Er war der iGod: Steve Jobs ist tot
Er wurde als Genie gefeiert, teilweise sogar als Messias verehrt – am Mittwoch ist der Gründer und langjährige Chef des Hightech-Unternehmens Apple gestorben. Steve Jobs erlag im Alter von 56 Jahren seinem Krebsleiden. Während er von vielen vergöttert wurde, führte er ein zurückgezogenes Leben. Freunde besaß der Eigenbrödler nur wenige.
Der iGod und seine Apple-Jünger
Seine Auftritte waren legendär und trugen fast schon religiöse Züge. Wenn Steve Jobs die Bühne betrat, hingen die Apple-Jünger an seinen Lippen. Die Medien tauften ihn sogar iGod. Jahrelang war Jobs der führende Kopf des Konzerns. Die Produkte aus seiner Hightech-Schmiede wurden zu weltweiten Kassenschlagern. Egal, ob iPod, iPhone oder iPad, die Innovationen, die Jobs präsentierte, wurden zum Erfolg.
Krankheit und Rückzug
Ende August kam dann der Rückzug. Jobs trat als Vorstandsvorsitzender zurück und überließ Nachfolger Tim Cook das Feld. Bereits da war er schon stark von seiner Krankheit gezeichnet. Kein Wunder, die Leiden des Steve Jobs zogen sich über Jahre hin. 2005 diagnostizierten Ärzte bei ihm Bauspeicheldrüsenkrebs. 2009 musste Jobs sich einer Lebertransplantation unterziehen, ein Eingriff, der ihm damals das Leben rettete. In der Nacht zum Donnerstag forderte die Krankheit ihren letzten Tribut. Für Jobs war es schwer, mit den Folgen der Krankheit zu leben. Immer wieder kämpfte sich der Erfolgsmensch zurück, blieb nach Pausen nie lange dem Tagesgeschäft fern. Das mag auch an seinem festen Glauben an die eigene Stärke gelegen haben.
Widersprüche und groteske Aussagen
Nicht selten verwirrte Jobs seine Mitmenschen mit grotesken Aussagen. So glaubte er, dass die Verdauung schwerer Speisen seinem Körper zu viel Energie raube, und er dadurch nicht die Nächte durcharbeiten könne. Die richtige Ernährung sollte ihn auch vor unangenehmen Körpergeruch schützen, so dass er niemals mehr duschen müsste.
Buddhist und Vegetarier
Am College hatte Jobs ersten Kontakt mit fernöstlichen Lehren. Seitdem war er bekennender Zen Buddhist und strenger Vegetarier. Jobs Glaube ließ ihn den Ärzten misstrauen. Nach der ersten Diagnose war er überzeugt, durch Meditation und speziellen Diäten das Problem in den Griff zu bekommen. Erst als der Druck größer wurde, rang er sich 2009 zur Operation durch.
Kein Luxus
Obwohl weltlicher Besitz im Buddhismus keine Rolle spielt, erschuf er einen Konzern, der mit seinen Produkten Milliarden verdiente. Er selbst lebte aber nicht im Luxus. Das Familienhaus in Palo Alto soll nach Aussagen von Besuchern eher einfach eingerichtet sein.
Familie als Fundament
Die letzten Stunden hat Jobs wohl im Kreise seiner Familie verbracht. 1989 lernte er seine spätere Ehefrau Laurene Powell kennen. Laut Jobs war es Liebe auf den ersten Blick. Aus der Verbindung gingen die Kinder Reed Paul (20), Erin Sienna (16) und Eve (13) hervor. Außerdem hat Jobs die uneheliche Tochter Lisa (33), die als Journalistin arbeitet. Diese Vaterschaft hatte er jahrelang abgestritten, schlussendlich aber doch anerkannt. Jobs war selbst als uneheliches Kind zur Welt gekommen. Seine leiblichen Eltern gaben ihn sogar zu Adoption frei. Paul und Clara Jobs nehmen sich des Kindes an. Er ist Autohändler, sie Hausfrau.
Das Ende eines Siegeszugs
Am 1. April 1976 gründete Jobs gemeinsam mit seinem Freund Steve Wozniak in einer Garage die Firma Apple. Der Siegeszug begann. Nun nimmt der persönliche Siegeszug des Steve Jobs sein Ende. Ein Ende, das abzusehen war und das doch betroffen macht. Ein außergewöhnlicher Mensch mit vielen Facetten hat sich verabschiedet.
Lies auch die Titelstory unseres ersten idealisten.net-Magazins zu Steve Jobs, Mark Zuckerberg und ihrer Vormachtstellung im Internet. Hier kannst Du Dir die Ausgabe kostenlos runterladen.


