Gender Mainstreaming: Gräuel & Chance
Ist der Mensch nun männlich oder weiblich? Ein gewagter Blick in den Spiegel nach dem Duschen sorgt da für Klarheit, möchte man meinen. Manche allerdings sehen das anders. Für sie ist das Geschlecht einem Menschen nur anerzogen wie gutes Benehmen oder Tischmanieren. Ob das Kind ein Junge oder ein Mädchen wird, das entscheidet kein Schöpfer, sondern die Eltern und die Gesellschaft.
Das anerzogene Geschlecht
„Gender Mainstreaming“ heißt die Theorie, die solches zu behaupten wagt. Für ihre Vertreter ist das biologische Geschlecht, lateinisch „sexus“, zu vernachlässigen. Von Wichtigkeit ist allein das „gender“, was im Englischen schlicht und einfach für Geschlecht steht. Die biologischen Merkmale sind wandelbar, je nach Belieben, eigentlich ist der Mensch geschlechtslos. Umgebung und Erziehung entscheiden darüber, wer oder was ein Kind wird.
Diese Gedankengänge erscheinen zunächst einmal abstrus. Denn ein jedes Kind weiß spätestens seit dem Kindergarten, dass es „untenrum“ anders aussieht, als der Spielkamerad oder das kleine Geschwisterchen. Kinder empfinden das nur selten als Nachteil, sie nehmen sich so, wie sie sind.
Geschlechterrollen werden umgekehrt
Ein Mädchen träumt davon, Prinzessin zu werden. Ein Junge hingegen sieht sich als Rennfahrer die Pisten der Welt erkunden. Was aber passiert mit Kindern, die geschlechtslos erzogen werden? Schon im Kindergarten werden die Kleinsten heute sexualisiert. Das bedeutet, sie werden dazu angeleitet, schon in ihren frühesten Lebensjahren sexuell aktiv zu sein und Erfahrungen zu sammeln. Des Weiteren scheint es in einigen Kindergärten schon gängige Praxis zu sein, Jungen bevorzugt in Prinzessinnenkleider zu stecken und Mädchen viele technische Erfahrungen zu ermöglichen.
Geschlechtslos. Identitätslos. Gesichtslos.
Hier wird es problematisch. Wie viel Freiheit bleibt einem Kind noch, wenn man es seiner elementarsten Lebensgrundlage beraubt? Wer kein Geschlecht hat, ist ein Neutrum. Wer bin ich, wenn nicht einmal weiß, welchem Geschlecht ich angehöre? Die Folgen sind grausam: Ich werde zu einem Ausgeschlossenen der Gesellschaft und kann keinen Zugang mehr zu meiner eigenen Persönlichkeit finden.
Gender Mainstreaming gibt zwar jedem Menschen die Möglichkeit, sich eine für ihn gerade passende Alternative zu wählen. Aber ist das wirklich von Vorteil für den Einzelnen? Wo ist da die Basis, wo sind Gleichgesinnte? Wo sind jene, die sind wie ich? All diese Fragen werden sich die Kinder der Gender-Generation stellen müssen. Auch Gleichheit ist hier nicht mehr zu gewährleisten. Denn wer ist denn noch „gleich“? Und wer will das beurteilen? In der Gender-Traumwelt der tausend Möglichkeiten ist die Antwort ernüchternd: Wo alle nach Individualität streben, ist keiner mehr seinem Nächsten gleich. Das Resultat: Eine Welt voller einsamer Einzelkämpfer.
Die neutralisierte Familie
Nicht nur in Erziehungsfragen nimmt die Geschlechtsneutralisierung immer absurdere Formen an. Im Europarat forderte die schweizerische Sozialistin und Feministin Doris Stump kürzlich, sexistischen Rollenbildern in den Medien entschiedener entgegenzutreten. Darunter falle für sie auch der Begriff "Mutter". Und so absurd diese Forderung auch klingen mag, sie ist keineswegs ein Einzelfall. Die schweizerische Hauptstadt Bern hat bereits in ihrer offiziellen Sprachregelung die Begriffe "Mutter" und "Vater" durch "Elter 1" und "Elter 2" ersetzt hat. Die gesamte Familie wird also geschlechtslos.
