Gender Mainstreaming: Gräuel & Chance

Ist der Mensch nun männlich oder weiblich? Ein gewagter Blick in den Spiegel nach dem Duschen sorgt da für Klarheit, möchte man meinen. Manche allerdings sehen das anders. Für sie ist das Geschlecht einem Menschen nur anerzogen wie gutes Benehmen oder Tischmanieren. Ob das Kind ein Junge oder ein Mädchen wird, das entscheidet kein Schöpfer, sondern die Eltern und die Gesellschaft.
  • Foto: Flickr/samirluther

 

Das anerzogene Geschlecht

„Gender Mainstreaming“ heißt die Theorie, die solches zu behaupten wagt. Für ihre Vertreter ist das biologische Geschlecht, lateinisch „sexus“, zu vernachlässigen. Von Wichtigkeit ist allein das „gender“, was im Englischen schlicht und einfach für Geschlecht steht. Die biologischen Merkmale sind wandelbar, je nach Belieben, eigentlich ist der Mensch geschlechtslos. Umgebung und Erziehung entscheiden darüber, wer oder was ein Kind wird.

Diese Gedankengänge erscheinen zunächst einmal abstrus. Denn ein jedes Kind weiß spätestens seit dem Kindergarten, dass es „untenrum“ anders aussieht, als der Spielkamerad oder das kleine Geschwisterchen. Kinder empfinden das nur selten als Nachteil, sie nehmen sich so, wie sie sind.

Geschlechterrollen werden umgekehrt

Ein Mädchen träumt davon, Prinzessin zu werden. Ein Junge hingegen sieht sich als Rennfahrer die Pisten der Welt erkunden. Was aber passiert mit Kindern, die geschlechtslos erzogen werden? Schon im Kindergarten werden die Kleinsten heute sexualisiert. Das bedeutet, sie werden dazu angeleitet, schon in ihren frühesten Lebensjahren sexuell aktiv zu sein und Erfahrungen zu sammeln. Des Weiteren scheint es in einigen Kindergärten schon gängige Praxis zu sein, Jungen bevorzugt in Prinzessinnenkleider zu stecken und Mädchen viele technische Erfahrungen zu ermöglichen.

Geschlechtslos. Identitätslos. Gesichtslos.

Hier wird es problematisch. Wie viel Freiheit bleibt einem Kind noch, wenn man es seiner elementarsten Lebensgrundlage beraubt? Wer kein Geschlecht hat, ist ein Neutrum. Wer bin ich, wenn nicht einmal weiß, welchem Geschlecht ich angehöre? Die Folgen sind grausam: Ich werde zu einem Ausgeschlossenen der Gesellschaft und kann keinen Zugang mehr zu meiner eigenen Persönlichkeit finden.

Gender Mainstreaming gibt zwar jedem Menschen die Möglichkeit, sich eine für ihn gerade passende Alternative zu wählen. Aber ist das wirklich von Vorteil für den Einzelnen? Wo ist da die Basis, wo sind Gleichgesinnte? Wo sind jene, die sind wie ich? All diese Fragen werden sich die Kinder der Gender-Generation stellen müssen. Auch Gleichheit ist hier nicht mehr zu gewährleisten. Denn wer ist denn noch „gleich“? Und wer will das beurteilen? In der Gender-Traumwelt der tausend Möglichkeiten ist die Antwort ernüchternd: Wo alle nach Individualität streben, ist keiner mehr seinem Nächsten gleich. Das Resultat: Eine Welt voller einsamer Einzelkämpfer.

Die neutralisierte Familie

Nicht nur in Erziehungsfragen nimmt die Geschlechtsneutralisierung immer absurdere Formen an. Im Europarat forderte die schweizerische Sozialistin und Feministin Doris Stump kürzlich, sexistischen Rollenbildern in den Medien entschiedener entgegenzutreten. Darunter falle für sie auch der Begriff "Mutter". Und so absurd diese Forderung auch klingen mag, sie ist keineswegs ein Einzelfall. Die schweizerische Hauptstadt Bern hat bereits in ihrer offiziellen Sprachregelung die Begriffe "Mutter" und "Vater" durch "Elter 1" und "Elter 2" ersetzt hat. Die gesamte Familie wird also geschlechtslos.

Eine Botschaft mit Potential

Für eine gottlose Welt zählt und existiert kein Schöpfer mehr. Dass Leben nicht nur aus sich selbst heraus entsteht, halten viele für einen Witz. Aber unsere Epoche ist nicht nur gottlos, sie ist auch identitätslos. Das dürfen Christen nutzen. Gott hat jedem Menschen die Sehnsucht nach Ewigkeit und Sinn ins Herz gelegt. Hier müssen wir ansetzen. Denn der Ursprung aller falschen Ideologien, so auch der Gender-Ideologie, ist Sehnsucht. Der Mensch versucht schnell, sie mit oberflächlichen Lösungen abzuspeisen. Christen aber haben eine Botschaft, die alle Identitätssuche beendet. Was kann mehr Bestätigung geben als das Wissen, von Gott gewollt zu sein wie man ist? „So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau.“ (1. Mose 1, 27)

Soziale Netzwerke:

Willkommen! idealisten.net – Das Netzwerk zum Mitmachen!

