Freunde

„Ein Leben ohne Freundschaft ist kein Leben“ - sagt Cicero. Ein Gedankenwrestling zum Thema Freundschaft.

Ciceros Aussage ist absolut treffend. Wie oft erleben wir Freunde als so genannte Krafttankstelle, um einen fordernden Alltag zu überstehen.

Ein unbekannter Autor schrieb mal: „Freunde sind wie Laternen am Weg (Tag), sie machen ihn zwar nicht kürzer, erhellen ihn aber dafür.“

Sie können uns eine Oase mitten in der einsamen Wüste eines neuen fremden Studienortes oder ein Rettungsboot im stressigen Berufsstrudel sein.

Allerdings“ liegt Freundschaft nicht in unserer Macht. Wir verfügen nicht über sie, wir können sie nicht machen.“ (Zitat Jörg Berger aus „smd transparent“)

Freundschaft ist ein Geschenk. Ein Geschenk, das aufgebaut und gepflegt werden möchte.

Was ist wichtig für eine Freundschaft?

Ehrlichkeit und gegenseitige Akzeptanz sind zwei grundsätzliche Dinge. Der Freund oder die Freundin sollte schon wissen, wann sie zu weit gegangen ist. Aber auch Wertschätzung sollte nicht fehlen.

Allerdings ist es nicht gut, wenn Freunde zum Eltern- oder Partnerersatz werden. Es entstehen emotionale Bindungen, die die Freundschaft eher zerstören, als fördern. An Riten und feste Zeiten gebundene Freundschaften können ebenfalls in ungesunde Zwänge führen.

Was tun, wenn man eine(n) Partner/in findet? Warum leidet oft meine Freundschaft darunter?

Jörg Berger von der „smd transparent“ schreibt dazu: Oft möchte man die Rolle des Partners mit einem zu perfektionistischen Ehrgeiz ausfüllen. Dies kostet uns genau die Energie, die uns für die Freundschaft fehlt. Man umgibt sich mit Aussagen, wie: „Das schaffe ich nicht auch noch. Mir fehlen die Zeit und die Energie dazu.“

Zu diesen Aussagen schreibt Berger: Man habe die Vorstellung von der Kraft verloren, die eine Begegnung mit dem Freund/ der Freundin freisetzt. Man habe vergessen, wie Momente der Freundschaft Wichtiges vom Unwichtigen scheiden, wie sie die Freiheit geben, zu lassen, was nebensächlich ist, wie sie den Halt geben, mancherorts ein Nein durchzustehen.

Wie kann man eine Freundschaft geistlich führen?

Gemeinsames Bibellesen, Gespräche über den Glauben können die Freundschaft auf den gesunden Boden stellen, den sie braucht, um nicht in eine oberflächliche Bekanntschaft abzudriften.

Allerdings können manche Freundschaften so stark sein, dass sie niemanden von Außen hereinlassen. Das ist nicht Sinn einer Freundschaft. Eine Freundschaft soll in die Weite führen. Dass heißt, dass man offen wird, für die Nöte der Menschen um einen herum. Das man eine Haltung entwickelt, die man mit sozialer Verantwortung umschreiben können. Einfach aus dem Wissen der eigenen Zugehörigkeit und der Geborgenheit heraus, was man in der eigenen Freundschaft und in der Beziehung zu Gott erlebt.

Jesus als bestes Beispiel

Das beste Beispiel für eine gelungene Freundschaft, lebt uns Jesus Christus selber in der Bibel vor. Er öffnet sich seinen Jüngern und uns, lässt uns Anteil haben an der intensiven Gemeinschaft mit seinem Vater. Er nennt uns seine Freunde (Joh. 15,13ff) und gibt uns somit das, was er hat – eine Gottesbeziehung (Joh. 15,15). Er gibt alles für seine Freunde, sogar sein Leben (Joh. 3,16). Jetzt kommen zu Recht Zweifel auf: Das hat Jesus tun können, weil er Gottes Sohn war, aber ich bin nur Mensch! Das stimmt! Und dennoch haben wir die Zusage Jesu, dass wir einen Beistand bekommen werden, der uns leiten wird (Joh 14).

Freundschaft ist Verantwortung

Ein abschließendes Zitat von Hartmut Bärend, Pfarrer und ehemaliger Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste (AMD) in der EKD: Freundschaft ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch Verantwortung. So gehört beides zusammen, die emotionale Seite, aber auch die nehmende und gebende Seite. Freundschaft wird da gelebt, wo Verabredungen eingehalten werden, wo Verantwortung übernommen und wo Pflege kein Fremdwort ist.“

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2 Kommentare wurden bereits abgegeben

  • 2.  
    schrieb am 14.01.2009 20:01

    guter text

  • 1.  
    schrieb am 14.01.2009 20:01

    in 1 Korinter 13 steht einiges über Liebe... wir sollen die Liebe unser höchstes Ziel sein lassen... man kann im 1 Korinter 13 auch Jesus oder Freundschaft statt Liebe einsetzten...

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