Eine Botschaft mit Potential
Für eine gottlose Welt zählt und existiert kein Schöpfer mehr. Dass Leben nicht nur aus sich selbst heraus entsteht, halten viele für einen Witz. Aber unsere Epoche ist nicht nur gottlos, sie ist auch identitätslos. Das dürfen Christen nutzen. Gott hat jedem Menschen die Sehnsucht nach Ewigkeit und Sinn ins Herz gelegt. Hier müssen wir ansetzen. Denn der Ursprung aller falschen Ideologien, so auch der Gender-Ideologie, ist Sehnsucht. Der Mensch versucht schnell, sie mit oberflächlichen Lösungen abzuspeisen. Christen aber haben eine Botschaft, die alle Identitätssuche beendet. Was kann mehr Bestätigung geben als das Wissen, von Gott gewollt zu sein wie man ist? „So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau.“ (1. Mose 1, 27)
21 Kommentare wurden bereits abgegeben
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21.schrieb am 07.12.2012 11:57
Gender Mainstreaming ist gegen die Natur! Es gibt nur Männer und Frauen. Ein drittes Geschlecht gibt es nicht. Es gibt zwar Intersexuelle, welche jedoch aufgrund von Chromosomenfehlbildungen entstanden sind und nach Möglichkeit ärztlicherseits einem der beiden Geschlechter möglichst bald nach der Geburt zugeordnet werden.
Des weiteren ist noch die "geschlechtergerechte" Sprache zu nennen. Eine völlige Verballhornung der Sprache von Goethe und Schiller.
Beispiele:
Liebe SchülerInnen, liebe, Schüler(innen) -> wie soll man das lesen?
Sogar die Bibel in gerechter Sprache gibt es schon! Ein gotteslästerliches Machwerk.
Hier hört wirklich der Spaß auf!
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20.schrieb am 23.04.2012 02:07
Eigentlich ist die Diskussion hier ja nicht mehr aktuell, aber einen Punkt finde ich wichtig genug, um ihn trotzdem anzusprechen:
Es scheint Unklarheit über die Bedeutung von Gender Mainstreaming zu geben. Dazu:
Ja, es geht um politisch-rechtliche Gleichberechtigung von Männern und Frauen - wenigstens bei Gender Mainstreaming als politisches Ziel/Maßnhame in Deutschland.
Darüber hinaus aber geht es in der aktuellen wissenschaftlichen Forschungen zum Thema, in den Gender Studies, tatsächlich darum, dass Geschlecht als Kategorie irrelevant sei und Geschlecht generell ein Konstrukt, ergo in keinerlei Form als "Gegebenes" existent. Gender Mainstreaming bedeutet in diesem Zusammenhang tatsächlich die Gleichmacherei, im Grunde sogar Abschaffung von Geschlechtern - wenigstens dichotomen, präziser soll es wohl darum gehen, dass es mehr als zwei Geschlechter gebe und man sein Geschlecht frei wählen darf, es aber als rechtliche Kategorie z. B. auf dem Personalausweis irrelevant werden soll.
Das Missverständnis zum Begriff hat, vermute ich, auch damit zu tun, dass sich die Bedeutung des Wortes "Gender" selbst änderte: Anfänglich ging es dabei nur um den sozial konstruierten im Unterschied zum biologischen Teil einer Identität als Mann oder Frau. Inzwischen ist der Begriffsgebrauch oftmals schwammig; in der Gender-Bewegung meint er keine mit (biologisch) gegebenen Merkmalen verknüpfbare und dichotome soziale Identitätskategorie mehr, sondern Geschlecht als gänzlich konstruiertes und somit vollständig frei wähl- und veränderbares Identitätselement.
Auf dijg.de z. B.finden sich einige Infos dazu, die ich als glaubwürdig einstufe und daher aufschlussreich finde: Es werden unter anderem Vertreter der Bewegung bzw. aus deren Werken zitiert, die die "Gleichmacher-Variante" belegen, etwa aus einem Einführungsband zu Gender für Studis. Besonders schockiert haben mich persönlich Ausführungen zu der Handhabung des Themas in der UN: www.dijg.de/gender-mainstreaming/dale-o-leary-agenda-konzept-hintergrund/
Auch in meinem Studium, Ethnologie, kommt man um das Thema kaum rum: In einem Seminar haben wir einen Text von Judith Butler gelesen, die ein Idol der Gender-Bewegungen ist. Sie behauptete darin, dass auch das "biologische Geschlecht" eine Illusion sei. Eine Kommilitonin, die auf dem Gebiet sehr engagiert ist, sagte vor ein paar Monaten in einem anderen Kurs: "Die aktuelle Frage, die man sich in den Gender Studies stellt, ist: Gibt es Geschlechter, und wenn ja, wie viele?" Die Existenz dieser Auffassung(en) ist also kein Mythos.
