Freie Programmierer: Vom Helfen und Teilen

Auf den ersten Blick scheinen sie nichts miteinander zu tun zu haben: Warum sich Computerprogrammierer und Christen aber trotdem ganz ähnlich sind – und wo sie nicht zusammenpassen.
  • Haben mehr gemeinsam als man denkt: Christen und Programmierer. Foto: dpa

 

In einem Beitrag der italienischen Jesuitenzeitschrift „La Civiltà Cattolica“ schrieb kürzlich Pastor Antonio Spadaro, dass das Programmieren durchaus eine Form der Teilnahme an der göttlichen Schöpfung sei. Unter Programmierern zählten oft ähnliche Werte, wie in christlichen Gemeinschaften. So sei die Arbeit der freien Entwickler von der positiven Vision beseelt, auf kreative, schöpferische Art und Weise anderen zu helfen und ihr Werk mit Mitmenschen zu teilen. Bestes Beispiel ist die wachsende Zahl freier Software. Diese sogenannten Open-Source-Produkte werden von einer Programmierergemeinde selbstständig entwickelt und anschließend kostenfrei oder gegen eine geringe Nutzungsgebühr der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

TYPO 3 – ein Ergebnis christlicher Nächstenliebe

Der Zusammenhang zwischen Entwickler-Ethos und christlichen Werten wird auch in der Szene selbst betont. Auf die Frage, warum er sein populäres Internet-Redaktionssystems TYPO 3 so kostengünstig anbiete, antwortet der Gründer Kasper Skårhø dem Weblog Phlow, dass sein christlicher Glaube dabei eine Rolle spiele. Er sehe sein Leben nicht als Jagd auf materielle Güter. Vielmehr wolle er mit seinem gottgegebenen Talent seinen Mitmenschen helfen. Die Bibel sage ihm, er solle das Licht in der Welt sein, das wolle er jeden Tag versuchen umzusetzen.

Kathedrale oder Basar?

Doch während die Kirchen durchaus Hierarchien und Autoritäten kennen, versuchen sich gerade freie Entwickler von solchen loszusagen. Der Autor Eric Raymond vergleicht in seinem Essay „The Cathedral and the Bazaar“ die Kirchen daher mit geschlossenen Systemen, die eher „von oben“ diktiert werden, während der freie Softwaremarkt mehr einem chaotischen Basar gleiche.

Verantwortung für die technische Schöpfung

Nicht von der Hand zu weisen bleibt, dass für die Open-Source-Bewegung christliche Werte wichtige Eckpfeiler darstellen. Gerade in einer Zeit, in der Menschen durch Technik immer mehr selbst erschaffen, erhöht sich die Verantwortung für diese Art der Schöpfung. Das Wort Gottes sollte auch hier Leitlinie allen Schaffens sein.

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