Deine Beiträge - ob Text, Bild oder Video - sind gefragt! Registriere dich mit Benutzername, E-Mail und Passwort und schon kannst du mitmachen.

 
 
 
 


Du musst eingeloggt sein, um einen Beitrag kommentieren zu können.

19 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 19.  
    schrieb am 16.01.2011 23:01

    Du schriebst, dass du keine Sonderfälle beachten kannst wie Frauen, die was mit Technik machen. Das ist aber für mich nicht nur ein Sonderfall sondern ein Gegenargument.

    Frau= zu Hause, Kinder, sozial und sprachlich begabt

    Mann= geht auf arbeit, technisch begabt

    Das ist das Weltbild, in dem du, liebe Laura, dich vielleicht wohl fühlst, aber das geht eben vielen nicht so, weil für die kein Platz in solch einen Weltbild ist. Gegen dieses Weltbild, wo nur bestimmte Menschen Platz haben kämpft Gender mainstreaming.

     

    Was das traditionelle Rollenbild angeht, befürworte ich das nicht. Früher waren Mann und Frau, gerade, wenn sie Bauern waren, nicht ohne einander lebensfähig. Deshalb MUSSTE geheiratet werden, auch wenn es nicht unbedingt Liebe ist. Bauersfrau (und gerade im Mittelalter waren 95% Bauern) war schon ohne Kinder ein Vollzeitjob, da wird wohl heute eine Frau auf Arbeit gehen können, das ist das gleiche nur eben nicht im Haus.

  • 18.  
    schrieb am 27.08.2010 18:42

    So mag ich es gerne.

    Beleidigte Leberwurst spielen, aber mit keinem Wort darauf eingehen, dass Gender Mainstreaming nachweislich anders praktiziert wird, als in Lauras Artikel behauptet.

    Das ist ein äußerst schwaches Bild.

     

    Angesichts dessen kann ich nur widerholen: Wer aus Faulheit oder Dummheit wider besseres Wissen die Unwahrheit behauptet, verstößt gegen Gottes Gebot.

     

    @dogman:

    Ich kenne keinen Schwulen, der sich drüber gefreut hätte, schwul zu sein.

    Ausnahmlos alle hatten Probleme, wollten hetero sein, waren tief verletzt, weil "schwule Sau" auf dem Schulhof immer noch das beliebteste und verletzendste Schimpfwort ist. Es ist kein Zufall, dass die Selbstmordrate bei Schwulen und Lesben erheblich höher ist als beim Rest der Bevölkerung.

    Niemand wehrt sich dagegen, dass Heteros "ganz normal" Kinder bekommen. Aber die Welt geht auch nicht unter, wenn kath. Priester, Paulus und einige Schwule und Lesben keine Kinder in die Welt setzen.

     

    "Natürlich" würde ich in diesem Zusammenhang nennen, dass Christen ihren Mitmenschen in Liebe begegnen, egal ob es Linke oder Rechte, Schwule, Lesben oder Heteros sind.

    Was nicht ausschließt, dass ich einfordere, wahrhaftig zu bleiben.

  • 17.  
    schrieb am 20.08.2010 17:25

    @ravens01

    Du bringst es auf den Punkt.

    Frage: Eigentlich heißt es doch DAS Denkmal. Ist Er/Sie (denkmal) schon so sehr GM, dass er völlig geschlechtslos ist?

     

    Außerdem wehre ich mich dagegen, dass NACHDENKEN (hat übrigens nichts mit denkmal zu tun) immer gleich als EVANGELIKAL gebrandmarkt wird. Es gibt auch Menschen, die nicht evangelikal sind und trotzdem nicht den Verstand ausschalten, wenn LINKE, ANTIFAS, Schwule und Lesben ihre Interessen gegen das Natürliche/Normale durchsetzen wollen.

    Die wären heute alle nicht auf der Welt, wenn ihre Eltern nicht so scheiße-stinknormal gewesen wären und sie gezeugt hätten.

    Na ja, wenn man es so betrachtet...

  • 16.  
    schrieb am 13.08.2010 17:32

    Interessant, wie sich die Diskussion um das Thema sich entwickelt. Denkmal, denk mal ein wenig nach: nicht Laura ist persönlich geworden, nicht sie hat angefangen unsachlich und persönlich verletzend zu argumentieren. Wenn Du sie gleich der Lüge bezichtigst, wenn Du bestimmte Menschen wegen ihrer Ansichten "Idioten", "Schwachsinnige" und dergleichen nennst, dann mit Verlaub, das kann sehr schlecht als wissenschaftliche oder gar sachliche Argumentation durchgehen.

     

    Tatsächlich: die Toleranz hört ganz schnell auf bei den Toleranten, sobald eine Meinung auftaucht, die der eigenen widerspricht.