Die dennoch berechtigte Frage, wer "so was" denn mache, sprich: Welche gesellschaftliche Alltagspraxis denn diese Auffassung belege, ist in Teilen hier beantwortet worden: z. B. einzelne Projekte zu "geschlechtsloser Erziehung" an Kindergärten. Davon abgesehen, sehe ich die Ursache in einem vielleicht banalen, aber üblichen Phänomen: Der Tasache, dass die ganze Chose derzeit noch mehr im wissenschaftlichen Diskurs als in der gesellschaftlichen Realität beheimatet ist. Es ist meiner Einschätzung nach eine Frage der Zeit, bis das so im gesellschaftlichen Alltag präsent(er) wird. Das ist ja bei vielen Begriffen, Ideen etc. der Fall.
Wie gesagt, die "Gleichberechtigungs-Variante" von Gender Mainstreaming gibt es - die "Gleichmacher-Variante" aber auch, das ist keineswegs falsch.
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19.schrieb am 16.01.2011 23:01
Du schriebst, dass du keine Sonderfälle beachten kannst wie Frauen, die was mit Technik machen. Das ist aber für mich nicht nur ein Sonderfall sondern ein Gegenargument.
Frau= zu Hause, Kinder, sozial und sprachlich begabt
Mann= geht auf arbeit, technisch begabt
Das ist das Weltbild, in dem du, liebe Laura, dich vielleicht wohl fühlst, aber das geht eben vielen nicht so, weil für die kein Platz in solch einen Weltbild ist. Gegen dieses Weltbild, wo nur bestimmte Menschen Platz haben kämpft Gender mainstreaming.
Was das traditionelle Rollenbild angeht, befürworte ich das nicht. Früher waren Mann und Frau, gerade, wenn sie Bauern waren, nicht ohne einander lebensfähig. Deshalb MUSSTE geheiratet werden, auch wenn es nicht unbedingt Liebe ist. Bauersfrau (und gerade im Mittelalter waren 95% Bauern) war schon ohne Kinder ein Vollzeitjob, da wird wohl heute eine Frau auf Arbeit gehen können, das ist das gleiche nur eben nicht im Haus.
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18.schrieb am 27.08.2010 18:42
So mag ich es gerne.
Beleidigte Leberwurst spielen, aber mit keinem Wort darauf eingehen, dass Gender Mainstreaming nachweislich anders praktiziert wird, als in Lauras Artikel behauptet.
Das ist ein äußerst schwaches Bild.
Angesichts dessen kann ich nur widerholen: Wer aus Faulheit oder Dummheit wider besseres Wissen die Unwahrheit behauptet, verstößt gegen Gottes Gebot.
@dogman:
Ich kenne keinen Schwulen, der sich drüber gefreut hätte, schwul zu sein.
Ausnahmlos alle hatten Probleme, wollten hetero sein, waren tief verletzt, weil "schwule Sau" auf dem Schulhof immer noch das beliebteste und verletzendste Schimpfwort ist. Es ist kein Zufall, dass die Selbstmordrate bei Schwulen und Lesben erheblich höher ist als beim Rest der Bevölkerung.
Niemand wehrt sich dagegen, dass Heteros "ganz normal" Kinder bekommen. Aber die Welt geht auch nicht unter, wenn kath. Priester, Paulus und einige Schwule und Lesben keine Kinder in die Welt setzen.
"Natürlich" würde ich in diesem Zusammenhang nennen, dass Christen ihren Mitmenschen in Liebe begegnen, egal ob es Linke oder Rechte, Schwule, Lesben oder Heteros sind.
Was nicht ausschließt, dass ich einfordere, wahrhaftig zu bleiben.
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17.schrieb am 20.08.2010 17:25
@ravens01
Du bringst es auf den Punkt.
Frage: Eigentlich heißt es doch DAS Denkmal. Ist Er/Sie (denkmal) schon so sehr GM, dass er völlig geschlechtslos ist?
Außerdem wehre ich mich dagegen, dass NACHDENKEN (hat übrigens nichts mit denkmal zu tun) immer gleich als EVANGELIKAL gebrandmarkt wird. Es gibt auch Menschen, die nicht evangelikal sind und trotzdem nicht den Verstand ausschalten, wenn LINKE, ANTIFAS, Schwule und Lesben ihre Interessen gegen das Natürliche/Normale durchsetzen wollen.
Die wären heute alle nicht auf der Welt, wenn ihre Eltern nicht so scheiße-stinknormal gewesen wären und sie gezeugt hätten.
Na ja, wenn man es so betrachtet...





