkritik und despektierliche Fragen unter der Gürtellinie durch den Moderator.
Jugendliche Begeisterung für den katholischen Glauben
Larissa Elter gehört zur „Generation Benedikt“: Das seit 2005 bestehende Mediennetzwerk will nach eigenen Angaben die jugendliche „Begeisterung für den katholischen Glauben“ öffentlich zum Ausdruck bringen. Was elf Jugendliche als Reaktion auf die Euphorie des Weltjugendtags 2005 in Köln begannen, hat sich mittlerweile zu einer internationalen Initiative mehrerer hundert Jugendlicher und junger Erwachsener weiterentwickelt. Ihr Name ist auf die Formulierung der „Generation JP 2“ zurückzuführen, wie die Besucher der von Papst Johannes Paul II. geleiteten Weltjugendtage teilweise genannt wurden.
Wider den Zeitgeist
Die Mitglieder der „gb“ bekennen sich bewusst zu Papst Benedikt XVI. und seiner von „Respekt und Freiheitsliebe geprägten“ Botschaft. Im Gegensatz zu den meisten anderen Jugend - und Laienorganisationen des katholischen Spektrums lehnt die „Generation Benedikt“ kirchliche Reformen ab, die sich nach dem Zeitgeist richten. Gefordert wird vielmehr eine Ausrichtung an der katholischen Tradition und der „Bibel als Wort Gottes“.
Gesunde Unverschämtheit gegenüber politisch korrekten Tabus
Auffallend ist das offensive Bekenntnis zu einer strengen Sexualmoral und eine gesunde Unverschämtheit gegenüber politisch korrekten Tabus: So erfanden Mitglieder der „gb“ als Antwort auf das 70er-Jahre-Bekenntnis „Wir haben abgetrieben“ kurzerhand eine katholische Gegeniniative: Auf www.ich-tus-nicht.de dürfen Jugendliche erläutern, warum sie für eine Kultur des Lebens eintreten.
Keine „vorläufigen oder teilweise glaubwürdigen Wahrheiten“
Die vielzitierte BILD-Schlagzeile „Wir sind Papst“ ist bei den Mitgliedern der „gb“ auch nach sechs Jahren Pontifikat kein Schnee von gestern. Von Papst Benedikt XVI. fühlen sie sich „ernst genommen und geschwätzt“, „weder unterdrückt noch bevormundet“, ist auf ihrer Homepage zu lesen. Er bringe zum Ausdruck, warum sie sich jung fühlten: Ihren Drang nach dem „Idealen, Großen, Guten und Wahren“ - der Pontifex speise sie nicht mit „vorläufigen oder teilweise glaubwürdigen Wahrheiten ab“.
Buch mit dem Papst zusammen herausgegeben
„Die Aura und die Persönlichkeit und das Charisma des Papstes, sind ganz außergewöhnlich. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wovon ich spreche“, sagt Mitglied Christian Baron, der dem „Heiligen Vater“ schon bei einer Generalaudienz persönlich die Hand schüttelte. 2007 hat die „Generation Benedikt“ sogar ein gemeinsames Buch mit dem Papst veröffentlicht: „Generation Benedikt. Lebensfragen junger Menschen – Antworten im Geiste des Papstes“ lautet der Titel des Werks, der darauf hindeutet, dass es vor allem um Antworten auf die elementaren Fragen des Lebens gehen soll.
Es geht zu allerst um Jesus
Kommt Jesus bei der ganzen Sache nicht zu kurz, mag sich mancher fragen. „Nein. Die 'Generation Benedikt' möchte mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement zuallererst Menschen mit Jesus Christus in Kontakt bringen“. Damit gehe das Aufzeigen der „Faszination der katholischen Kirche und des Papst Benedikts XVI.“ aber einher.
Klare Vorstellungen zur Ökumene
Zur Ökumene hat die Initiative klare Vorstellungen, die die „Deutsche Welle“ als „päpstlicher als Benedikt selber“ titulierte: „Wir haben uns in Deutschland enorm darauf versteift, zu glauben, dass man nur Stellschrauben verändern und vielleicht hier und da ein bisschen rumwerkeln müsste und würde dann automatisch zueinander finden. Das halte ich für völlig ausgeschlossen“, meint etwa Nils Sönksen, der sich für die „gb“ engagiert. Nur auf dem Weg eines vertieften Glaubens könne man überhaupt wieder Gemeinsamkeiten erkennen.
Über provinzielle Streitigkeiten hinaus denken
Bis dahin freuet sich Benedikts Generation aber erst einmal auf den Staatsbesuch desselbigen – und ruft dazu auf, über die provinziellen Streitigkeiten deutscher Laienorganisationen hinaus zu denken: „Wenn wir einmal den Blick von der deutschen Kirchenkrise auf die Situation der Weltkirche lenken, sehen wir, dass die jungen Leute in Scharen zum Papst kommen, wo immer er einlädt, weil sie von ihm Antworten bekommen, die die Gesellschaft nicht mehr geben kann“ erklärt Sprecherin Sophia Kuby: „Mehr als der Papst versammelt niemand auf der Welt.“
Nathanael Liminski: „Generation Benedikt. Lebensfragen junger Menschen – Antworten im Geiste des Papstes.“ 1. Auflage 2007, 144 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-579-06453-6
2 Kommentare wurden bereits abgegeben
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2.schrieb am 25.09.2011 23:26
Die Freiburger Rede lässt weiter gewisse Erwartungen und Fragen offen.
Die Frage bleibt, ob eine "arme Kirche" in der Zukunft in Deutschland
mehr bewirken kann. Vergleichen wir dazu die Kirche in Frankreich.
Gesund schrumpfen hilft auch nicht immer. Ich denke unsere Bischöfe
gehen in der Mehrzahl verantwortungsvoll mit dem Geld um.
Nur wer etwas hat, kann etwas geben - auch nach Rom.
Man kann einem Gastgeber nicht einfach sagen, schön, dass alles
so toll geklappt hat mit meinem Besuch, aber du bist nach meiner
Vorstellung zu reich für ein echtes Christsein der Zukunft.
Am Schluss bin ich doch etwas enttäuscht über den seltsamen
Abschluss, obwohl die Gedanken theologisch stimmig sein können,
aber nicht in diesem Zusammenhang.
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1.schrieb am 25.09.2011 01:12
Die Reise des Papstes nach Berlin,Erfurt und Freiburg erweist sich als ein
wirklich spirituelles Ereignis und als ein großer Erfolg. Eine positive Auswirkung auf alle Generationen ist durch die Wirkung des Geistes Gottes
möglich und wünschenswert, d.h., wir können selbst durch unser Gebet
und unser Vertrauen (Glaube) dafür etwas tun.