     

    Ich kann nur müde lächeln, wenn man Gen 1,26-27 als Gender Mainstreaming in der Bibel identifiziert. Lauer Trick, sag ich nur. Passt halt schön, dann stülp ich's drüber. Genauso kann man in Apg 6 den Kommunismus hochleben lassen - achja, da sind auch einige Fehler gemacht worden (oder lieber in der Gegenwartsform schreiben??), aber das hat sich ja überlebt, die Anfangsfehler sind nun ausgemerzt. Ich kenn das leider zu gut, denn ich bin auch ein Geschädigter der glorreichen sozialistischen Realität, die in die strahlende kommunistische Zukunft führen sollte. Nur die Leichen am Straßenrand durften nicht gesehen oder genannt werden, sonst konnte man selbst eine werden... Was Laura über Dr. Money erwähnt hat, ist schon sehr nachlesenswert - seine Recherchen bilden doch die Grundlage von GM. Ach, und wenn GM soooo toll ist, und von aller Welt gewollt, warum musste sie auf der UN-Weltfrauenkonferenz (1995 Peking) mit einem Trick durchgesetzt werden? Darüber reden man halt nicht so gern, nicht wahr?

    Mich stört mächtig diese Arroganz, die allen Andersdenkenden entgegen strömt: alle, die nicht meine Position vertreten, sind Fromme, mit denen Jesus sehr böse schimpft. Da könnte man auch daneben setzen Jesu Worte: wer einen diesen geringsten Anlass zum Anstoß gibt, dem würde es besser ergehen, wenn man ihm einen Mühlstein um den Hals bindet und ins Meer wirft. Oder die Sache mit den Irrlehrern o. ä. Aber das jetzt nicht persönlich, sonder als eine (von Laura oder Wilhelm oder mir) nicht in Anspruch genommene Keule gegen Leute, die anders denken, als wir. Von daher bitte mal etwas weniger sentimental daherkommen...

  • 15.  
    schrieb am 12.08.2010 02:07

    Infos zu Voraussetzungen und Zielen von Gender Mainstreaming in Deutschland:

     

    Informationsseite der Bundeszentrale für politische Bildung:

    www.bpb.de/themen/M2VX4I,0,0,Gender_Mainstreaming.html

     

    Informationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

    www.gender-mainstreaming.net

     

    Besonders interessant die Beispiele im Gesundheitssektor:

    www.gender-mainstreaming.net/gm/frauen-und-maenner-im-alltag,did=13484.html

    Zitat:

    "Es gibt Krankheiten, die eher als Männerkrankheiten wahrgenommen werden, z.B. der Herzinfarkt. Das hat zur Folge, dass sich Ursachenforschung und die Erprobung von Therapieformen mehr an Männern orientierten, während der spezifische Krankheitsverlauf bei Frauen mit seinen zum Teil andersartigen Symptomen lange Zeit unerkannt blieb und damit auch die entsprechenden Heilmethoden nicht entwickelt wurden. Bei Frauen wurden Herzinfarkte deshalb oft nicht rechtzeitig erkannt und behandelt mit der Folge, dass Frauen öfter an Herzinfarkten starben als Männer, obwohl diese öfter daran erkranken. "

     

    Deutlich wird: Hier sollen Männern und Frauen nicht gleich gemacht werden (geht ja auch gar nicht), sondern es sollen die Unterschiede bewusst wahrgenommen werden. Konkret: Frauen zeigen andere Symptome beim Herzinfarkt, also haben sie auch anders behandelt zu werden als Männer, damit die Behandlung genauso effektiv ist.

     

    Und dass es im Kindergarten nicht darum geht, den Jungen Röcke anzuziehen und ihnen Zöpfe zu flechten, wird auf

    www.kindergartenpaedagogik.de/1318.html

    deutlich.

     

    Auch hier ein Zitat:

    "Die Kindertagesstätte ist in der Regel ein "weiblicher Raum". Frauen verwirklichen ihre Vorstellungen von Ästhetik und Gemütlichkeit in den Räumen ihrer Einrichtung. Das ist in der Regel zu erkennen an der Farbwahl, an der liebevollen Dekoration von Fenstern und Wänden, an der Auswahl vieler Kuschel- und Rückzugsmöglichkeiten und einem gut ausgestatteten großen Kreativbereich. Die Werkbank dagegen - wenn es überhaupt eine gibt - führt dagegen oft ein Schattendasein im Keller oder in einer ungenutzten Kammer. Wenn sich Erzieherinnen auf Fortbildungen in einen Jungen hineinversetzen und einen fiktiven Rundgang durch ihre Räume unternehmen, können sie oft sehr genau benennen, was sich "ihre Jungs" in den Räumen wünschen würden - und sind erstaunt und erschrocken, wie wenig diese Bedürfnisse von ihnen bislang aufgegriffen wurden. Jungen werden eher als störend erlebt, weil sie Platz brauchen, Krach oder Staub machen. Gleichzeitig bedeutet diese Beschränkung auf typisch weibliche Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten auch eine Beschränkung der Kompetenzen und Möglichkeiten von Mädchen."

     

    Viel Spaß beim Informieren.